Prayuth befiehlt der Armee in Alarmbereitschaft zu sein

Prayuth befiehlt der Armee in Alarmbereitschaft zu sein

Bangkok. Premierminister Prayuth Chan o-cha hat die Armee angewiesen, in Alarmbereitschaft zu sein und den Bürgern in den von der Dürre betroffenen Gebieten Hilfe zu leisten. Der Wassermangel und die Dürre könnten in Thailand schnell weiter zunehmen, da der Testlauf des Xayaburi Staudamms am Mekong in Laos möglicherweise die ohnehin schon brenzlige Situation und die Wasserknappheit noch weiter verschlimmern könnte.

 

 

General Prayuth Chan o-cha, der jetzt auch der Verteidigungsminister des Landes ist, äußerte seine “ große Besorgnis “ über die Lage im Norden und Nordosten des Landes, sagte der stellvertretende Verteidigungssprecher Phatchasak Patirupanon gestern, obwohl der Ministerpräsident nicht ausdrücklich auf die Auswirkungen des Dammtests hingewiesen.

Prayuth hatte bereits in der letzten Woche in den thailändischen Medien erklärt, dass er über die aktuelle Dürre Situation im Land sehr besorgt sei. Gleichzeitig forderte er alle Bürger dazu auf, mit dem Wasser sehr sparsam umzugehen.

Aber nicht nur Premierminister Prayuth hat vor dem möglichen Wassermangel in den nächsten Wochen gewarnt. Das Meteorologische Wetteramt hat ebenfalls in der letzten Woche eine Warnung herausgegeben und gesagt, dass Thailand in diesem Jahr die schlimmste Dürre in einem Jahrzehnt erleben wird, da der durchschnittliche Niederschlag in großen Teilen des Landes weit unter dem sonst üblichen Monatsdurchschnitt liegt.

Der stellvertretende Verteidigungssprecher Phatchasak Patirupanon sagte gestern, dass acht Provinzen:

  • Chiang Rai,
  • Loei,
  • Nong Khai,
  • Beung Kan,
  • Nakhon Phanom,
  • Mukdahan,
  • Ubon Ratchathani
  • und Amnat Charoen

entlang des Mekong Flusses in den beiden Regionen die Hauptlast des am vergangenen Montag eingeleiteten Wasserkraftversuchs tragen werden. Die Testreihe mit dem Wasserkraftwerk soll noch wie geplant bis zum 29. Juli fortgesetzt werden.

Ein Großteil des Nordens und Nordostens des Landes ist aufgrund des Mangels an Regen aus dem Nordpol und dem Pazifik, der auch als El-Nino Effekt bekannt ist, trocken geworden. Experten reden schon seit längerem von einer Dürre, die vor allem den Norden und den Nordosten des Landes bedroht.

Am Freitag hatte sich bereits das Amt für nationale Wasserressourcen an die laotische Regierung gewandt und forderte sie auf, den Test des Wasserkraftwerks auszusetzen bzw. einzustellen.

Der 1.260 Megawatt Staudamm Xayaburi, der sich südlich von Luang Prabang in der Provinz Xayaburi befindet, soll im Oktober dieses Jahres Strom produzieren, wobei die Elektrizitätserzeugungsbehörde von Thailand (Egat) sogar der Hauptabnehmer des Stroms ist.

Die Xayaburi Talsperre (auch Sayaburi Staudamm, ist eine projektierte Talsperre mit einem Wasserkraftwerk am Mekong in der Provinz Sainyabuli (auch Sayaburi oder Xayaburi geschrieben) im nördlichen Laos, etwa 10 km östlich der Provinzhauptstadt.

Die Talsperre befindet sich 350 km flussaufwärts von Vientiane und 770 km flussabwärts von Jinghong, der letzten der sieben chinesischen Talsperren, die bereits am Oberlauf des Mekong gebaut wurden (bisher vier) oder werden (es sind noch weitere drei Staudämme) geplant. Es gibt aber auch noch zwei weitere größere Projekte am Unterlauf des Mekong.

Die Xayaburi Staumauer ist 810 m lang und 49 m und wird den Wasserspiegel um insgesamt 32 m anheben. Das Wasserkraftwerk ist mit einer Nennleistung von 1.260 Megawatt geplant. Die erzeugte elektrische Energie soll zu 95 % in Thailand genutzt werden.

 

Xayaburi Staudamm

Xayaburi Staudamm

 

“ Den Streitkräften wurde befohlen, nach den Gebieten zu suchen, die von der Dürre betroffen sind, damit sie dort sofort vor Ort Hilfe leisten können“, sagte der stellvertretende Verteidigungssprecher Oberst Phatchasak unter Bezugnahme auf den Befehl von General Prayuth.

Zu den geplanten Hilfsmaßnahmen gehört das Versenden von Wasserfahrzeugen der Armee in die von der Dürre betroffenen Gebiete, sagte Oberst Phatchasak. Zusätzlich wird aber auch die Luftwaffe mit den dafür zuständigen Landwirtschaftsbeamten zusammenarbeiten, um künstlichen Regen in der Nähe von Stauseen zu erzeugen, die weiterhin unter dem niedrigen Wasserstand leiden, fügte er weiter hinzu.

“ Der Regen zu dieser Jahreszeit ist offenbar schon jetzt eine vergangene Erinnerung „, sagte Athit Phanasun, der Chef einer Umweltgruppe in Nong Khai, nachdem in vielen Gebieten seiner Provinz über einen Monat lang kein Regen gefallen war, obwohl eigentlich Regenzeit ist, in der es in der Region normalerweise klatschnass gewesen sein sollte.

In Nong Khais Stadtteil Muang am Mekong erstreckt sich das Flussufer nun fast bis zur Mitte eines Flussabschnitts, nachdem der Wasserstand in der letzten Zeit noch weiter rapide gesunken sei, sagte Herr Athit.

Der Xayaburi Damm Test werde die ohnehin schon brenzlige Situation aber zusätzlich noch weiter verschlimmern, fügte Herr Athit hinzu.

Aber auch in Chiang Rai klagen Anwohner mittlerweile über einen Einbruch des Wasserstands im Mekong. Auch hier sind die Bewohner über den Start des Staudammbetriebs in Laos und seine Auswirkung auf ihre Region sehr besorgt.

“ Der Wasserstand ist schon jetzt sogar noch niedriger als in der Trockenzeit „, sagte der touristische Bootsführer On Unsaeng.

Auch die Bauern in Nakhon Ratchasima leiden unter der sich immer weiter ausbreitenden Dürre. Ihre Reisernten auf den Reisfeldern, die fast 200.000 Rai im Bezirk Phimai bedecken, welken und sterben, weil die schwere Dürre mittlerweile auch schon hier ihren Tribut fordert.

Der Gouverneur der Provinz, Herr Wichian Chantharanothai berichtete gestern (20. Juli), dass die Wasserquellen in den Bezirken, vor allem in Phimai langsam aber sicher versiegen.

“ Wenn es in diesem Monat nicht endlich regnet, werden die Ernten noch weiter dezimiert „, sagte der Gouverneur und fügte dabei hinzu, dass die Behörden bereits Wasserfahrzeuge in die betroffenen Gebiete mit Dürrekatastrophen geschickt haben, um den Bewohnern zumindest vorübergehend Linderung zu verschaffen.

Wie bereits schon mehrfach berichtet, versiegen die Staudämme im Nordosten des Landes. Laut den Angaben der Meteorologen sind vor allem die Regengüsse im Norden, im Nordosten des Landes sowie in der Zentralebene weit unter dem sonst üblichen Monatsdurchschnitt zu dieser Jahreszeit.

„ Einige Provinzen im Nordosten, wie Buri Ram und Surin, laufen bereits schon jetzt Gefahr, dass die Wasserhähne versiegen „, sagte Herr Samroeng Sangphuwong letzte Woche in seiner Eigenschaft als stellvertretender Generalsekretär des Amtes für nationale Wasserressourcen.

 

  • Quelle: Bangkok Post