„In Pattaya muß aufgeräumt werden.”

Der aus Trang stammende Sutham gründete Tiffany’s vor rund 30 Jahren. Er kennt Pattaya noch als verschlafenes Fischerdorf, berühmt für die hübschen Sonnenuntergänge, das sich zu einer boomenden Stadt entwickelte, bekannt für ihr quirliges Nachtleben.

„Pattaya hat Potential. Aber das schnelle Wachstum brachte viele Nachteile mit sich. Pattaya bringt sich um, und das wäre ziemlich bedauerlich.”

Sutham, auch Besitzer des Fünf-Sterne-Hotels Woodlands, sagte: „Pattaya hat viele Krisen in der Vergangenheit überstanden. Da war zunächst der Golfkrieg 1991. Dann gab es SARS, dann kam die Vogelgrippe. Wenn wir das als Erkältung bezeichnen wollen, so hat Pattaya jetzt Krebs. Das könnte nach 40 Jahren das Ende für die Stadt bedeuten.”

Sutham bestätigte, worüber im TIP schon häufiger berichtet wurde: Die „Qualitätstouristen” bleiben weg, nur die sogenannten Sextouristen kommen in die Stadt. Die Fünf-Sterne-Hotels stöhnten im April über eine Auslastung von 10%, normalerweise liegt sie bei 70 bis 80%. Die weniger luxuriösen Hotels waren immerhin zwischen 30 und 40% belegt.

Sutham hofft, daß die politischen Auseinandersetzungen in Thailand bald überwunden sind, sonst sieht er in Kombination mit der Weltwirtschaftskrise schwarz für das Seebad.

„Selbst wenn die politische Situation heute wieder normal wird, dauert es wegen der Langzeitplanung ein Jahr, bis sich der Tourismus erholt. Ich mache mir Sorgen, daß es Hotels gibt, die nicht so lange durchhalten werden.”

Sutham sagte ferner, daß Pattaya nach wie vor das Image einer Mafiastadt habe, man würde das Seebad als Zentrale des Menschenhandels ansehen. Wenn sich das nicht ändere, würden kaum anspruchsvolle Touristen in die Stadt kommen.

„Pattaya kann keine Qualitätstouristen anziehen, so lange es keine speziellen Zonen für Bars und Pubs gibt, so lange erlaubt wird, daß GoGo-Tänzerinnen mitten auf der Straße tanzen.”

Suthams Meinung nach müßte nicht nur in der Stadt, sondern auch bei der Polizei aufgeräumt werden, weil diese für Ermittlungsarbeit einfach zu lange brauche. Der Sturm auf den ASEAN-Gipfel sei nur ein Beispiel für die Inkompetenz gewesen.

Wie so viele wundert auch er sich, wie es möglich war, daß rund 1600 Demonstranten ca. 2000 Sicherheitskräfte überwanden und den Gipfel stürmten. Man hätte das, so Sutham, verhindern können, zumal nur eine einzige Straße zum Hotel führt, die die Polizei bzw. das Militär bequem hätte absperren können. bp