Will die Junta jetzt die Stimmen der Bauern gewinnen?

Will die Junta jetzt die Stimmen der Bauern gewinnen?

Bangkok. Obwohl die Junta bisher noch keine Wahlen bestätigt hat, hat die letzte Reihe von Fragen, die von Premierminister Prayuth Chan o-cha an die Öffentlichkeit gestellt wurden gezeigt, dass die Menschen und die Politiker nun langsam beginnen, darüber nachzudenken.

Eine der Fragen, die Premier Prayuth den Leuten stellte, war, ob es das Recht der Junta ist, eine politische Partei zu unterstützen. Damit löste er gleichzeitig auch Spekulationen darüber aus, dass die Junta vielleicht sogar eine eigene Partei gründen und an den nächsten Wahlen teilnehmen könnte.

Wie bereits wir bereits berichtet haben, hat Premierminister Prayuth Chan o-cha Prayut gerade sein Kabinett zum vierten Mal neu gemischt und dazu bereits die Bestätigung von Seiner Majestät König Maha Vajiralongkorn (Rama X) erhalten. Sie wurde am Freitag offiziell in der Königlichen Gazette bekannt gegeben. Demnach wird es zehn neue Minister im Kabinett geben. Neun der bisherigen Minister wurden von ihrem Amt entfernt und acht Minister werden sich nun mit neuen Ämtern und Aufgaben befassen.

 

Zehn neue Gesichter im neuen Kabinett

Zehn neue Gesichter im neuen Kabinett

 

Wenn die Wahl nun tatsächlich näher rücken sollte, kann es natürlich nicht verhindert werden, dass die Leute denken, dass diese Veränderungen, besonders im Landwirtschaftsministerium, wirklich etwas mit der Wahl zu tun haben.

Gerade das Ministerium für Landwirtschaft und Genossenschaften ist seit langem unter den Führungskräften der Regierung als das “A-Grad” -Ministerium bekannt. Das liegt nicht nur an seinem riesigen Budgets, sondern auch daran, weil es sich um rund 23 Millionen potenzielle Stimmen handelt, die eine gute politische Grundbasis werden könnten.

Infolgedessen haben die großen Parteien schon deswegen seit langem versucht, im Ministerium große Macht auszuüben. In den letzten Koalitionsregierungen wurde es von großen Parteien dominiert.

Als Thaksin Shinawatra vor mehr als elf Jahren die Macht ausübte, wurde das Landwirtschaftsministerium von den Ministern seiner Partei beaufsichtigt: Dazu gehörten wichtige Leute und Politiker wie:

  • Somsak Thepsuthin,
  • sein Vizeminister Newin Chidchob,
  • gefolgt von Sudarat Keyurapan und anderen.

Gerade zu dieser Zeit wurde das Landwirtschafts Ministerium politisch und führte eine Reihe von populistischen Projekten ein. Dazu gehörten unter anderem das “Million Kuh” -Projekt bis hin zum “Million Rubber Tree” –Projekt. Mit diesen vielversprechenden Projekten wollten die Politiker die Popularität unter den vielen Bauern gewinnen.

Als Ergebnis dieser Politik über viele Jahre konnten die Thai Rak Thai (Thais lieben Thais) Partei und sein Nachfolger die Pheu Thai Partei eine große Popularität unter den ländlichen Massen erhalten. Dies zeigt mehr als deutlich, wie wichtig gerade das Landwirtschafts Ministerium für die Schaffung einer starken politischen Basis ist.

Die jüngste Kabinettsumbildung zeigt erneut, dass die Junta weitere Anstrengungen unternimmt, um diese Massen auch weiterhin zu erreichen und auf ihre Seite ziehen will. Die jetzt neuen zuständigen Minister und Vize-Minister,

  • Krisda Boonrat,
  • Luck Wajananawat
  • und Wiwat Salayakamthorn

sind allesamt hochkarätige Persönlichkeiten, die bei den Landwirten bekannt und bleibet sind und schon seit langem mit den Bauern zusammenarbeiten. Auch dieser Schahzug von Premierminister Prayuth zeigt, wie wichtig diese mächtige Gruppe der Bauern für die Politik, bzw. für die Parteien und ihre Stimmen im Volk sind.

  • Krisda Boonrat war ein ehemaliger ständiger Sekretär im Innenministerium, der direkt an der Verbesserung der Lebensbedingungen und der Sicherheit der Menschen an der Basis arbeitet.
  • In den letzten 30 Jahren arbeitete Luck Wajananawat als Banker für die Armen bei der Bank für Landwirtschaft und landwirtschaftliche Genossenschaften, dem größten Kreditgeber für thailändische Bauern.
  • Wiwat Salayakamthorn hingegen diente fast zeit seines Lebens dem beliebten und verstorbenen König Bhumibol Adulyadej und übernahm die Selbstversorgungsphilosophie Seiner Majestät, um landesweit autarke landwirtschaftliche Bildungszentren zu initiieren.

Obwohl die Junta bisher noch immer nicht bestätigt hat, dass sie in die Politik eintreten wird, obwohl sie bereits jetzt wichtige Leute ins Rennen schickt, die bisher schon eng mit den Massen zusammengearbeitet haben, schlägt sie stark vor, dass sie sich natürlich die Zustimmung der Bauern wünscht und darauf hofft.

Die einzige Frage, die jetzt noch offen bleibt ist die, ob die Junta den Farmen auch tatsächlich etwas mehr und nachhaltigeres als ihre bisherigen populistischen Projekte zurückgeben kann. Erst dann kann die Junta sicher sein, dass die Farmer ihre Stimmen abgeben und die Junta ihre Unterstützung für politische Zwecke nutzen kann, wie es auch schon die früheren Regierungen taten.

 

  • Quelle: Thai Visa, The Nation