Mehr als 100 Landwirte bei der Kartoffelernte betrogen

Mehr als 100 Landwirte bei der Kartoffelernte betrogen

Bangkok. Am Donnerstag haben mehr als 40 Landwirte beim Department of Special Investigation ( DSI ) eine Petition eingereicht, um rechtliche Schritte gegen eine Firma einzuleiten, die sie angeblich in einen japanischen Süßkartoffel-Betrug verwickelt und ihnen hohe Erträge bei der Kartoffelernte versprochen hatte.

Frau Thanchanok Ritbamrung, eine Landwirtin aus Lopburi und Herr Sombat Somaseng, ein Farmer aus Phitsanulok legten zusammen mit der Petition den angeblichen Marketingplan des Unternehmens als Beweis für den Betrug vor. In ihrem Schreiben forderten sie das DSI auf, das Problem als einen Sonderfall zu bearbeiten.

Laut dem eingereichten Marketingplan des Unternehmens sollten die Bauern rund 40.000 Baht in ein Rai der japanischen Süßkartoffel investieren. Nach nur 45 Tagen würde ihnen das Unternehmen dann 400.000 Baht in bar für ihre Kartoffelernte auf ihrem Ackerland bezahlen.

Zu den Kartoffelsorten die von den Landwirten abgebaut werden sollten gehören die Okinawan, die Hawaiian und die Beniharuka Süßkartoffeln.

Das verlockende Angebot der Firma ging allerdings noch weiter. Wenn die Landwirte auch ihre Nachbarn dazu überreden könnten, ebenfalls in mehr als 30 – 35 Rai Kartoffelanbau zu investieren, würden sie von der Firma zum Gruppenleiter ernannt werden. Das Unternehmen wäre dann sogar bereit, eine Anzahlung für einen Pickup für den Gruppenleiter zu machen.

Frau Thanchanok sagte gegenüber der Presse, dass das Unternehmen sogar eine Schulung über den Anbau der japanischen Kartoffel anbietet, um weitere Landwirte von ihrem Angebot zu überzeugen, und sie damit ebenfalls in einen Betrug locken wollen. Das Training wurde von zwei angeblichen Managern des Unternehmens durchgeführt, fügte sie hinzu.

Die gutgläubigen Landwirte, die in die japanischen Kartoffeln investieren wollten und auf eine reiche Kartoffelernte spekulierten, unterzeichneten dazu eine Vereinbarung. In der Vereinbarung stimmtem sie dem Unternehmen zu, die Kartoffelsämlinge im Wert von 10 Baht nur von dieser einen speziellen Firma zu kaufen, sagte Frau Thanchanok weiter.

Die Firma hatte den Bauern weiter versprochen, dass sie jede Kartoffelernte bzw. jede Kartoffel ab 30 Zentimeter Länge kaufen würden, sagte sie weiter.

Frau Thanchanok berichtet weiter, dass die Firma sogar extra ihrer Angestellten vorbei schickte, um das betreffende Ackerland zu inspizieren. Dabei wurde den Bauern noch einmal ausdrücklich erklärt, dass sie auf den Gebrauch von chemischen Düngemitteln verzichten müssen, wenn sie ihre Kartoffelernte an die Firma verkaufen wollen.

Später erklärte das Unternehmen den Bauern, dass sie ihre Kartoffelernte selber an das Unternehmen liefern müssen. Allerdings weigerte sich die Firma anschließend für die gelieferten Kartoffeln zu bezahlen. Sie erklärte den Landwirten, dass sie zunächst die Qualität der gelieferten Kartoffeln überprüfen müssen, bevor es zu einer Auszahlung kommt.

Bis dahin erklärte sich die Firma nur dazu bereit, die Brennstoffkosten für den Transport der Kartoffelernte in Höhe von 1 Baht pro Kilogramm zu bezahlen.

Als die Landwirte dann später ihren versprochenen Lohn für ihre gelieferten Süßkartoffeln forderten verweigerten die Manager ihre Anrufe und waren plötzlich nicht mehr zu sprechen. Über die soziale Nachrichten Plattform LINE informierten sie dann die Landwirte, dass das Unternehmen vom 1. bis zum 6. Mai aufgrund der Feiertage geschlossen habe.

Laut den weiteren Angaben von Frau Thanchanok wurden mittlerweile mehr als 100 Bauern aus 25 Provinzen in den Betrug gelockt. Herr Sombat fügte hinzu, dass er einer der ersten Bauern in Phitsanulok war, der mit dem Anbau der Süßkartoffel begonnen hatte.

Herr Sombat sagte, dass er von dem Angebot der Firma so sehr überzeugt war, dass er auch seine Verwandten und andere Bauern dazu überredet hatte, in rund 30 weitere Rai für den Kartoffelanbau zu investieren. Die Firma habe danach sogar wie versprochen eine Anzahlung auf einen neuen Pickup für ihn gemacht.

Erst viel zu spät habe er dann Unregelmäßigkeiten bei der Abwicklung der Kartoffelernte bemerkt. Dass fing damit an, dass sich plötzlich die Zahlungen der Firma verzögerten und keine Quittungen mehr im Namen der Firma ausgestellt wurden.

Frau Wanwarin Pinthong eine Farmerin aus Nakhon Sawan sagte, sie habe rund 70.000 Baht in ein Rai der japanischen Kartoffel investiert und hätte laut den Versprechungen der Firma dafür 120.000 Baht erhalten sollen. Allerdings habe ihr die Firma nur 70.000 Baht und weitere 7.000 Baht für die Treibstoffkosten und den Transport bezahlt. Die Firma hatte behauptet, dass ihre Kartoffelernte verrottet sei.

 

  • Quelle: Bangkok Post