Der stellvertretende Generalsekretär der Nationalen Antikorruptionskommission zieht im Straßenverkehr eine Waffe

Der stellvertretende Generalsekretär der Nationalen Antikorruptionskommission zieht im Straßenverkehr eine Waffe

Bangkok. Die nationale Antikorruptionskommission (NACC ) hat einen Untersuchungsausschuss eingerichtet und will innerhalb von 15 Tagen ermitteln, warum ihr stellvertretender Generalsekretär, Herr Piset Nakhaphan, im öffentlichen Straßenverkehr eine Waffe gegen einen Taxifahrer im Regierungsbezirk Chaeng Watthana in Nord Bangkok gezogen hat.

Ein Video, das mittlerweile in den sozialen Netzwerken verbreitet wurde, zeigt die Aufnahmen einer Dashboard Kamera, die laut den Angaben zu dem Video in einem Taxi montiert war. Darin ist zu sehen, dass der stellvertretende Generalsekretär der Nationalen Antikorruptionskommission ( NACC ), Herr Piset Nakhaphan, im öffentlichen Straßenverkehr mitten auf der Straße seinen Honda anhält und aus seinem Fahrzeug steigt. Dadurch zwingt er den hinter ihm fahrenden Taxifahrer ebenfalls anzuhalten.

Dann zieht Herr Piset eine Waffe und richtet sie auf den Taxifahrer hinter ihm. Laut den weiteren Angabe zu dem Video soll sich der Vorfall am 10. Oktober gegen 15 Uhr im Regierungskomplex Chaeng Watthana in Nord Bangkok zugetragen haben.

Schon kurz darauf erscheinen zwei Sicherheitsbeamte und reden auf den Mann mit der Pistole ein, der allerdings keine Anzeichen macht, die Waffe wieder wegzustecken. Anschließend steigt eine Frau aus dem Fahrzeug und spricht mit dem Fahrer des Hondas und drängt ihn offensichtlich dazu, sich wieder in sein Auto zu setzen. Dann spricht sie noch ein paar Worte mit dem Taxifahrer, bevor sie sich ebenfalls wieder in den Honda setzt.

Der Generalsekretär der Nationalen Antikorruptionskommission ( NACC ), Herr Worawit Sookboon bestätigte mittlerweile gegenüber der Presse, dass der pistolenschwingende Mann tatsächlich Herr Piset, der stellvertretende Generalsekretär der NACC sei. Gleichzeitig beharrte er jedoch darauf, dass dies eine persönliche Angelegenheit von Herrn Piset sei und nichts mit seiner offiziellen Position oder seinen Pflichten bei der NACC zu tun habe.

Worawits Stellvertreter, Herr Natcha Kerdsri, wird den jetzt eingerichteten Untersuchungsausschuss leiten, der damit beauftragt ist, den Vorfall zu untersuchen.

Laut einer weiteren Quelle der NACC sagte Herr Piset in einem Brief an Herrn, dass sich der Vorfall am 10. Oktober gegen 15.00 Uhr ereignete. Er sagte weiter, er sei gerade auf dem Weg zum Regierungs-Komplex gewesen, um dort eine Besorgung zu machen.

Er erklärte weiter, dass die Taxe zunächst vor seinem Wagen fuhr und plötzlich anhielt und stehen blieb, als er sich dem Regierungskomplex näherte. Er wartete eine Weile und hupte dann einmal als Warnung, bevor er dann von links das Taxi überholte. Daraufhin war der Taxifahrer wohl verärgert und hupte zurück, fügte er weiter hinzu. Anschließend fuhr die Taxe weiter hinter ihm her und soll dabei mehrfach seine Scheinwerfer auf- und abgeblendet haben.

Herr Piset sagte weiter, dass er dann sein Fahrzeug gestoppt habe, und den Taxifahrer zur Rede stellen wollte. Dabei habe er zur Sicherheit zu seinem Selbstschutz eine Waffe gezogen. Er betonter, dass er nicht vorgehabt habe, mit der Waffe auch zu schießen.

Als der Taxifahrer die Waffe sah, habe er ihm zugewinkt um zu zeigen, dass er kein Problem hatte. Dann hätte die Taxe umgedreht und weg gefahren, fügte er hinzu. Er selber ( Herr Piset ) habe dann ebenfalls seine Fahrt fortgesetzt und seine Besorgungen erledigt, schrieb er in seiner schriftlichen Stellungnahme zu dem Vorfall.

Der Polizeichef der Polizeistation Thung Song Hong, Polizei Oberst Parinya Leung-uthai sagte, dass der Vorfall in die Kategorie einer potenziell nicht zusammensetzbaren Straftat fällt. Daher habe die Polizei unverzüglich ihre Ermittlungen aufgenommen und Strafverfolgung angeordnet, ohne dabei auf eine Beschwerde des Taxifahrers zu warten.

Gegen Herrn Piset läuft nun die Anklage, eine Schusswaffe in der Öffentlichkeit ohne einen vernünftigen Grund zu tragen, und eine andere Person mit einer Waffe bedroht zu haben. Er hat auch kein offizielles Zeugnis abgegeben, als er sich am Dienstag mit der Polizei traf, nachdem der Clip viral geworden war, sagte Polizei Oberst Parinya.

Die Polizei wird Pisets Haus in Pathum Thanis Bezirk Thanyaburi durchsuchen, um zu sehen, ob die Pistole registriert ist oder nur ein Spielzeug war. Piset hat allerdings der Polizei erlaubt, sein Haus ohne Durchsuchungs- oder einen Haftbefehl zu durchsuchen.

Die Polizei wird bei ihren Untersuchungen auch das Videomaterial der Überwachungskameras am Tatort überprüfen, um das Fahrverhalten beider Parteien zu überprüfen und zu sehen, ob die Konfrontation gerechtfertigt ist, sagte er weiter.

Die Polizei hat sich auch an den Facebook-Nutzer ” Anchalee ” gewandt, der den Clip für weitere Informationen veröffentlicht hat. Allerdings hat die Polizei bisher noch keine Antwort erhalten, fügte er hinzu.

Am Nachmittag sagte Herr Kittidom Sirisuk, einer der beiden verkehrsleitenden Freiwilligen auf dem Gelände, die das Ereignis miterlebt hatten, dass er nicht bemerkt hätte, ob die beiden Fahrzeuge sich vorher geschnitten hätten oder nicht. Er und sein Kollege seien zu dieser Zeit gerade in einer Pause gewesen und hätten dabei nicht auf den Verkehr geachtet.

Der andere beteiligte Freiwillige, Herr Prasong Thitipanit sagte, alles, was sie von weitem sehen konnten, war, dass zwei Autos stehengeblieben waren – wie bei einem kleinen Verkehrsunfall. Dann sahen sie nur, dass Herr Piset mit einer Pistole aus seinem Honda ausgestiegen war. Während der etwa eine Minute dauernden Auseinandersetzung der beiden, blieb der Taxifahrer, der in seinen 40ern zu sein schien, in seinem Fahrzeug ( das keinen Passagier hatte ) sitzen. Beide Parteien gingen nach der Konfrontation getrennte Wege, fügte Herr Prasong hinzu.

  • Quelle: The Nation, Facebook