Thailand entwickelt sich zu Südasiens führendem Entwickler von Strom durch Windkraft

Thailand entwickelt sich zu Südasiens führendem Entwickler von Strom durch Windkraft

Bangkok. Thailands größter Windkraft Lieferant, die Wind Energy Holdings (WEH) plant, in naher Zukunft auch in andere Energiequellen wie Solarenergie, Wasserkraft und Biomasse zu investieren. Das Unternehmen will damit auf lange Sicht auch für die Zukunft seine Kapazitäten sichern, sagte die Geschäftsführerin der WEH, Frau Emma Collins, bei einem Interview  gegenüber der Nachrichten Agentur Reuters.

Thailand hat sich langsam aber sicher zu einem führenden Entwickler Südasiens von Strom aus erneuerbaren Energiequellen entwickelt. Mittlerweile wird Thailand sogar als das der größte Entwickler von Strom in Südasien gesehen. In Thailand sind die Anbieter sogar verpflichtet, ein Mindestangebot zu garantieren.

Emma Collins, Wind Energy Holdings (WEH)

Emma Collins, Wind Energy Holdings (WEH)

“Das Problem mit der Energie Gewinnung aus der Windkraft in dieser Region ist der nächtliche Wind. Daher brauchen wir etwas, um diese unterschiedliche Mischung auszugleichen”, sagte Frau Emma Collins in dem Interview.

Sie fügte hinzu, dass in diesem Jahr noch fünf weitere Onshore-Windparks ( auf dem Land )mit einer Leistung von jeweils 90 Megawatt (MW) in Betrieb gehen würden. Dadurch würde die WEH die Gesamtkapazität ihrer Firma in Thailand auf 720 MW erhöht würde.

Die Firma hat im letzten Jahr ein Darlehen in Höhe von 1,14 Milliarden Dollar von der Siam Commercial Bank zur Finanzierung der weiteren Entwicklung erhalten.

Die Wind Energy Holdings (WEH) strebt bis zum Jahr 2025 eine Gesamtleistung von insgesamt 3.000 MW an, betonte Frau Collins weiter. Thailand habe einen “guten Wind und eine gute Infrastruktur”, sagte Frau Collins letzte Woche bei ihrem Interview mit Reuters.

Bis zum Jahr 2036 strebt die WEH an, in Thailand 3.000 MW alleine aus Windenergie zu erzeugen. Im Jahr 2017 wurden laut den Angaben von WEH rund 615 MW aus der Windenergie gewonnen.

Nach Angaben der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) ist sie bereits in Südostasien führend in der Nutzung von Solarenergie und hat im Jahr 2016 mit einer Kapazität von mehr als 3.000 MW weltweit die Top 15 erreicht.

Allerdings hatte letztes Jahr ein Gerichtsurteil die Energieentwicklung auf landwirtschaftlichen Flächen gestoppt. Davon waren auch einige wichtige Projekte der WEH betroffen, sagte Frau Collins weiter. Aus diesem Grund ist es gerade für die Energieunternehmen wichtig, dass eine größere Klarheit in Bezug auf die Landnutzung erforderlich sei, betonte sie weiter.

In der Zwischenzeit sagte sie, dass die WEH ihre Geschäfte weiter ausbaut und auch in Australien eine Kapazität von 1.000 MW anstrebt. Dazu sind allerdings weitere Investitionen in Höhe von etwa 1,5 Milliarden US-Dollar erforderlich, fügte sie hinzu.

Frau Collins berichtet weiter, dass sich die WEH auch in den frühen Phasen des Studiums für die Chancen einer Energie Gewinnung in Vietnam, Kambodscha, Laos, Myanmar und Bangladesch befindet.

“Wir haben einen massiven Wachstumsplan und müssen ihn finanzieren”, sagte der Chef Stratege von WEH, Herr Aman Lakhaney.

Eine der Möglichkeiten, um auf Anlagekapital zuzugreifen, wäre die Notierung an einer öffentlichen Börse bei einem Börsengang (IPO), sagte Herr Aman.

Unterdessen meldete die WEH, dass sie nach wie vor noch immer einen Börsengang plant. Allerdings könne man im Moment noch keinen Zeitplan für eine Börsennotierung vorlegen, da der Gründer und ehemalige Aktionär Nopporn Suppipat Thailand verlassen hat. Herrn Nopporn wurde vorgeworfen, das strikte Majestätsbeleidigungsgesetz des Landes verletzt zu haben. Daraufhin hatte er sich entschlossen, Thailand zu verlassen.

Herr Nopporn, der nicht sofort auf eine Anfrage der Medien reagierte, beteuert allerdings nach wie vor seine Unschuld und lebt in der Zwischenzeit in Paris, wo er politisches Asyl erhalten hat.

Im Jahr 2016 hatte der Windenergieanlagen Hersteller „ Gamesa „33 Windturbinen mit je 153 Meter Turmhöhe an die Gunkul Engineering PCL in Thailand geliefert. Mit 210 Meter Gesamthöhe sind das die höchsten Turbinen Asiens.

“Dadurch dass wir diese Türme in Thailand einsetzen, die fast 30 Meter höher sind als die sonst üblichen, und dazu noch zu einem wettbewerbsfähigen Preis, hat Gamesas Designteam einen großen Technologiesprung geschafft.

Einerseits reduzierten wir die Energiekosten durch den erhöhten Energie-Output und durch die höheren Nabenhöhen der Windturbinen. Andererseits demonstrieren wir wieder einmal unsere Fähigkeit zu zeigen, was der Markt braucht”, so Juan Diego Díaz, der Marketing Direktor von Gamesa.

 

  • Quelle: Nachrichten Agentur Reuters, Thai Via