Quallenkampagne nach erneutem Alarm

Erst spätere Untersuchungen ergaben, daß es sich bei dem Exemplar nicht um eine Würfelqualle handelte. Aufgefallen war das Tier am Morgen des 24. Dezember dem Manager des Jachthafens Yacht Haven Marina. Der ließ die Qualle einfangen und informierte das Meeresbiologische Institut. Dort wurde anfangs bestätigt, daß es sich um eine Würfelqualle handele, später aber dementiert.

Würfelqualle an der Westküste

Aber es war nur eine Frage der Zeit: Am 30. Dezember wurde vor der Westküste Phukets eine Würfelqualle gesichtet. Gefunden wurde die Qualle am Nordende der Bang Tao Bay von einem Pärchen, das auf seiner Jacht etwa 50 bis 60 Meter vor dem Strand ankerte.

Sie holten die Qualle an Bord und machten Fotos. Unglücklicherweise wurde die Qualle durch einen Bekannten wieder ins Meer geworfen. Die Fotos liegen aber dem Meeresbiologischen Institut vor, das bestätigte, es handele sich definitiv um eine Würfelqualle. Damit sind die letzten Hoffnungen begraben, daß diese Quallenart nur an der Ostküste der Insel vorkommt.

Begegnung mit einer Würfelqualle

Am 21. Dezember absolvierte der Rettungstaucher Graham MacMillan einen Kurs in Racha Yai, Bungalow Bay. Er berichtete Phuketwan, was dann geschah:

„Wir kamen zu unserem Tauchstopp etwa sechs Meter unter der Wasseroberfläche, als ich eine Würfelqualle sah, die gut 15 Zentimeter von meinem Gesicht entfernt war. Sie war mit Tentakeln etwa 30 Zentimeter lang. Ich versuchte, wegzuschwimmen, muß dabei aber eine der Tentakeln berührt haben. Als ich wieder auf dem Boot war, hatte ich Schmerzen. Ich dachte, ich hätte mich am Finger geschnitten, konnte aber keine Wunde entdecken. Ich dachte mir nichts weiter und tauchte erneut. Die Schmerzen wurden schlimmer und dann ganz schlimm. Aber die Tentakeln hatten nur meinen kleinen Finger gestreift. Wenn mir die Qualle ins Gesicht geschwommen wäre, hätte ich sterben können.”

Der Taucher bat gleichzeitig darum, den Vorfall nicht an die große Glocke zu hängen, damit Touristen keine Angst vor Phuket bekommen.

Er schickte Bilder von seiner Verletzung nach Australien, von wo aus bestätigt wurde, daß es sich um eine Würfelqualle gehandelt hatte, die dem Taucher diese zugefügt hatte.

Der Taucher beschrieb die Qualle als bläulich, durchsichtig. Es sei schwer gewesen, sie im Meer zu sehen.

Bereits am 18. Dezember war in Bangkok ein Quallenseminar abgehalten worden, an dem Regierungsvertreter und Meeresbiologen aus den Andamanen-Provinzen teilnahmen.

Die Kampagne

Rettungsschwimmer, Angestellte von Resorts in Küstennähe und Mitarbeiter von Reiseveranstaltern sollen geschult werden, damit sie Touristen, die mit Würfelquallen in Berührung kamen, Erste Hilfe leisten können.

Ein weiteres Seminar ist geplant – diesmal im Februar in Phuket. Es ist durchaus möglich, daß die Zahl der Quallen in den Küstengewässern angestiegen ist – ein weltweiter Trend.

An alle Resorts soll Essig verteilt, das Personal entsprechend unterrichtet werden.

Zweifellos gab es in den Gewässern schon immer Würfelquallen, es stellt sich allerdings die Frage, weshalb sie in letzter Zeit vermehrt auftreten. Einer Theorie zufolge, wurden ihre natürlichen Feinde wie Fische und Schildkröten vom Menschen derartig stark dezimiert, daß die Quallen sich ungehindert vermehren können. pw