Facebook-Seite des Fotoreporters Nick Nostitz ist jetzt wieder online!

Hinweis: Wir fassen hier mit freundlicher Genehmigung einen englischsprachigen Artikel zusammen, der zuerst hier erschienen ist: http://www.phakinee.com/?p=1660

steer Bangkok. Vom "Großen Bruder" Facebook liegt immer noch keine Stellungnahme vor. Immerhin konnte sein Social-Media-Freund David Streckfuss vor kurzem mitteilen: "Der Facebook-Gott hat unsere Bitten erhört! Ohne Erklärung oder Mitteilung ist Nick Nostitz’ Seite auf magische Weise zurück. Dank an alle, die dazu beigetragen haben!"

Dennoch ist Facebook offenbar ein Teil des Problems, das Thailand heimsucht.  Das fragen sich manche Beobachter nun jedenfalls erst recht, nachdem das ohne Begründung erfolgte Verschwinden der Facebook-Seite des in Bangkok lebenden deutschen Journalisten und Pressefotografen Nick Nostitz auf genau dieselbe nicht nachvollziehbare Art wieder online gestellt wurde.

Es ist bekanntlich nichts Neues, daß die Gelddruckmaschinen der sozialen Medien wie eben Facebook "freiwillig" mit Diktaturen zusammenarbeiten. Sie sind, direkt oder indirekt, oft schnell und oft eigentlich auch ohne wirklichen Zwang, als nützliche Helfer autoritäter Regime bei der Hand, wenn es darum geht, unangeheme und deshalb willkürlich als "gesetzeswidrig" definierte Meinungen und Sachverhalte den Behörden zu offenbaren und auf Anweisung zu unterdrücken.

Daß aber jetzt sogar die Facebook-Seite eines Pressefotografen, der selbst nur wenig auf seiner Seite schrieb, spurlos verschwand, gibt manchen Nutzern Anlaß, darüber nachzudenken, wie sinnvoll es ist, die Angebote dieser super-reich gewordenen, reklameschleudernden Firmen zur Verbreitung eigener Texte und Bilder zu nutzen.

David Streckfuss, ein Freund des Photographen, hatte die Sache zuerst veröffentlicht: "Nick hat, wie alle seine Freunde wissen, Facebook nie als Vehikel für Hassreden oder dergleichen verwendet", schrieb er auf seiner Facebook Seite und rief dazu auf, gegen die Abschaltung zu protestieren.

Die weitere Tatsache, daß erst vor einigen Tagen ein gewisser T.S., ein 58 Jahre alter Mann mit dem Facebook-Nutzernamen ใหญ่ แดง เดือด Yai Daengdueat ("Großes Wütendes Rot") wegen fünf Beiträgen auf Facebook nach geltendem Kriegsrecht in einem Geheimverfahren ohne Beobachter und ohne Presse zu 50 (fünfzig!) Jahren Gefängnis verurteilt wurde (die das Gericht "gnädig" auf 25 Jahre reduzierte) führte zu dem folgendem Kommentar eines Beobachters:

"Facebook … ist Teil der Menschenrechtsprobleme in Thailand und in anderen asiatischen Ländern geworden."

Aber auch in Europa, so der Kommentar weiter, würde "die freie Meinungsäußerung bereits in einem System bedroht, das wir in fast jedem Bereich der Medien und der sozialen Medien beobachten". Eine Seite kann schon dann kommentarlos und ohne nähere Begründung verschwinden, wenn Sie Churchill, Voltaire, Mark Twain oder Kemal Atatürk zitieren. Denn was diese Menschen gedacht und geschrieben haben, ist heute nicht mehr politisch korrekt. Oder, was Thailand betrifft, versuchen Sie einmal, etwas substanzielles über die Geschichte zu schreiben … Sofort werden sich freiwillige Blockwarte und Denunzianten einstellen (sogar Farang Blockwarte!), die von dem eigentlich lächerlichen automatisierten Beschwerdesystem profitieren, bei dem im Grunde nur die Anzahl der Beschwerden von verschiedenen Personen gezählt werden und bestimmte Schlüsselwörter gesucht werden."

Der Kommentator abschließend:

"Nur sehr wenig menschliches Hirn ist dabei beteiligt. … Kein Mensch hat je über andere Erfahrungen berichtet als über automatisierte Antworten. …" 

Den vollständigen Artikel (auf Englisch) finden Sie hier: www.phakinee.com/facebook-is-a-human-rights-disaster/