Korruption bleibt weiterhin ein ernstes Thema für Thailand

Korruption bleibt weiterhin ein ernstes Thema für Thailand

Bangkok. Der Generalsekretär der thailändischen Anti-Korruption Organisation, Herr Mana Nimitmongkol erklärte am Samstag nach dem Erscheinen des neuesten Bericht von Transparency International über die internationale Korruption, dass die Korruption trotz aller Bemühungen der Militärregierung in Thailand immer noch weit verbreitet ist.

Herr Mana bezog sich dabei auf eine aktuelle internationale Umfrage zur Korruption, die von Transparency International in einem Bericht veröffentlicht wurde. Allerdings, so fügte er hinzu, sei das Bewusstsein der Menschen in Thailand zu diesem Thema stark erhöht und die Bürger seien bereit, gegen die Korruption zu kämpfen. Das sei zumindest schon mal ein gutes Zeichen für die Zukunft, betonte er dabei.

Korruption bleibt weiterhin ein ernstes Thema für Thailand

Korruption bleibt weiterhin ein ernstes Thema für Thailand

In der internationalen Gemeinschaft gilt Thailand nach wie vor als ein stark korruptes Land und die Korruption ist immer noch ein Thema dass die Bürger sehr beunruhigt, sagte Herr Mana und verwies dabei auf die jüngste Umfrage, die von der Transparency International durchgeführt wurde, die die Korruption auf der ganzen Welt überwacht.

Transparency International hat seinen Bericht über das globale Korruptionsbarometer 2017 mit dem Titel “Menschen und Korruption: Asien-Pazifik” veröffentlicht. Die Organisation schätzt, dass mehr als 900 Millionen Menschen im vergangenen Jahr eine Bestechung bezahlt hatten, als sie versuchten, auf grundlegende Dienstleistungen wie Bildung oder Gesundheitswesen zuzugreifen. Die Bestechungsraten für die verschiedenen Länder variieren laut dem Bericht in der gesamten Asien – Pazifik Region erheblich, – von 0,2 Prozent in Japan auf bis zu 69 Prozent in Indien.

Laut dem Bericht von Transparency International liegt die Bestechungsrate für Thailand bei 41 Prozent. Zum Vergleich: Kambodscha und Myanmar kommen auf rund 40 Prozent.

Dagegen liegt die Bestechungsrate für Vietnam bei stolzen 65 Prozent. Indonesien wird in dem Bericht mit einer Bestechungsrate von 32 Prozent gelistet, in Malaysia sollen es dagegen „nur“ 23 Prozent sein.

Die Bestechungsrate für China beträgt laut dem Bericht von Transparency International 26 Prozent.

Allerdings gibt es für Thailand einen kleinen Lichtblick, im Vergleich mit der Korruption im vergangenen Jahr. Laut der Umfrage haben nur 14 Prozent der befragten Bürger erklärt, dass das Niveau der Korruption in Thailand im vergangenen Jahr gestiegen sei.

In Kambodscha waren bereits 35 Prozent der befragten Bürger der Meinung, dass die Korruption im Vergleich zum Vorjahr weiter angestiegen sei. In Myanmar waren noch 22 Prozent der Meinung, dass die Korruption im Vergleich zum Vorjahr weiter zugenommen hat.

In Indonesien waren dagegen rund 65 Prozent der befragten Menschen der Meinung, dass die Korruption weiter zugenommen hat. Auch in Malaysia erklärten 59 Prozent der Menschen, dass die Korruption im Vergleich zum vergangenen Jahr gestiegen ist und weiter zugenommen hat.

Der Generalsekretär der thailändischen Anti-Korruption Organisation, Herr Mana fügte hinzu, dass es in Thailand einige positive Zeichen gegeben habe, da sich immer mehr Menschen, Unternehmen und Organisationen an den öffentlichen Kampagnen gegen die Korruption beteiligen.

Korruption bleibt weiterhin ein ernstes Thema für Thailand

Korruption bleibt weiterhin ein ernstes Thema für Thailand

Erst vor kurzem kamen lokale institutionelle Investoren zusammen, um eine gute Regierungsführung unter den börsennotierten Unternehmen zu fördern. Dazu erklärten sie gemeinsam, dass sie nicht mehr in die an der Börse notierte Unternehmen investieren, die von einem weniger transparenten Management geführt werden.

Während die Regierung weiter versucht, die korrupten Politiker zur Stecke zu bringen, wird sie allerdings gleichzeitig auch kritisiert, dass sie dabei nicht vergessen soll, auch ein Auge auf die aktuellen Minister und deren Mitarbeiter zu werfen.

“Die Rolle der gegenwärtigen Regierung ist ebenfalls ein brisantes Thema für die immer lauter werdende Kritik in der Öffentlichkeit”, sagte Herr Mana weiter.

Für den aktuellen Bericht von Transparency International wurden fast 22.000 Menschen über ihre jüngsten Korruptionserfahrungen in 16 Ländern und Territorien im asiatisch-pazifischen Raum befragt.

Dabei steht die Polizei ganz oben auf der Liste der öffentlichen Dienstleistungen, die am häufigsten eine Bestechung fordert. Gut ein Drittel der Leute, die in den letzten 12 Monaten mit einem Polizeibeamten in Kontakt gekommen waren sagten, dass sie beim Gespräch mit den Beamten eine Bestechung bezahlen mussten.

Insgesamt sagten 38 Prozent der ärmsten Leute, dass sie eine Bestechung bezahlt haben. Damit bilden sie den höchsten Anteil einer Einkommensgruppe, die von den Beamten offenbar “bevorzugt“ werden.

In dem aktuellen Bericht von Transparency International wurde Interessanterweise ebenfalls deutlich, dass die jüngeren Menschen häufiger erpresst und höhere Bestechungen zahlen müssen.

Laut dem Bericht sind Menschen im Alter unter 35 Jahren eher dazu bereit, Bestechungsgelder an einen Beamten des öffentlichen Dienstes zu zahlen.

Weitere Befragungen haben ergeben, dass Männer und Frauen in den letzten 12 Monaten im gleichen Ausmaß von der Korruption betroffen sind. Laut dem Bericht wurden in diesem Zeitraum rund 30 Prozent der Männer und 27 Prozent der Frauen mit einem Bestechungsgeld konfrontiert.

Ähnliche Ausmaße von Männern und Frauen haben in den letzten 12 Monaten eine Bestechung oder 30 Prozent der Männer und 27 Prozent der Frauen bezahlt.

In seinem Bericht schlägt Transparency International vor, dass die Gesetzgeber in den betroffenen Regionen viel mehr tun müssen, um die Korruption wirklich wirkungsvoll zu bekämpfen.

 

  • Quelle: The Nation