Thailand könnte der große Gewinner sein, wenn China und Japan zusammenarbeiten

Thailand könnte der große Gewinner sein, wenn China und Japan zusammenarbeiten

Bangkok. Thailand könnte davon profitieren und der große Gewinner sein, wenn China und Japan zusammenarbeiten und die zweit- und die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt gemeinsame Investitionen in anderen Ländern anstreben. Gleichzeitig könnte Japan auch hoffen, dass die Zusammenarbeit dem weiter anwachsenden Einfluss von China in der Region entgegenwirken wird.

Thailand hat sich mittlerweile als Hauptnutznießer der verbesserten Beziehungen zwischen China und Japan erwiesen. Thailand hat seine Chance genutzt und den beiden Ländern die Möglichkeiten für gemeinsame Entwicklungsinitiativen angeboten, um damit die Probleme auszugleichen, die durch eine zunehmend aggressive US-Handelspolitik verursacht wurden.

Beobachter und Experten bemerkten dabei auch, dass die Wahl Thailands nicht nur die Möglichkeiten für eine wirtschaftliche Zusammenarbeit für die beiden Länder China und Japan darstellt. Sie erlaubt es Japan zudem auch noch, in der Zukunft den wachsenden Einfluss Chinas auf Südostasien zu überprüfen.

Beide Länder wurden unter Druck gesetzt, ihre Handelsbilanzüberschüsse mit Amerika zu verringern. Um das auch zu erreichen ist es erforderlich, dass die beiden Länder ihre Bemühungen zur Beseitigung ihrer Differenzen erneut überdenken und neu ausrichten.

Ein “ Forum für die Zusammenarbeit auf dem Markt für Drittparteien “ in Peking hat am Freitag über die verschiedenen Möglichkeiten diskutiert. In dem Forum wurde darauf hingewiesen, welche Form dies annehmen könnte, wenn die davon betroffenen Unternehmen eine Reihe von Abkommen über Infrastrukturinitiativen in den anderen Ländern unterzeichnen.

Zu den getroffenen Vereinbarungen gehört unter anderem eine Vereinbarung der Japan Bank for International Cooperation zur Schaffung eines Kooperationsrahmens mit der China Development Bank. Nach den Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo sollen die beiden Banken bei einer möglichen Zusammenarbeit gemeinsame Darlehen für die Investitionen in die Infrastruktur in die sogenannten Drittlands-Märkte bereitstellen.

Viele der besprochenen Deals konzentrierten sich dabei auch auf Thailand. Dazu gehört unter anderem auch ein Projekts zur Förderung von sogenannten „ Smart-City „ Entwicklungen in der Provinz Chonburi, an dem Japans JFE Engineering und chinesische Firmen beteiligt waren.

Dabei ist Chonburi – zusammen mit Chachoengsao und Rayong – eine äußerst wichtige Region für das Projekt “ Eastern Economic Corridor “ ( EEC ) in Thailand, ein stolzer 45 Milliarden Dollar Plan zur weiteren Entwicklung der Ostküste in Thailand.

Das Projekt umfasst unter anderem auch eine Hochgeschwindigkeitsstrecke, um die beiden internationalen Hauptflughäfen in Bangkok, Suvarnabhumi und Don Mueang, mit dem Flughafen U-Tapao außerhalb von Pattaya zu verbinden. Das Projekt gilt als Teil des Plans, das Gebiet als Handels- und Investitionszentrum weiter zu entwickeln und zu fördern.

Thailand könnte der große Gewinner sein, wenn China und Japan zusammenarbeiten

Thailand könnte der große Gewinner sein, wenn China und Japan zusammenarbeiten

Thailand hat bereits entsprechende Rechtsvorschriften verabschiedet, die darauf abzielen, mehr Investitionen anzuziehen. Außerdem sollen dadurch auch Steuererleichterungen für Investoren im Wirtschaftskorridor ermöglicht werden. Zusätzlich wird dadurch den Anlegern und Investoren auch die Möglichkeit gegeben, das Land für bis zu 99 Jahre zu mieten.

Beobachter und Wirtschaftsexperten erklärten, dass die Entscheidung von Peking und Japan, in Thailand zu investieren, die Frustration der beiden Länder angesichts der Ungewissheit, die durch Donald Trumps Maßnahmen und den Handelskrieg entstanden ist, demonstrieren könnte.

“ Da sich Chinas BIP-Wachstum infolge des Handelskriegs und der durch die Trump Administration gestörten japanischen Lieferketten verlangsamt, ist es sinnvoll, dass Tokio und Peking diese Annäherung koordinieren, um dem Sturm zu trotzen „, sagte Benoit Hardy-Chartrand, ein Asien -Pacific Analyst an der Temple University in Tokio.

Yasuhiro Matsuda, Professor am Asien-Institut der Universität Tokio sagte, dass die Zusammenarbeit in einem Drittland die beiden Länder dazu befähige, ihre Beziehungen zu stabilisieren. Aber, so sagte er weiter, würde die Zusammenarbeit Tokio gleichzeitig auch dabei helfen, das Risiko, die USA durch die Förderung Chinas zu verärgern, zu reduzieren.

“ China wollte Japan als Partner in die von vielen westlichen Nationen kritisierten Gürtel- und Straßeninitiative mit einbeziehen „, sagte Professor Matsuda weiter.

“ Japan möchte die Beziehungen zu China stabilisieren, indem es wirtschaftlichen Einfluss ausübt, möchte dabei aber nicht als Kooperation mit China bezeichnet werden „.

Er betonte dabei, dass die Zusammenarbeit in Projekten von Drittstaaten nur ein Kompromiss sei.

“ Thailand ist als Freund von China und Japan bekannt. Es ist das beste Land, um die chinesisch-japanischen Gemeinschaftsprojekte weiter zu fördern „, sagte Professor Matsuda.

Thailand steht dabei eindeutig im Zentrum von Japans Investition in den ASEAN Staaten, fügte er hinzu.

Der Gesamtwert der japanischen Investitionen in dem Land erreichte laut Thailands Board of Investment ( BOI ) letztes Jahr ungefähr 4 Milliarden US-Dollar. Das liegt unter anderem auch daran, dass die großen Autofirmen wie Toyota, Nissan und Honda in Thailand neue Fabriken gebaut haben.

China und Japan könnten dabei jedoch auch unterschiedliche Ziele verfolgen, argumentierten Analysten und Wirtschaftsexperten. Sie geben zu bedenken, dass die Investitionen Japan auch eine neue Taktik bieten könnten, um den Einfluss Chinas auf die Region einzuschränken.

“ Die gemeinsame Entwicklung mit China impliziert, dass Japan indirekt durch die Entwicklung intelligenter Städte in Thailand hilft“, sagte Kotaro Tamura, ein Asien-Stipendiat am Milken Institute und ehemaliger parlamentarischer Sekretär, der bei Japan für Wirtschafts- und Steuerpolitik im Büro des Kabinetts zuständig ist.

“ Japan wird jedoch sowohl die chinesische Regierung als auch die Geschäftsaktivitäten in ASEAN durch eine gegenseitige Zusammenarbeit überprüfen „.

Lee Myon-woo, ein Experte für japanische Angelegenheiten und Vizepräsident des Sejong-Instituts in Seoul, sagte: „ Japan hat möglicherweise einen anderen Ansatz gewählt, um die einseitige Ausdehnung des Einflusses Chinas auf Thailand und damit auf die südostasiatische Region zu begrenzen. Das könnte auch durch die Beteiligung an Projekten mit Peking erreicht werden, fügte er hinzu.

“ Obwohl sich Japan gegenwärtig aktiv mit China beschäftigt, wird sich deswegen wahrscheinlich nicht die Konkurrenzsituation der bilateralen Beziehungen ändern „, betonte er.

 

  • Quelle: South China Morning Post