Deutscher Guru der auf Ko Tao verstorbenen Belgierin hat das Land verlassen

Deutscher Guru der auf Ko Tao verstorbenen Belgierin hat das Land verlassen

Ko Tao. Am Montag war die Polizei auf der Suche nach dem spirituellen Mentor der belgischen Touristin Elise Dallemagne, die sich angeblich auf Ko Tao selber das Leben genommen haben soll. Ihre Familie glaubt allerdings nach wie vor nicht an einen Selbstmord der Belgierin.

Ko Tao nach dem Tod einer Belgierin erneut im Rampenlicht

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Laut den thailändischen Medienberichten war die 30 Jahre alte Elise Dallemagne aktiv an einer New Age Gruppe unter der Leitung von Andreas Raaman beteiligt, bevor sie in einem Dschungel auf der Insel Ko Tao im April an einem Baum erhängt gefunden wurde. Die Polizei erklärte nur kurz, dass sie mit Andreas gerne über die Frau gesprochen hätten, aber der selbsternannte Guru hatte Thailand schon verlassen.

„Er hat das Land vor zwei Monaten verlassen“, war die kurze Antwort des stellvertretenden Polizeikommandanten von Surat Thain, Preecha Kladsawad.

Obwohl Oberst Preecha Andreas Raaman als einen indischen Staatsbürger bezeichnet, wird in den ausländischen Medien berichtet, dass es sich allerdings um einen deutschen Staatsbürger handeln soll.

Oberst Preecha fügte gleichzeitig hinzu, dass die Polizei bei der ehemaligen Residenz von Andreas nichts Illegales feststellen konnte. Das gleiche gilt auch für seine spirituelle Gruppe und den Ashram in dem sie sich aufgehalten hatte.

„Sein Ashram und seine Lehren verstießen nicht gegen die Gesetze“, sagte der Oberst. „Es gab keine Beweise, die auf irgendeine kriminelle Vergehen hinweisen“, fügte er hinzu.

Andreas Raaman antwortete nicht sofort auf Nachrichten, die an sein Facebook-Konto gesendet wurden. Seine Website, auf der er die Lehren der indischen Kultfigur Sathya Sai Baba veröffentlichte, war bis Montag unzugänglich gemacht worden. Die Seite benötigt nun ein Passwort, um es anzuzeigen.

Elise Dallemagne sprach zuletzt mit ihrer Familie am 17. April während des Urlaubs auf der Insel, zehn Tage bevor sie in der Tanote Bucht auf Ko Tao gefunden wurde. Die Polizei behauptete damals, dass sie Selbstmord begangen hatte. Nachdem die Familie Dallemagne in den sozialen Netzwerken den Verdacht geäußert hatte, dass ihre Tochter ermordet worden sein könnte, sah sich die Polizei gezwungen, die Untersuchung wieder aufzunehmen.

In einem Interview mit der britischen Zeitung The Mirror sagte Herr Raaman, dass er Elise kurz vor ihrem Verschwinden noch gesprochen habe. „Sie hat sich darauf vorbereitet, nach Hause zu gehen“, sagte er der Mirror. „Und ich habe mich darauf vorbereitet, dass mein Visum abläuft und ich die Insel verlassen muss. Deshalb haben wir in dieser Zeit nicht viel miteinander geredet“, fügte er hinzu.

Nachdem zahlreiche Nutzer in den sozialen Medien die Ermittlungsarbeit der lokalen Polizei auf Ko Tao zum Tod von Elise Dallemagne als unzureichend bezeichnet hatten, hat die zentrale Polizei in Bangkok Detektive entsandt, die die Untersuchung vor Ort unterstützen sollen.

Der Kommandant der Division zur Unterdrückung von Verbrechen, Herr Suthin Sapmuang sagte, dass ihre Ermittlungsarbeiten in diesem Fall bereits im Gange seien.

„In diesem Augenblick haben wir allerdings noch keine Leute, die verdächtigt oder für uns von Interesse“, sagte General Major Suthin.

Suthin fügte allerdings hinzu, dass die forensische Polizei vor kurzem bestätigt hat, dass Frau Dallemagne Selbstmord begangen hat.

Medienberichte hatten zuvor bereits die Mutter von Frau Dallemagne, Michele van Egten zitiert. Sie sagte gegenüber den Medien, sie habe nie einen Autopsie Bericht von der Polizei erhalten.

Sowohl Suthin als auch Preecha bestritten dies: Preecha sagte, dass der Autopsie Bericht der Touristenfamilie über die belgische Botschaft am 15. Juni vorgelegt wurde.

Dagegen hatte Michele van Egten am 26. Juni in einem Online-Post geschrieben, dass sie den Bericht bisher noch nicht gesehen hatte.

„Bitte respektiere die folgende Entscheidung: Schreibe mir nur privat an, wenn du ein Freund von Elise bist oder vielleicht ein Zeuge dessen, was mit ihr passiert ist“, sagte sie auf einer Facebook-Seite der Yogagruppe, der auch ihre Tochter Elise Dallemagne angehörte.

„Die Polizei-Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen und wir warten immer noch auf den Autopsie-Bericht. Danke an alle von euch“, schrieb sie weiter.

 

  • Quelle: Khao Sod