BANGKOK. Die oppositionelle Pheu-Thai-Partei hat Premierminister Anutin Charnvirakul wiederholtes Versagen im Krisenmanagement vorgeworfen und gewarnt, er könne wegen der Überschwemmungskatastrophe in Hat Yai sein Amt verlieren.
Die Vertreter der Pheu-Thai-Partei haben ihre Kritik an Herrn Anutin, der auch als Innenminister fungiert, verschärft. Sie werfen ihm chronisches Fehlverhalten im Umgang mit nationalen Notlagen vor – von der Covid-19-Pandemie bis hin zu den verheerenden Überschwemmungen im Süden in diesem Jahr – und beschuldigen ihn, Entschädigungsprogramme zur politischen Schadensbegrenzung zu nutzen.
Dr. Cholnan Srikaew, Abgeordneter für Nan und ehemaliger Gesundheitsminister, sagte, die Lage im Süden habe ein „extrem schlimmes“ Niveau erreicht, mit mehr als 100 Todesfällen und massiven Überschwemmungen in mehreren Provinzen.
Offiziellen Schätzungen zufolge sind 1.226.627 Haushalte – insgesamt 3.542.583 Personen in neun Provinzen – betroffen.
Hat Yai, das wirtschaftliche Zentrum von Songkhla, hat die schwersten Schäden erlitten, mit Verlusten, die „nicht quantifiziert werden können“ und deren Erholung beträchtliche Zeit in Anspruch nehmen wird.
Er sagte, die Entschuldigung von Herrn Anutin sei zu spät gekommen und erst erfolgt, nachdem er gezwungen gewesen sei, schwerwiegendes Missmanagement und fehlerhafte Risikobewertungen einzugestehen.
Die Folgen, so Dr. Cholnan, umfassen einen weitverbreiteten wirtschaftlichen Zusammenbruch, Hunderttausende in Not, zerstörte Häuser und verlorene Vermögenswerte. Das Versprechen der Regierung, für jedes Todesopfer zwei Millionen Baht Entschädigung zu zahlen, diene seiner Ansicht nach lediglich dazu, Kritik abzuwehren und die öffentliche Wut zu beschwichtigen.
Er forderte die Regierung auf, Evakuierungsmaßnahmen zu priorisieren, medizinische Teams einzusetzen, Feldlazarette auszubauen und psychologische Unterstützung für die betroffenen Gemeinden vorzubereiten.
Er forderte zudem strenge Maßnahmen zur Krankheitsprävention, insbesondere gegen durch Wasser übertragene Krankheiten wie Leptospirose, und eine rasche Identifizierung der Verstorbenen, damit die Familien die religiösen Riten durchführen können. Eine klare und integrierte behördenübergreifende Koordination sei unerlässlich, um weitere Verzögerungen zu vermeiden, sagte er.
Unterdessen erklärte der Pheu-Thai-Abgeordnete Anusorn Iamsa-ard, die zunehmenden öffentlichen Forderungen nach dem Rücktritt von Herrn Anutin spiegelten einen tiefen Vertrauensverlust in die Minderheitsregierung wider, die wegen ihres Umgangs mit den Überschwemmungen stark kritisiert worden sei.
Herr Anusorn sagte, die Flutkrise habe sich zu einer ausgewachsenen „Glaubenskrise“ ausgeweitet, die Zustimmungswerte und das öffentliche Ansehen der Regierung seien „weggespült“ worden.
- Quelle: Bangkok Post