Die Entschädigung im Fall Praewa wurde endlich ausgezahlt

Die Entschädigung im Fall Praewa wurde endlich ausgezahlt

Bangkok. Nach nun rund neun Jahren hat die Familie der Unfallverursacherin, Orachon „Praewa“ Devahastin Na Ayudhya, endlich den vollen Entschädigungsbetrag dem dafür zuständigen Gericht vorgelegt. Gestern am Donnerstag (8. August) haben die Anwälte der 27 vom Verkehrsunfall im Jahr 2010 betroffenen Personen bei dem entsprechenden Zivilgericht ihre Unterlagen eingereicht, um die geschuldeten Beträge für ihre Mandanten nach neun Jahre langem Warten endlich einziehen zu können.

Das Geld wird auf das Bankkonto jeder Person überwiesen. Diejenigen, die Konten bei der Krungthai Bank haben, werden bereits heute, am Freitag (9. August) ihr Geld erhalten. Diejenigen Familien der Opfer, die ihre Konten bei anderen Banken haben, werden ihr Geld spätestens am 13. August erhalten, teilte der oberste Richter des Zivilgerichts, Richter Opas Anantasomboon, am Donnerstag den nationalen Medien mit.

Die Familie hatte zunächst eine Klage von 42,54 Millionen Baht eingereicht. Allerdings wurde dann später festgestellt, dass der Anteil eines Opfers falsch berechnet worden war. Dieser Berechnungsfehler führte dann schließlich dazu, dass die Angeklagte 500.000 Baht mehr zahlten mussten, als sie ursprünglich hätten zahlen sollen.

Dieser Betrag von 500.000 Baht kann ebenfalls schon in der nächsten Woche von den Angeklagten eingezogen werden, teilte eine Quelle des Gerichts der Presse mit.

Der in Thailand bekannte Fernsehnachrichtensprecher Kanchai „ Noom “ Kamnerdploi hatte am Dienstag (6. August) im Namen von Praewas Familie einen Scheck über 41,75 Mio. Baht beim Zivilgericht eingereicht.

Als sich dann herausstellte, dass der Betrag aufgrund einer Fehlkalkulation um ca. 800.000 Baht zu niedrig war, reichte Herr Kanchai am Mittwoch einen weiteren Scheck über die 800.000 beim zuständigen Gericht ein.

Wie bereits mehrfach in vielen Medien berichtet wurde, hatte Praewa – damals noch ein Teenager und zu jung, um einen legalen Führerschein zu führen – am 27. Dezember 2010 ihr geliehenes Auto in einen mit Passagieren gefüllten Lieferwagen auf der erhöhten Mautstraße im Bezirk Bang Khen gerammt. Bei dem schrecklichen Unfall wurden insgesamt neun Menschen getötet und sechs weitere Personen zum Teil schwer verletzt.

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Nach dem Unfall kümmerte sich das „Töchterlein“ aus gutem Hause allerdings nicht um die Verletzten sondern beschäftigte sich eifrig mit ihrem Handy.

Der Fall erregte die Gemüter der Bürger, aber nicht, weil die Frau ohne Führerschein unterwegs war. Das ist in Thailand nichts Neues. Frau Praewa hatte nach dem Unfall keine Zeit oder Lust, um sich um die Verletzten an der Unfallstelle zu kümmern.

Stattdessen stellte sich gemütlich neben ihr Fahrzeug und beschäftigte sich ausgiebig mit ihrem Handy. Laut Aussagen der damaligen Presse machte sie lieber Fotos von der Unfallstelle und befasste sich mit dem Chat auf ihrem Handy, anstatt sich um die auf der Straße liegenden Verletzten zu sorgen.

Die gutbetuchte junge Frau wurde nach nur einem Tag im Gefängnis bereits schon wieder entlassen. Erst zwei Jahre später, im Jahr 2012 wurde sie von einem Gericht zu einer Gefängnisstrafe auf Bewährung verurteilt. Später erhielt sie die Auflage, eine gemeinnützige Arbeit auszuführen.

Im April 2014 verlängerte ein Gericht ihre Bewährungsstrafe um ein weiteres Jahr. Zusätzlich musste sie weitere 48 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Einige Überlebende beschwerten sich letzten Monat, dass sie keine Entschädigung für den Unfall erhalten hatten, obwohl der Oberste Gerichtshof am 8. Mai entschieden hatte, dass Praewa, ihre Eltern und der Besitzer des Autos, das sie fuhr, zusammen 25 Millionen Baht zuzüglich Zinsen zahlen an die Verletzten und die nächsten Angehörigen der Getöteten zahlen müssen.

Das Justizministerium sagte, wenn die Entschädigung nicht bis zum 28. August gezahlt wurde, würde die Exekutionsabteilung das Vermögen der Verurteilten versteigern, um sicherzustellen, dass die Familien der Opfer in sechs Monaten auch das Geld bekommen, was ihnen von der Familie der jungen Unfallverursacherin geschuldet wird.

Im Juni 2019 forderte die Mutter der rücksichtslosen Fahrerin die Unfallopfer sogar dazu auf, ihre Familie nicht mehr zu verurteilen. Die Mutter von Praewa meldete sich zum ersten Mal zu Wort und sagte, dass jedes einzelne Mitglied ihrer Familie seit dem Unfall eine traumatische Tortur erlitten habe.

Frau Laddawan Devahastin Na Ayudhya sagte, dass jeder in ihrer Familie nachts nur noch mit Schlaftabletten einschlafen könne. Außerdem müsse sie seit dem Unfall sehr genau auf ihre Tochter Praewa achten, die seit dem immer depressiv ist und möglicherweise Selbstmord begehen könnte.

Das Strafverfahren im Zusammenhang mit diesem Fall wurde ebenfalls abgeschlossen, als der Oberste Gerichtshof die Berufung von Praewa im Jahr 2015 zurückwies. Die Entscheidung des Berufungsgerichts verurteilte sie zu zwei Jahren Gefängnis, die für vier Jahre ausgesetzt wurde. Sie wurde für drei Jahre auf Bewährung gestellt und zu 144 Stunden Zivildienst verurteilt, den sie 2016 absolvierte. Praewa wurde auch das Fahren verboten, bis sie 25 Jahre alt ist. Sie wird in diesem Jahr 25 Jahre alt.

 

  • Quelle: The Nation Thailand