BANGKOK. Im November verzeichnete Thailand den achten Monat in Folge einen Rückgang der Inflationsrate. Grund dafür waren sinkende Energiepreise und die Wirksamkeit staatlicher Maßnahmen zur Senkung der Lebenshaltungskosten. Das Handelsministerium meldete einen Rückgang des Verbraucherpreisindex um 0,49 % im Vergleich zum Vorjahr, wodurch dieser im November auf 100,5 Punkte fiel. Während die Energiepreise sanken, stiegen die Preise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke nach drei Monaten rückläufiger Preise wieder an. Auslöser hierfür waren gestiegene Kosten für frisches Gemüse und Fertiggerichte.
In den ersten elf Monaten des Jahres 2025 sank die Gesamtinflation im Vergleich zum Vorjahr um 0,12 Prozentpunkte. Die Kerninflation, die frische Lebensmittel und Energie ausklammert, stieg seit Oktober um 0,66 Prozentpunkte und hat sich in diesem Jahr bisher um 0,86 Prozentpunkte erhöht. Das Handelspolitische und Strategiebüro (TPSO) prognostiziert für 2025 einen Rückgang der Inflation um 0,15 bis 0,2 Prozentpunkte. Dies wäre die erste negative Inflationsrate seit dem durch Covid-19 bedingten Rückgang im Jahr 2020.
Das Statistische Zentralamt (TPSO) prognostiziert für Dezember einen Rückgang der Inflation um 0,48–1,08 %, wobei die schweren Überschwemmungen im Süden nur geringe Auswirkungen haben dürften. Dennoch bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich eines möglichen Preisanstiegs von 15–20 % bei frischem Gemüse und 10–20 % bei Fertiggerichten. Initiativen wie das Zuzahlungsprogramm „Khon La Khrueng Plus“ haben das Verbrauchervertrauen gestärkt; eine Ausweitung dieser Programme könnte die Nachfrage der Haushalte und damit die Inflation weiter ankurbeln.
Für 2026 wird eine Inflation zwischen 0 und 1,0 % erwartet, basierend auf einem BIP-Wachstum von 1,2 bis 2,2 % und einem durchschnittlichen Rohölpreis in Dubai von 60 bis 70 US-Dollar pro Barrel. Im ersten Quartal 2026 könnte die Inflation aufgrund besserer Erntepreise und eines wiederbelebten Tourismussektors positiv ausfallen. Prognosen zufolge werden 34,9 Millionen Touristen erwartet, was Einnahmen von 2,79 Billionen Baht generieren dürfte. Herausforderungen bestehen jedoch weiterhin durch die sinkenden globalen Rohölpreise und die Aufwertung des Baht.
Laut einem Bericht der Bangkok Post identifizierte das TPSO anhaltende negative Faktoren wie sinkende Weltmarktpreise für Rohöl, bestehende Sparmaßnahmen der Regierung, ein schleppendes Wirtschaftswachstum und einen Zustrom billiger Importe, die den Inflationsdruck dämpfen könnten.
Wichtigste Erkenntnisse
- Der November markiert den achten Monat in Folge mit negativer Inflation, die auf gesunkene Energiepreise zurückzuführen ist.
- Für 2025 wird eine negative Inflationsrate erwartet, die erste seit 2020.
- Die Prognosen für 2026 reichen von einer Inflation von 0 bis 1,0 %, da sich Tourismus und Agrarpreise erholen.
- Quelle: ASEAN Now, Bangkok Post