Angesichts der düsteren Konjunkturaussichten sind weitere Maßnahmen für eine wirtschaftliche Wende erforderlich

Angesichts der düsteren Konjunkturaussichten sind weitere Maßnahmen für eine wirtschaftliche Wende erforderlich

Bangkok. Ökonomen erwarten, dass angesichts der düsteren Konjunkturaussichten weitere Maßnahmen der Regierung für eine wirtschaftliche Wende erforderlich sind. Nach den Angaben des Nationalen Rates für wirtschaftliche und soziale Entwicklung stiegen die öffentlichen und privaten Investitionen im dritten Quartal um 3,7 Prozent bzw. um 2,4 Prozent.

„Die Regierung sollte das neueste Konjunkturpaket auf den Weg bringen, da dies das Wachstum in diesem Jahr zumindest noch etwas stützen würde“, sagte Charl Kengchon, der Vorstandsvorsitzende des Kasikorn Research Center.

Sein Kommentar kommt, nachdem das Kabinett am Dienstag (26. November) weitere Wirtschaftspakete verabschiedete, die sich an Bauern, Dorfbewohner, Eigenheimkäufer und Bauträger richteten. Das Finanzministerium schätzte, dass das Paket in den nächsten drei bis vier Monaten rund 144 Mrd. Baht in die Wirtschaft einbringen würde, davon noch rund 80 Mrd. Baht in diesem Jahr.

Die Regierung erwartet, dass das neue Paket das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr doch noch auf 2,6 Prozent anheben würde, nach nur 2,4 Prozent Wirtschaftswachstum im dritten Quartal.

 

Angesichts der düsteren Konjunkturaussichten sind weitere Maßnahmen für eine wirtschaftliche Wende erforderlich

Angesichts der düsteren Konjunkturaussichten sind weitere Maßnahmen für eine wirtschaftliche Wende erforderlich

 

Herr Charl, sagte, die wirtschaftlichen Auswirkungen des neuesten Pakets wären in diesem Jahr (2019) nicht mehr so signifikant, da nur noch wenige Wochen bis zum Jahreswechsel übrig sind. Bis zur Verabschiedung des Haushaltsplans für das Haushaltsjahr 2020 durch das Parlament Anfang nächsten Jahres wurden die Staatsausgaben ohnehin schon eingeschränkt. Die Regierung werde erst mit den öffentlichen Investitionen beginnen, wenn das vorgeschlagene Budget vom Parlament gebilligt werde, sagte er.

Die wirtschaftlichen Aussichten bleiben aber weiterhin düster, da wichtige Volkswirtschaften wie die USA, China und Japan laut der Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) im nächsten Jahr auch noch weiterhin mit einer Wachstumsabschwächung konfrontiert sein werden.

Für Thailand würde das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr 2,5 Prozent und im nächsten Jahr 2,7 Prozent betragen, sagte er.

Die thailändische Wirtschaft ist in hohem Maße vom Export abhängig, und wir müssen daher weiterhin den Welthandel und die Auswirkungen der Handelskonflikte zwischen den USA und China überwachen. Die thailändischen Exporte gingen im Oktober 2019 bereits um 4,5 Prozent zurück, fügte er weiter hinzu.

Wenn die beiden Länder wie erwartet noch in diesem Jahr ein Handelsabkommen erzielen könnten, würde es trotzdem noch einige Zeit dauern, bis sich die Weltwirtschaft wieder normalisiert hat, sagte er weiter und fügte hinzu, dass sich die thailändischen Exporte im nächsten Jahr bis zu einem gewissen Grad erholen könnten.

Somprawin Manprasert, der Executive Vize Präsident und Head of Research bei der Krungsri Bank, sagte, es sei sich noch nicht sicher, wie und ob das neueste Konjunkturpaket den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) helfen würde, von den weiter sinkenden Exporten hart getroffen zu werden.

Er prognostizierte, dass die Exporte in diesem Jahr um rund 2,5 Prozent schrumpfen und im nächsten Jahr doch wieder um etwa 1,5 Prozent wachsen könnten.

„Die Weltwirtschaft könnte im nächsten Jahr allgemein besser als die thailändische Wirtschaft sein“, sagte er weiter.

„Die Zentralbanken in den wichtigsten Volkswirtschaften haben geldpolitische Lockerungsmaßnahmen zur Stabilisierung ihrer Volkswirtschaften ergriffen, aber sie sind möglicherweise nicht stark genug, um unsere Wirtschaft aus einer Abkühlung herauszuholen“, fügte er hinzu.

Die Krungsri Bank prognostizierte ein thailändisches BIP Wachstum von 2,4 Prozent in diesem Jahr und 2,5 Prozent im Jahr 2020. Die Wachstumsrate sei niedriger als das volle Potenzial von 3,5 bis 3,8 Prozent, fügte Herr Somprawin hinzu.

Die öffentlichen Ausgaben für Infrastrukturprojekte könnten in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres in die Wirtschaft einfließen, aber es würde einige Zeit dauern, bis sich die Dynamik dann auch tatsächlich wieder erhöht. Derzeit seien die privaten Investitionen auf einem niedrigen Niveau und der Verbrauch weiter unverändert.

Nach Angaben des Nationalen Rates für wirtschaftliche und soziale Entwicklung stiegen die öffentlichen und privaten Investitionen im dritten Quartal um 3,7 Prozent bzw. 2,4 Prozent.

Die Regierung müsse möglicherweise weitere steuerliche Anreize für die mittlere Einkommensgruppe bieten, um mehr auszugeben, fügte er hinzu.

Unterdessen ist Lavaron Sangsnit, der Generaldirektor des Fiscal Policy Office, optimistischer und erklärt, dass das neueste Paket der Wirtschaft rund 144 Milliarden Baht einbringen würde.

Zum Beispiel würde das Cash-Back Angebot von 50.000 Baht für 100.000 potenzielle Käufer von Eigenheimen dazu beitragen, den Bestand von etwa 270.000 bis 280.000 Wohneinheiten aufzuräumen. Immobilienentwickler könnten danach ebenfalls wieder investieren, sagte er.

Frühere Maßnahmen wie die Ausgabe von Bargeld über das Wohlfahrtskartensystem, die Einkommensgarantie für die Landwirte und das Anreizpaket für den lokalen Tourismus hätten den privaten Konsum nur etwas leicht beflügelt.

 

  • Quelle: The Nation Thailand