Die Zentralbank plant die Aufwertung des Baht zu bremsen

Die Zentralbank plant die Aufwertung des Baht zu bremsen

Bangkok. Die Zentralbank plant, die Regeln für den Kapitalabfluss zu lockern, damit die Aufwertung des Baht gebremst werden kann, sagte ein führender Beamter der thailändischen Zentralbank. Er sagte auch, dass das Konjunkturpaket der Regierung das Wachstum möglicherweise nicht so stark fördert, wie es bisher von der Regierung erwartet wurde.

Das Kabinett hat am 20. August ein Stimulierungspaket in Höhe von 316 Mrd. Baht gebilligt. Finanzminister Uttama Savanayana hofft, dass durch dieses Konjunkturpaket der Regierung das Wirtschaftswachstum um 0,55 Prozentpunkte angekurbelt wird. Wie Finanzminister Uttama weiter sagte, könnte das von der Regierung bereitgestellte Konjunkturpaket möglicherweise dazu beitragen, dass das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr nicht unter 3 Prozent liegt.

 

Das Konjunkturpaket der Regierung ist nicht nachhaltig, warnt ein Ökonom

Das Konjunkturpaket der Regierung ist nicht nachhaltig, warnt ein Ökonom

 

Das Konjunkturpaket soll sowohl Bargeld für Landwirte und Geringverdiener, als auch Zuschüsse für Kinder und Anreize für inländische Reisende sowie Steueranreize zur Unterstützung kleiner Unternehmen umfassen.

Die Regierung strebt eine Steigerung des Wirtschaftswachstums auf 3 Prozent an, um sowohl den unsicheren inländischen Bedingungen als auch den Auswirkungen des Handelskrieges zwischen den Vereinigten Staaten und China entgegenzuwirken.

Gleichzeitig warnte Anusorn Tamajai vom Wirtschaftsforschungszentrum für Reformen an der Rangsit Universität vor allzu großen Hoffnungen und sagte: „Kurzfristige Ausgaben als Teil der populistischen Politik werden nicht viel nützen, da die thailändische Wirtschaft nach wie vor von den Großunternehmen monopolisiert wird“.

„Die meisten Ausgaben von den Gruppen mit niedrigem Einkommen werden letzten Endes doch wieder nur als Einnahmen in den Taschen der großen Unternehmen lande“, bemerkte er weiter.

Allerdings stimmte er dem Plan der Regierung zu, die Steuerbelastungen für die kleinen und mittleren Unternehmen zu verringern, was seiner Meinung nach schließlich doch zu mehr privaten Investitionen führen könnte.

Die Regierung plant, den Importeuren von Maschinen großzügige Steuererleichterungen zu gewähren, um so ihre Produktion mit einer fünfjährigen Abschreibungspauschale weiter aufzustocken.

Laut den weiteren Berichten von The Nation Thailand werden zusätzlich auch noch zwei weitere staatlich geführte Banken – Die Regierungssparkasse und die Krung Thai Bank – mehrere kombinierte zinsgünstige Kredite im Wert von rund 100 Mrd. Baht bereitstellen.

Die Regierung plant zusätzlich auch noch, andere staatliche Banken anzuweisen, zinsgünstige Kredite für Landwirte und niedrigere Einkommensgruppen bereitzustellen. Die Bank für Landwirtschaft und landwirtschaftliche Genossenschaften, die Government Housing Bank und die Small and Medium Enterprise Development Bank von Thailand werden sich voraussichtlich ebenfalls der Kreditvergabe im Rahmen des staatlichen Konjunkturprogramms anschließen.

Herr Anusorn vom Wirtschaftsforschungszentrum für Reformen an der Rangsit Universität warnte jedoch davor, dass das von der Regierung geschnürte Konjunkturpaket möglicherweise nicht nachhaltig genug ist, da seine Wirksamkeit vom Vertrauen der Öffentlichkeit in die Zukunft abhängt.

Die Konjunkturmaßnahmen wie Bargeld, staatliche Bankkredite und Steuerinitiativen zielen darauf ab, nicht nur den Konsum, sondern auch die Investitionen in Thailand weiter anzukurbeln.

Don Nakornthab, der leitende Direktor der Abteilung für Wirtschaft und Politik bei der Bank of Thailand, ist jedoch vorsichtig und bleibt skeptisch. Er sagte, er selber glaube nicht daran, dass das Konjunkturpaket die Wirtschaft um 0,5 bis 0,6 Prozentpunkte ankurbeln wird, wie es sich von der Regierung erhofft wird.

Er sagte weiter, dass die Barauszahlungen an die Inhaber von Sozialkarten zwar den Konsum ankurbeln könnten, dass dagegen die Kreditvergabe durch die Staatsbanken und die Anreize für Inlandsreisen die Wirtschaft jedoch nicht wirklich weiter voranbringen würden.

Er fügte allerdings auch noch hinzu, dass das Bruttoinlandsprodukt im Falle einer Belebung des Exportsektors in der zweiten Jahreshälfte möglicherweise um 3 Prozent zunehmen wird.

Um jedoch das gesteckte 3-Prozent Ziel wirklich zu erreichen, müsse die Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte mindestens um 3,4 Prozent wachsen. Das könnte sich allerdings als schwierig herausstellen, da sich die Wirtschaft in der ersten und zweiten Jahreshälfte auf 2,8 Prozent und 2,3 Prozent verlangsamt habe.

Don sagte auch, dass die Zentralbank der Annahme des Nationalen Rates für wirtschaftliche und soziale Entwicklung, dass der private Konsum in diesem Jahr um 4,2 Prozent steigen wird, nicht zustimmt.

Der Baht blieb in der Region weiter relativ stark, da die Anleger ihn als sicheren Hafen betrachten, was durch den hohen Leistungsbilanzüberschuss in Thailand auch noch unterstrichen wird.

Der Baht ist seit Anfang dieses Jahres gegenüber dem US-Dollar um rund 5 Prozent gestiegen, wobei der durchschnittliche Wechselkurs der Geschäftsbanken nach Angaben der Zentralbank zum 20. August bei 30,82 Baht pro Dollar lag.

Er sagte auch, die Zentralbank könne nicht aggressiv eingreifen, weil die US-Regierung Thailand sonst als Währungsmanipulator bezeichnen könnte. Er sagte, die Intervention des Wechselkursmarktes habe bereits die internationalen Reserven Thailands angekurbelt, die mit 250 Milliarden US-Dollar (etwa 8 Billionen Baht) im internationalen Vergleich sehr hoch sind.

US-Präsident Donald Trump warf China kürzlich Währungsmanipulationen vor und hält an seiner harten Haltung gegenüber China fest, da nach wie vor hohe Zölle auf die in China hergestellten Waren erhoben werden.

Don sagte auch, dass, obwohl die Leitzinssenkung den Baht ein wenig schwächen könnte, ziele die jüngste Zinssenkung eher darauf ab, die thailändische Wirtschaft zu stützen. Gleichzeitig fügte er weiter hinzu, dass die Finanzliberalisierung auch als Instrument zur Steuerung der Währung genutzt werden könne.

Er gab bekannt, dass die Zentralbank die Vorschriften in Bezug auf den Kapitalabfluss lockern wird, da die Zentralbank möchte, dass die thailändischen Investoren mehr in Übersee investieren.

„Aber dieses Jahr werden möglicherweise keine neuen Maßnahmen mehr eingeführt, da viele Vorschriften geändert werden müssen“, fügte er hinzu.

 

  • Quelle: The Nation Thailand, Bank of Thailand