Dramatischer Abfall des Mekong Wasserstandes löst Alarm aus

Dramatischer Abfall des Mekong Wasserstandes löst Alarm aus

Bangkok. Der Wasserstand des Mekong, der am Donnerstag durch die Arbeiten am Damm dramatisch gesunken ist, löste einen Alarm aus. Experten warnen davor, dass die riesigen Staudämme, die entlang des Mekong die Wassermassen kontrollieren sollen, nicht nur die Ökosysteme des Mekong zerstören, sondern gleichzeitig auch den Millionen von Menschen, die vom Mekong Fluss abhängig sind, dauerhaften Schaden zufügen.

Somkiat Prajumwong, der Generalsekretär des Amtes für Nationale Wasserressourcen (ONWR), versicherte trotz der Warnungen der Experten, dass sich der Mekong schon sehr bald wieder erholen werde.

 

Mekong

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Dagegen spricht allerdings die Tatsache, dass alleine in dieser Woche der Pegel des Mekong an der Grenze zwischen Laos und Thailand im Nordosten mit alarmierender Geschwindigkeit abgenommen hat. Der Grund dafür ist laut den Experten, dass der chinesische Jinghong Damm seine Einleitungen in den Mekong verringerte und der Xayaburi Wasserkraftdamm in Laos den Probebetrieb aufgenommen hat.

Somkiat gab auf die Nachfrage von Reportern zu, dass die thailändischen Behörden keine Maßnahmen ergriffen hätten, um die rasche Änderung des Wasserspiegels zu mildern bzw. abzufangen. Der Generalsekretär des Amtes für Nationale Wasserressourcen (ONWR) sagte jedoch, dass sich der Fluss schnell wieder normalisieren würde, da der Jinghong Damm bereits seine reguläre Einleitungsrate wieder aufgenommen hatte und der Prozess des Probebetrieb am Xayaburi Damm bald abgeschlossen sein würde. Einen genauen Zeitraum konnte er jedoch nicht nennen.

Die Mekong River Commission (MRC) teilte ebenfalls mit, dass China zwischen dem 5. und 17. Juli 2019 die Entladerate des Jinhong Damm für die Wartung der Stromleitung halbiert habe. Gleichzeitig bestätigte er aber auch, dass ein 72 Stunden Test der fünften Kraftturbine des Xayaburi Damms am Freitag (19. Juli) abgeschlossen und beendet würde.

“ Ich fordere daher die Menschen auf, nicht ungeduldig zu sein und noch etwas länger zu warten, da sich der Wasserstand im Mekong innerhalb weniger Tage wieder normalisieren wird „, sagte Herr Somkiat.

„ Der Xayaburi Damm ist ein Laufwasserkraftdamm, der nicht viel Wasser in seinem Stausee speichern kann und den Fluss nur um 24 Stunden verzögert. Dadurch wird dass aus China abgelassene Wasser den Unterlauf des Mekong Flusses schon recht bald wieder auffüllen „, fügte er weiter hinzu.

Er sagte weiter, dass die thailändischen Behörden, sobald der Xayaburi Staudamm im Oktober seinen vollen Betrieb aufnimmt, von seinem gemeinsamen Betreiber, der Elektrizitätserzeugungsbehörde von Thailand (Egat), rechtzeitige Pflichtberichte über Wassereinleitungen und Änderungen des Flussniveaus erhalten würden.

In der Zwischenzeit hat die Egat die Bedenken des „ Thai People’s Network „ in den acht Provinzen des Mekong zurückgewiesen und behauptet, dass die Auswirkungen des Xayaburi Damms nur geringfügig und örtlich begrenzt sein werden, ohne dass dabei die Menschen in den nachgelagerten Gebieten in Thailand geschädigt würden.

Das Thai People Netzwerk wies jedoch am Donnerstag darauf hin, dass die drastischen und ungewöhnlichen Veränderungen des Mekong Wasserspiegels im Nordosten Thailands eine direkte Auswirkung auf den Betrieb des Xayaburi Staudamms flussaufwärts waren.

Das Netzwerk fügte weiter hinzu, dass fast der gesamte vom Damm erzeugte Strom an die Egat verkauft wird. Die Stromerzeugungsbehörde (Egat) ist daher ganz klar für die Auswirkungen des Damms auf den nachgelagerten Bereich mit verantwortlich.

Herr Chainarong Setthachua, ein Wissenschaftler und Experte an der Maha Sarakham Universität zeigte sich dagegen ebenfalls über die anhaltenden katastrophalen Auswirkungen der Mekong Staudämme bestürzt.

Laut den Ausführungen von Herrn Chainarong haben die extremen Veränderungen des Wasserspiegels aufgrund der Dämme bereits schon jetzt die Fischbestände des Mekong Flusses stark dezimiert. Dabei betonte er, dass der Fluss die Hauptproteinquelle für mehr als 60 Millionen Menschen im Bereich des Mekong Becken ist.

Die große Entwicklung der Wasserkraft am Mekong Mainstream haben ebenfalls zu einem massiven Verlust an biologischer Vielfalt und zu extremen Umweltschäden im gesamten Mekong Becken geführt, fügte er hinzu.

Die Mekong Länder müssen alle Staudammprojekte am Fluss einstellen, um die Gesundheit der Mekong Ökosysteme wiederherzustellen und unsere zukünftigen Generationen vor den sich schnell nähernden ökologischen Katastrophen zu schützen, sagte Herr Chainarong.

 

  • Quelle: The Nation Thailand