Fast 300 Personen kämpfen gegen die Erpressungen durch Urheberrechtsagenten

Fast 300 Personen kämpfen gegen die Erpressungen durch Urheberrechtsagenten

Bangkok. Laut Rechtsanwalt Worakorn Pongthanakul, der sich um die Personen kümmert, die von Urheberrechtsagenten erpresst wurden, haben sich mittlerweile alleine aus dem Großraum Bangkok rund 300 Personen gemeldet, die ebenfalls in ähnliche Fälle verwickelt sind und von den Urheberrechtsagenten zur Zahlung von Summen zwischen 30.000 und 100.000 Baht unter Druck gesetzt wurden.

Die Geschichte der 15-jährigen „Orn“ aus Nakhon Ratchasima, die wegen der Herstellung von Krathong Körben mit Copyright geschützten Comic Figuren von Urheberrechtsagenten verhaftet und zu einer Geldstrafe von 5.000 Baht verdonnert wurde, breitet sich immer weiter aus. Mittlerweile sollen sich laut den Angaben von Rechtsanwalt Worakorn Pongthanakul rund 300 Personen gemeldet haben, die ebenfalls wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen von den Agenten erpresst und unter Druck gesetzt wurden.

Die Urheberrechtspolizei „trickst“ eine 15-jährige Schülerin aus um sie anschließend zu verhaften

Die Urheberrechtspolizei „trickst“ eine 15-jährige Schülerin aus um sie anschließend zu verhaften

Was Anfang November noch wie ein Einzelfall aussah, war nur zwei Tage später bereits ein Fall von Erpressung, von dem schon mehr als 30 Menschen betroffen waren. Wieder zwei Tage später, berichtet Rechtsanwalt Worakorn Pongthanakul, dass sich alleine aus dem Großraum Bangkok schon mehr als 300 Menschen bei ihm gemeldet habe, die ebenfalls auf eine ähnliche Art und Weise von Urheberrechtsagenten unter Druck gesetzt und erpresst wurden.

Mittlerweile hatte sich auch Premierminister und Verteidigungsminister, General Prayuth Chan o-cha, in den Fall der 15-jährigen Krathong Körbe Herstellerin eingeschaltet und lässt den Vorgang wegen Erpressung erneut untersuchen. Gleichzeitig warnte General Prayuth die Menschen aber auch davor, Urheberrechtsverletzungen zu begehen und gegen die Urheberrechtsbestimmungen zu verstoßen.

Premierminister Prayuth sagte weiter, die Ermittler müssten sehen, ob es sich hierbei tatsächlich um eine Zufallsoperation oder um einen Urheberrechtsbetrug handelte. Eine Zufallsoperation wird durchgeführt, um Beweise zu sammeln oder Zeugen zu identifizieren. Die Strafverfolgungsbehörden dürfen jedoch keine Personen dazu verleiten, gegen das Gesetz zu verstoßen, fügte er hinzu.

Ungefähr 90 Personen, die am Freitag (8. November) wegen Verletzung von Urheberrechten für japanische Zeichentrickfiguren zu einer Geldstrafe verurteilt worden waren, haben sich zusammen getan und suchten mittlerweile die Hilfe des Justizministeriums, um die Urheberrechtsagenten zu verklagen.

Rechtsanwalt Worakorn Pongthanakul nahm 10 von ihnen, um die Anträge an Justizminister Somsak Thepsuthin durch Samart Jenchajitwanit, den stellvertretenden Justizminister, zu übermitteln.

Laut Anwalt Worakorn gehörten die 90 Personen zu den mittlerweile rund 300 Personen alleine aus dem Großraum Bangkok, die von Personen, die angeblich Vertreter japanischer Zeichentrickfilm – Urheberrechtsinhaber sind, mit Zahlungsansprüchen konfrontiert und unter Druck gesetzt waren.

„Viele von ihnen wurden in Einzeloperationen festgenommen und inhaftiert und anschließend unter Druck gesetzt, zwischen 30.000 bis 100.000 Baht zu zahlen. Einige von ihnen mussten echte Produkte ohne Verpackung liefern, andere verkauften gebrauchte Produkte mit japanischen Zeichentrickfiguren“, sagte Anwalt Worakorn gegenüber den Medien.

Mehr als 30 Krathong Hersteller beschweren sich über Erpressungsversuche von Urheberrechtsagenten

Mehr als 30 Krathong Hersteller beschweren sich über Erpressungsversuche von Urheberrechtsagenten

Nachdem in den Nachrichten und in den sozialen Netzwerken über die mutmaßliche Erpressung des 15-jährigen Schulmädchens „Orn“ in der Provinz Nakhon Ratchasima durch einen Mann und eine Frau, die später behaupteten, Urheberrechtsagenten zu sein, berichtet wurde, haben sich zahlreiche Personen in ähnlichen Fällen gemeldet und sich zusammen geschlossen.

Bei ihnen wurden ebenfalls von den angeblichen Urheberrechtsagenten online Bestellungen für Krathong Körbe mit rechtegeschützten Zeichentrickfilm – Figuren aufgegeben.

„Als sie erfuhren, dass in diesem Fall Gesetzeslücken missbraucht worden waren, kamen sie zusammen, um rechtliche Beschwerden einzureichen, weil sie mit ähnlichen Maßnahmen konfrontiert waren und die Menschen, die dahinter stehen, möglicherweise mit den anderen Fällen in Verbindung gebracht werden können“, sagte Anwalt Worakorn gegenüber der lokalen Presse.

Der stellvertretende Justizminister Samart hat sich der Angelegenheit angenommen und sagte, er werde die Angelegenheit sofort an den Justizminister weiterleiten. Das Ministerium verfüge über einen Fonds, um die rechtlichen Schritte der Menschen zu unterstützen, fügte er hinzu.

Zwei der Beschwerdeführer, die mit dem Anwalt eintrafen, sagten, die angeblichen „Urheberrechtsagenten“ hätten von jedem 50.000 Baht verlangt, aber die Summe wurde später, wie auch in dem Fall der 15-jährigen, auf 10.000 bis 15.000 Baht herabverhandelt.

Das 15-jährige Mädchen in Nakhon Ratchasima wurde ebenfalls zu einer Geldstrafe von 50.000 Baht verurteilt. Ihre Großvater, der früher selber einmal ein Polizeibeamter war, schaffte es jedoch später, die Geldstrafe auf 5.000 Baht zu senken.

Am Freitag (8. November) teilte der stellvertretende Justizminister Samart mit, Justizminister Somsak habe die Justizbeamten der Provinz angewiesen, das Mädchen und ihre Familie zu schützen, die nach der Aufdeckung ihres Falls sogar schon Drohungen erhalten hatten.

Der stellvertretende nationale Polizeichef Polizei General Wirachai Songmetta sagte ebenfalls am Freitag, dass der 15-jährige Orn-Krathong kein Urheberrecht verletzt habe. Die zuständige Urheberrechtsbehörde hatte bestätigt, dass die Zeichentrickfiguren auf ihren Krathong Körben nicht den durch Rechte geschützten Figuren ähnelten.

Selbst wenn sie sich ähnlich ausgesehen hätten, hätte das Mädchen zuerst einmal zwei Verwarnungen erhalten, bevor es tatsächlich vor Gericht gestanden hätte, sagte Polizei General Wirachai gegenüber den Medien.

 

  • Quelle: Bangkok Post