Zweite Variante des Vorfalls bei den Hells Angels in Pattaya

Zweite Variante des Vorfalls bei den Hells Angels in Pattaya

Pattaya. Anfang der Woche hatte sich der 39 Jahre alte Thaksin Monthontjaksin, ein Mitglied der Hells Angels in Pattaya in den Medien darüber beschwert, dass er von anderen Australischen Bikern angegriffen wurde, die seinen Verein infiltriert hatten. Jetzt wurde über eine ganz andere Variante des Vorfalls in den thailändischen Medien berichtet.

Thaksin Monthontjaksin, der innerhalb des Vereins die Position „Sergeant at Arms“ hält („Sergeant at Arms“ ist im jeweiligen Club für die Sicherheit und die „Bewaffnung“ zuständig. Zusätzlich ist er auch für die Einhaltung der Clubdisziplin und den reibungslosen Ablauf verantwortlich), wurde laut seinen eigenen Angaben am 7. März in der Bun Samphan Straße von australischen Mitgliedern des Clubs  angegriffen und verletzt.

Um seine Behauptungen zu unterstreichen, hatte Thaksin ein Bild seines stark angeschwollenen Gesicht veröffentlicht und erklärt, dass er nach der Schlägerei im Krankenhaus mit sieben Stichen im Gesicht genäht werden musste. Thaksin Monthontjaksin hat gegenüber der Presse weiter erklärt, dass seit dem letzten Jahr, nachdem eine Gruppe von australischen Bikern in Pattaya ankam, es nur noch Schwierigkeiten gab, die vor allem auf die thailändischen Mitglieder der Gruppe ausgerichtet waren.

Jetzt haben sich weitere thailändische Mitglieder der Hells Angels Pattaya bei den Medien gemeldet und erklärt, dass sich die Geschichte völlig anders abgespielt habe und der ehemalige „Sergeant at Arms“ aus dem Club gefeuert wurde.

Wie die Mitglieder gegenüber der Presse berichten, war Thaksin Monthontjaksin, nach einer einstimmigen Entscheidung der thailändischen und ausländischen Mitglieder des Clubs von seinem Amt entlassen und aus dem Club gefeuert worden. Thaksin soll mehrfach zahlreiche Regeln des Clubs gebrochen haben, eine Entscheidung, die die Biker nicht akzeptieren wollten.

Durch mehrere Kommentare in den sozialen Netzwerken soll der Ex-Sergeant-at-arms zahlreiche Bedrohungen gegen Mitglieder und Interessenten ausgesprochen haben. Bei einem dieser Kommentare hatte er auch ein Bild seines Fußes veröffentlicht, hinter dem ein brennendes Haus zu sehen ist.

Fußtritt ein absolutes No-Go in der thailändischen Kultur

Fußtritt ein absolutes No-Go in der thailändischen Kultur

Allerdings ist ein Fuß bzw. ein Fußtritt ein absolutes No-Go in der thailändischen Kultur und wird als ernsthafte Beleidigung angesehen. Zusätzlich zu seinen Prahlereien gegenüber den anderen thailändischen Mitgliedern und Menschen gab er an, dass er zur Polizei gehen und die australischen Mitglieder aus dem Land schmeißen lassen würde. All diese Kommentare postete er, noch bevor er von den Mitgliedern angegriffen und verletzt wurde.

Nachdem der Ex-Sergeant von den Mitgliedern einstimmig abgewählt wurde, kam er mit einem Baseballschläger zu einer Mitgliederversammlung. Dort bedrohte er die Teilnehmer und wandte sich vor allem gegen die australischen Mitglieder des Clubs.

Dies führte dann am 7. März zu dem Kampf, über den sich Thaksin in den Medien beschwert hatte, berichten die Mitglieder der Hells Angels. Dabei soll der Kampf tatsächlich nur zwischen Thaksin und einem australischen Mitglied des Clubs aus Bangkok stattgefunden haben.

Laut den Aussagen von mehr als 20 thailändischen und ausländischen Mitgliedern des Clubs, die alle Zeugen des Kampfes waren, soll es sich um eine faire eins zu eins Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern gehandelt haben, die ausschließlich mit den Fäusten ausgetragen wurde.

Die Mitglieder betonten, dass es wirklich ein fairer Kampf zwischen zwei Männern war und nach der Niederlage von Thaksin der Fall für sie eigentlich erledigt war. Umso erstaunter waren sie, als sie plötzlich in den Medien die vollkommen falsche Darstellung ihres ehemaligen Mitglieds lesen mussten.

Der Ex-Sergeant-at-arms hatte offensichtlich andere Ideen und reichte bei der Polizei eine Anklage gegen seine ehemaligen Clubmitglieder und Landsleute ein. Er behauptete dabei gegenüber den Beamten, dass er insgesamt viermal geschlagen wurde.

Nachdem die Polizei offenbar nichts in diesem Fall unternahm, wandte er sich mit seiner angeblichen Lügengeschichte an die lokale Presse und behauptete dort, dass die Hells Angels Pattaya von australischen Mitgliedern der Hells Angels unterwandert wurden. Er bezeichnete die australischen Mitglieder dabei als Infiltrationen, die dem Club seit ihrem Erscheinen im letzten Jahr nichts als Ärger eingebracht hätten.

Weitere thailändische Mitglieder der Hells Angels Pattaya, die anonym bleiben wollten erzählten ebenfalls gegenüber der lokalen Presse, dass Thaksin durch eine nationale Abstimmung aus dem Verein ausgeschlossen wurde. Offensichtlich war Thaksin mit dieser Demütigung nicht einverstanden und wollte die Entscheidung der Mitglieder nicht akzeptieren.

Außerdem betonten die Mitglieder, dass der Kampf, bei dem Thaksin im Gesicht verletzt wurde, erst nach der Abstimmung stattgefunden habe. Sie erklärten ebenfalls, dass Thaksin den Kampf selber angezettelt habe und alleine dafür verantwortlich sein soll.

Die Mitglieder erklärten zum Schluss, dass der Fall für sie eigentlich erledigt sei, und Thaksin niemals mehr ein Mitglied der Hells Angels werden könne.

 

  • Quelle: Thai Visa