Dhammakaya Mönche widersetzen sich den Anordnungen der Behörden

Dhammakaya Mönche widersetzen sich den Anordnungen der Behörden

Pathum Thani. Am Sonntagnachmittag kam es zu weiteren Auseinandersetzungen mit den Mönchen und Anhängern der Polizei, nachdem das Department of Special Investigation (DSI) angekündigt hatte, dass alle nicht ansässigen Mönche und Anhänger des Dhammakaya Tempel bis 15 Uhr das Tempelgelände zu verlassen haben.

Noch bevor die bis 15 Uhr gesetzte Frist für das Verlassen des Tempels abgelaufen war, hatten die Anhänger des Tempels Dhammakaya eine Kampagne in den sozialen Netzwerken gestartet und landesweit alle ihre Anhänger aufgefordert, den Tempel in seinen Bemühungen gegen die Behörden und gegen den Räumungsbefehl zu unterstützen.

Das Department of Special Investigation (DSI) hat alle Mönche und Menschen, die nicht Einwohner von Wat Phra Dhammakaya sind aufgefordert, den Tempel bzw. das Tempelgelände bis Sonntagnachmittag um 15 Uhr zu verlassen. Sollten sich die betreffenden Personen nicht an diese Anordnung des DSI halten, müssen sie mit einer Haftstrafe von bis zu einem Jahr Gefängnis und / oder mit einer Geldstrafe von bis zu 20.000 Baht rechnen, erklärte der Generaldirektor des DSI, Oberst Paisit Wongmuang.

Bereits am Sonntagvormittag hatten sich tausenden von Anhängern des Tempels auf den Weg zum Wat Phra Dhammakaya gemacht und sorgten auf der Baang Khan-Nong Sua Zufahrtsstraße zu dem Tempel für Kilometerlange Staus und Behinderungen.

Gleichzeitig waren allerdings auch zahlreiche Gegner des Tempels vor Ort, und gaben den Beamten moralische Unterstützung und versorgen sie zusätzlich mit Essen und Trinken. Dabei verfluchten sie die Anhänger des Tempels, die mit ihren Fahrzeugen die Zufahrtsstraße zu dem Tempel blockieren und für Kilometerlange Staus sorgten.

Während der Belagerung des Tempels hatten die Beamten des DSI einen Hinweis erhalten, dass sich der gesuchte Ex-Abt Phra Dhammachayo in einer Wohnsiedlung in der Nähe des Tempels aufhalten soll. Die Beamten machten sich auf den Weg zu der angegebenen Adresse und fanden anstatt des gesuchten Mönch drei andere buddhistische Mönche mit einer ausländischen Nationalität. Die drei Mönche gaben an, dass sie an einer religiösen Ausbildung in dem Tempel teilnehmen würden. Die drei ausländischen Mönche wurden später für weitere Überprüfungen an die Einwanderungspolizei übergeben.

Während ihrer weiteren Durchsuchungen stießen die Beamten auf ein gut und modern eingerichtetes Krankenzimmer, in dem sich der gesuchte Mönch aufgehalten haben soll. Neben zahlreichen medizinischen Geräten fanden die Ermittler dabei auch eine Unterdruck Kammer, in der der gesuchte Ex-Abt angeblich behandelt worden sein soll.

Druckkammer-im-Dhammakaya-Tempel

 

Die Behörden fanden ein Bestelldokument und eine Gebrauchsanweisung für die Unterdruck Kammer, die von einem Anhänger des Mönchs aus dem Yanhee-Krankenhaus gekauft wurde. Der namentlich nicht genannte Käufer soll die Unterdruck Kammer dann später dem Tempel gespendet haben.

Das Yanhee Krankenhaus ist für die Durchführung von kosmetischer Chirurgie bekannt. Allerdings erklärten die Tempel Mitarbeiter den Beamten des DSI, dass die gespendete Maschine dazu verwendet wurde, um die angeblichen Hautprobleme des flüchtigen Mönch zu behandeln. Sie betonten dabei, dass die teure medizinische Einrichtung nicht, wie in den sozialen Medien spekuliert wurde, für kosmetische Zwecke eingesetzt wurde.

Bei ihren weiteren Durchsuchungen des Tempelgeländes fanden die Ermittler laut den Angaben der thailändischen Medien auch mehrere große Tanks, die schätzungsweise mehr als 100.00 Liter Benzin enthalten sollte. Beamte des Energieministeriums erklärten, dass die Lagerung von großen Mengen Treibstoff aus verschiedenen Gründen verboten ist und der Tempel ebenfalls dafür keine Genehmigung besitzt.

Unterdessen wurden auf der Facebook Seite „Thailändische Mönche“ eine Botschaft veröffentlicht und alle Dhammakaya Anhänger landesweit aufgefordert, sich innerhalb der nächsten 48 Stunden im Tempel zu versammeln. Die Anhänger sollten damit gegen den von Ministerpräsidenten ausgestellten Befehl nach Artikel 44 der Übergangsverfassung zur Räumung des Tempels widersprechen und ein weiteres Durchsuchen des Tempels durch die Polizeibeamten verhindern.

Laut den Angaben auf der Facebook Seite „Thailändische Mönche“ soll der Aufruf zeigen, dass die Mönche aus allen Regionen Thailands bereit sind, die Forderungen des Tempels zu unterstützen, falls die Behörden Gewalt gegen den Tempel anwenden. Laut den weiteren Angaben werden etwa rund 500.000 Anhänger aus der Zentral Region in Thailand erwartet.

Weiterhin wurde auf der Facebook Seite eine Nachricht mit dem folgenden Inhalt verbreitet.

„Die Regierung ist pleite! Sie will jetzt alle Dhammakaya Mönche enttäuschen und sich die etwa acht Tonnen schweren goldenen Buddha Statuen aneignen“.

Später am Sonntagnachmittag, als zahlreiche Mönche und Tempelanhänger ebenfalls ihre Kommentare auf der Facebook Seite „Thailändische Mönche“ veröffentlicht hatten, schrieb auch das DSI auf seiner Facebook Seite einen Kommentar zu der aktuellen Situation und veröffentlichte dazu die folgende Info-Grafik.

DSI Info Grafik

DSI Info Grafik

In der Zwischenzeit stellte sich für die Ermittler heraus, dass offenbar weder die Mönche, noch die Anhänger des Tempels den Aufforderungen des DSI, den Tempel zu verlassen, folgte. Stattdessen hatten Tempelanhänger und Mönche gegen 15.30 Uhr in der Nähe des Khlong L 2 Kanals, außerhalb des Tor 5 und Tor 6 ein großes Zelt errichtet, um weitere Anhänger des Tempels zu begrüßen, die extra zur Unterstützung des Tempels angereist waren.

Der stellvertretender Sprecher des DSI, Herr Woranan Srilam meldete sich ebenfalls wegen der Vorwürfe auf den sozialen Medien, dass es die Beamten nur auf die Vermögenswerte des Tempels und die goldenen tonnenschweren Buddha Statuen abgesehen hätten, zu Wort. Er verweigerte jegliche gegen die Behörden erhobenen Ansprüche und erklärte, dass die Beamten nach wie vor auf der Suche nach dem Ex-Abt seien.

Unterdessen hielt Phra Ajarn Thammasak, der behauptete, seit 30 Jahren ein Mönch am Wat Phra Dhammakaya zu sein, eine Pressekonferenz außerhalb von Tor 5 ab. Dabei enthüllte er Informationen, wonach der gesuchte Ex-Abt Phra Dhammachayo bereits am ersten Tag, an dem die Razzia gegen den Tempel begann, das Gelände in einem PKW verlassen haben soll.

Phra Thammasak sagte weiter, dass der ehemalige Abt zwar geflohen, aber nicht weit gegangen sei, weil er sehr krank ist. Er sagte weiter, er sei bereit die Reporter zu führen um ihnen den Fluchtweg des ehemaligen Abtes zu zeigen. Allerdings sagte er nicht, wo sich der Abt im Moment aufhalten soll.

Phra Thammasak sagte gegenüber den Medien, dass er beschlossen habe nach vorne zu kommen, weil er nicht mit der Verwaltung des Tempels zufrieden war. Das Management habe gewusst, dass sich der gesuchte Mönch nicht mehr in dem Tempel aufhält und trotzdem zugelassen, dass die DSI Beamten ihre Suche fortsetzen.

Dies könnte zu Zusammenstößen zwischen Anhängern und Beamten führen und die DSI würde für alle Verluste verantwortlich gemacht werden, fügte der Mönch hinzu.

 

  • Quelle: The Nation, Bangkok Post