Yingluck war nicht hier, berichten kambodschanische Grenz Beamte

Yingluck war nicht hier, berichten kambodschanische Grenz Beamte

Bangkok / Phnom Penh. Am Sonntag erklärten die zuständigen kambodschanischen Grenzbeamten gegenüber den Medien, dass die ehemalige gesuchte Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra nicht über Kambodscha aus Thailand ausgereist sei, um von hier aus weiter nach Dubai zu flüchten.

Die Beamten erklärten gegenüber den Medien, dass es in ihre Unterlagen und Aufzeichnungen keinen Hinweis darauf gebe, dass Yingluck über Kambodscha vor dem Gerichtsurteil in Thailand geflohen sei. Bei den Berichten in den Medien handelt es sich lediglich um Vermutungen und Gerüchte, fügten die zuständigen Grenzbeamten hinzu.

Wie bereits mehrfach berichtet, sollte die ehemalige Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra am Freitag vor dem thailändischen Obersten Gerichtshof für politische Amtsträger erscheinen, um dort das Gerichtsurteil über ihre angebliche Fahrlässigkeit in einem Reisverpfändungsplan der damaligen Regierung zu erfahren. Allerdings blieb sie der Urteilsverkündung fern und war seitdem spurlos verschwunden.

Nachdem sie nicht vor dem Gericht erschienen war, spekulierten Grenzbeamte und zahlreiche Quellen, dass Yingluck ein Schnellboot von Rayong zu einer Insel wie Ko Chang, Ko Kood oder Ko Laoya in der Provinz Trat genommen haben könnte, bevor sie nach Kambodscha weiter reiste.

Beamte in der kambodschanischen Provinz Pursat sagten am Sonntag, dass thailändische Beamte einen illegalen Grenzübergang im Stadtbezirk in der Provinz Trat am 19. August geschlossen hatten. Gleichzeitig behaupteten sie jedoch, dass es nichts mit dem Fall zu tun habe und eine davon unabhängige Entscheidung war.

Beamte in Thailand, Singapur und in Dubai waren auch am Sonntag nicht bereit, irgendwelche Fragen oder Kommentare zu dem brisanten Fall zu beantworten.

Den unbestätigten Berichten zufolge soll Yingluck von hohen Stellen Hilfe und sogar einen kambodschanischen Pass bekommen haben, um sich damit ihren Weiterflug von Singapur nach Dubai in einem Privatjet zu sichern.

Ihr älterer Bruder Thaksin Shinawatra, der ebenfalls als Premierminister im Jahr 2006 verdrängt wurde, lebt in Dubai in einem selbstauferlegten Exil. Die Medien spekulieren, dass er auch bei der Flucht seiner Schwester Yingluck die Finger mit im Spiel hatte.

Die kambodschanischen Beamten verweigerten jedoch alle Vermutungen, dass Yingluck über die Grenzen von Kambodscha aus Thailand entkommen konnte.

Chhay Buna, der für die Grenzkontrollstellen zuständige kambodschanische Beamte behauptete jedoch, es sei nur ein „Gerücht“ und nicht wahr „.

„Wenn Yingluck die Grenze überschritten hat, müsste sie von anderen Leuten gesehen worden sein“, betonte er. „Aber niemand hat sie gesehen“, fügte er hinzu und nannte die Medien gleichzeitig „unprofessionell“, weil sie nicht die kambodschanischen Beamten befragt und aufgefordert hatten, diese Informationen zu bestätigen.

„Die thailändischen Behörden haben nur ihre eigene Analyse“, fügte er hinzu.

Mittlerweile behauptete Sok Sophorn, der stellvertretende Chef des Passport-Departements, dass seine Abteilung nur Pässe für kambodschanische Bürger ausstellt. „Frau Yingluck ist Thai, sie ist nicht kambodschanisch, also gebe ich keinen Ausweis an einen Ausländer“, betonte er.

Sophorn sagte weiter, dass er die Behauptung, dass Yingluck Hilfe und einen kambodschanischen Pass erhielt nur dann weiter untersuchen werde, wenn er von seinem Vorgesetzten dazu aufgefordert wird, dieses Problem genauer zu untersuchen.

Ein Sprecher der Einwanderungsbehörde des Ministeriums für Inneres, Generalleutnant Kerm Sarin behauptete, es sei kein Bericht von Yingluck im System, dass sie von Kambodscha aus nach Singapur gegangen sei. Genauso wenig lägen irgendwelche Berichte darüber vor, dass seine Behörden Frau Yingluck einen kambodschanischen Pass ausgestellt hätten, betonte er ebenfalls.

„Vorläufig haben wir keinen Bericht. Es gibt auch keine Aufzeichnungen“, sagte er. „Wir haben keine Aufzeichnungen darüber, das Yingluck von Kambodscha aus weiter nach Singapur gereist ist“.

Sarin fügte gleichzeitig hinzu, dass Beamte seiner Abteilung seit Sonntag nicht in einer Kommunikation mit thailändischen Behörden stehen würden.

Khek Norinda, der Sprecher der Kambodscha-Flughäfen behauptete nur, dass Beamte „keine Informationen über diesen Fall“ hätten, ohne dabei auf irgendwelche spezifischen Fragen einzugehen oder sie zu beantworten. Der Sprecher des Innenministerium Khieu Sopheak konnte ebenfalls auf Nachfrage der Medien nicht erreicht werden.

Allerdings sind die guten und engen Beziehungen der Familie Shinawatra zu wichtigen Leuten und Amtsträgern in Kambodscha bekannt und kein Geheimnis. Hun Sen, der angeblich ebenfalls in einer engen Beziehung zu Yinglucks Bruder Thaksin steht bezeichnete ihn im Jahr 2009 als einen „engen Freund“, dem er jederzeit seine Residenz in Kambodscha anbieten würde, nachdem Thaksin wegen Korruptionsvergehen in Thailand verurteilt wurde.

Im selben Jahr erklärte auch die kambodschanische Regierung, dass sie Thaksin nicht ausliefern würde, denn Hun Sen erzählte Reportern, dass Thaksin als „Wirtschaftsberater“ für das Land dienen könne.

Yinglucks Familie unterhält allerdings auch noch andere Beziehungen zu kambodschanischen Politikern. Im Jahr 2013 heiratete die Tochter von Yaowapa Wongsawat, eine andere von Thaksins jüngeren Schwestern, den Sohn des kambodschanischen Gesetzgebers Seang Nam. Nam konnte ebenfalls auf Nachfrage der Presse am Sonntag nicht für einen Kommentar erreicht werden.

Wenn es wahr wäre, dass Yingluck über Kambodscha aus Thailand floh, wäre sie nicht der erste, der dem Königreich entkommen wäre.

Jakrapob Penkair, ein ehemaliger Minister und Berater von Thaksin, der dazu beigetragen hatte, die „Rothemden“ Anhänger des Landes zu gründen, floh vor einigen Jahren ebenfalls nach Kambodscha. Auch er antwortete am Sonntag nicht auf eine Bitte der Presse, einen Kommentar zur Flucht von Yingluck anzugeben. Die Presse vermutet, dass er nach wie vor immer noch im Exil in Kambodscha lebt.

 

  • Quelle: CNN, The Nation, Thai Visa, Phuket Gazette