Thailand plant mögliche rechtliche Schritte wegen der gefälschten Bombendetektoren

Thailand plant mögliche rechtliche Schritte wegen der gefälschten Bombendetektoren

Bangkok/London. Nachdem ein britisches Gericht in der letzten Woche von dem „Erfinder“ des gefälschten Bombendetektors „GT200“ Bargeld und Vermögenswerte für rund 7,9 Millionen Pfund beschlagnahmt hat, plant die thailändische Regierung, rechtliche Schritte gegen den Unternehmer James McCormick einzuleiten. Der Geschäftsmann und Verkäufer der gefälschten Bombendetektoren verbüßt mittlerweile eine 10-jährige Haftstrafe.

Bereits im Jahr 2013 wurde der Geschäftsmann McCormick für den Verkauf der gefälschten Bombendetektoren „GT200“ und des „Alpha 6“ Betäubungsmittel an Regierungen auf der ganzen Welt von einem Gericht verurteilt und ins Gefängnis gesteckt.

Mehr als 13 staatliche thailändische Behörden hatten sich damals für den Kauf der „GT200“ Bombendetektoren entschieden und insgesamt 1.358 dieser wertlosen Geräte für 1,13 Milliarden Baht bestellt.

Das Gericht ging davon aus, dass McCormick rund 50 Millionen Pfund aus dem Verkauf der gefälschten Geräte erzielt hat. Am vergangenen Mittwoch ordnete das britische Gericht die Beschlagnahme von McCormicks Bargeld, seiner Immobilien und anderer Vermögenswerte an.

Weiterhin wurde von den Richtern angeordnet, dass etwas von dem beschlagnahmten Geld als Entschädigung an die Nationen verteilt wird, die damals die gefälschten Geräte eingekauft hatten.

GT200 Bombendetektor

GT200 Bombendetektor

Den Berichten zufolge handelte es sich bei den Geräten um einen Detektor für Golfbälle, der in der Produktion etwa 700 Baht gekostet haben soll. Die Geräte wurden dann von dem Geschäftsmann mit wenig Aufwand modifiziert und schließlich als Bombendetektor „GT200“ für rund 3.500 britische Pfund (175.000 Baht) an die verschiedenen Nationen auf der ganzen Welt und an die Sicherheitsbehörden verkauft.

Vize-Premier- und Verteidigungsminister Prawit Wongsuwan kommentierte gestern, dass das Urteil des britischen Gericht gerade erst verkündet wurde. Er sagte weiter, dass die damit verbundenen Agenturen Zeit zum Überlegen brauchen und klären müssen was sie nun tun können, um die Interessen des Landes zu schützen.

Prawit sagte weiter, dass die GT200-Geräte von einer früheren Regierung gekauft worden waren, aber letzten Endes nicht überall zum Einsatz gekommen seien.

Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Generalmajor Kongcheep Tantrawanich sagte, dass die zuständigen Stellen zunächst über das Problem diskutieren müssen und dann zusammen mit dem stellvertretenden Premierminister Wissanu Krea-ngam die Rechtslage abklären sollten.

Regierungssprecher Generalmajor Sansern Kaewkamnerd sagte ebenfalls, dass die Regierung zuerst die Rechtslage überprüfen muss, bevor sie etwas Gezieltes unternehmen könne.

Dabei bestätigten weder Sansern noch Kongcheep, dass die Regierungsbehörden jemals solche gefälschten Detektoren besessen haben. Sie sagten aber, dass diese Geräte nicht mehr verwendet wurden nachdem feststand, dass sie vollkommen nutzlos sind.

In der Vergangenheit hatte aber gerade Generalmajor Sansern die GT200-Bombendetektoren stark verteidigt. Als er im Jahr 2010 noch der Sprecher der Armee war hatte er für die wertlosen Detektoren gestimmt und erklärt, dass diese Detektoren besonders praktisch seien.

Man muss nur eine entsprechende Karte in den Schlitz des Gerätes einführen, hatte er damals geschwärmt, und dann kann die Maschine anhand eines Magnetfeldes genau erkennen, um welchen Stoff es sich handelt.