Südkoreas LG Elektronikkonzern verschiebt seine TV-Produktion von Thailand nach Vietnam

pp Rayong. Der bekannte Südkoreanische Elektronikkonzern LG „Lucky Goldstar“ will im April 2015 in Thailand seine Produktion von TV-Geräten einstellen und nach Vietnam verlagern.

Das Werk befindet sich in Rayong und produziert etwa 600.000 Fernsehgeräte pro Jahr. Im April soll dann das letzte TV-Gerät vom Band laufen.

Wie LG Electronics am vergangenen Dienstag bekannt gab, soll die Produktion dann nach der rund 1.500 Kilometer nordöstlich der vietnamesischen Küstenstadt Hai Phong verlagert werden.

Hier sind nicht nur die Arbeitslöhne entsprechend geringer sondern auch die Transportwege der chinesischen Lieferanten wesentlich näher und kostengünstiger.

Der Weggang von LG ist ein weiterer Schritt im Abwärtstrend der angeschlagenen Elektronikindustrie in Thailand. Im Januar 2015 fiel der Herstellungsindex des Landes für den 22. Monat in Folge. Die Gesamtproduktion von elektronischen Gütern wie Radios und Fernseher fiel gegenüber dem Vorjahr um satte 38 Prozent.

Der Rückgang und die konjunkturelle Abschwächung in Thailand ist kein vorübergehendes Problem, befürchten Experten. Es hängt auch mit den politischen Unruhen und mit einem strukturellen Versagen der verarbeitenden Industrie zusammen. Die Industrie ist nicht schnell genug in der Lage, sich den niedrigeren Produktionskosten der Nachbarn anzupassen.

„Es ist Zeit für neue Produkte mit einer hohen Technologie“, sagte der Vorsitzende der Thai Elektrotechnik, Elektronik, Telekommunikation und Allied Industries Clubs, Herr Vishnu Limwibul. „Allerdings hat hier niemand in die Zukunft investiert“, betonte er.

Elektronik ist Thailands größte Exportsektor und beschäftigt etwa 15 Prozent der Gesamtbevölkerung. Es ist von entscheidender Bedeutung für ein Land, in dem die nach Übersee verkaufte Ware gleich mehr als 60 Prozent seiner Wirtschaftsleistung ausmacht.

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