Reichskanzler Bismarck und König Chulalongkon 1897

Die Außenpolitik von Siam und Deutschland in der Ara von Bismarck und Chulalongkon im Vergleich

Reichskanzler Bismarck und König Chulalongkon 1897

Reichskanzler Bismarck und König Chulalongkon 1897

hmh. Hamburg. In einem öffentlichen Vortrag der Hamburger Gesellschaft für Thaiistik (HGT), geht es am Samstag, 5. Juni, im Asien-Afrika Institut der Universität Hamburg, ab 15.15 Uhr um die Außenpolitik des Deutschen Reichs und Siam in der Ära von Reichskanzler Bismarck und König Chulalongkon. Die Referentin, ศศิวิมล อ่อนทอง, Sasiwimon Onthong („Sasivimol Ontong“) ist DAAD-Stipendiatin  im  Helmut-Schmidt-Programm an der Universität Passau und hält ihren Vortrag auf Deutsch.

Thailand und Deutschland blicken heute auf eine fast 160 Jahre alte Geschichte bilateraler Beziehungen zurück. Seit Oktober 1858 gab es offizielle Beziehungen zwischen Siam und den Hansestädten Hamburg, Bremen und Lübeck, wobei die Konsuln, die Hamburger Kaufleute und Diplomaten der ersten Stunde, Theodor Thies und Paul Pickenpack, auch für Schweden, Norwegen und die Niederlande tätig waren, während Preußen erst 1865 ein eigenes Konsulat in Bangkok eröffnet hat.

Im 19. Jahrhundert waren Siam und das deutsche Kaiserreich absolute Monarchien. Innenpolitisch ging es in beiden Ländern um den Erhalt der Macht der Eliten und zugleich um eine neue Realpolitik.

Bismarck entschied sich, die anderen europäischen Mächte über ein geheimes Bündnis und Abkommen zu binden, um den Status quo zu wahren. Zur gleichen Zeit bemühte sich Siam, den Kolonialmächten zu widerstehen. König Chulalongkon, der von 1868 bis 1910 an der Macht war, verstand, daß sein Land modernisiert werden müsse, um seine Unabhängigkeit, nicht zuletzt auch seine eigene, zu wahren.

Chulalongkon besuchte Europa zweimal, 1897 und 1907, wobei er jeweils seine angeschlagene Gesundheit behandeln ließ, aber auch Kontakte zu anderen absolutistischen europäischen Herrschern pflegte. Diese beiden Besuche waren wesentlich für das Überleben der siamesichen Monarchie in der Zeit der europäischen Kolonialisierung. Sie stärkten insbesondere auch die diplomatischen Beziehungen zwischen Thailand und Deutschland.

In ihrem Vortrag untersucht die Referentin die Außenpolitik des Deutschen Reichs und Siams im Hinblick auf die nationale Identitätsbildung und gibt einen Überblick über die bilateralen Beziehungen der beiden Länder.

Der Vortrag beginnt am Samstag, 5. Mai 2018 um 15:15 Uhr (nach der Jahreshauptversammlung der Hamburger Gesellschaft für Thaiistik) im Raum 122 des Asien-Afrika-Instituts der Universität Hamburg, Edmund-Siemers-Allee 1, Ostflügel (schräg gegenüber des Hauptausgangs des Bahnhofs Hamburg-Dammtor). Der Eintritt ist frei.