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Thailändisches Militär erwägt KI-gestützten Kriegsführungsplan

BANGKOK. Das Thailändische Militär erwägt einen KI-gestützten Kriegsführungsplan und möchte ein neues Rahmenwerk für intelligente Verteidigungsoperationen.

Die Königlich Thailändischen Streitkräfte planen, im nächsten Haushaltsjahr ein neues Joint Capabilities Command (JCC) einzurichten, um autonome Militärsysteme zu entwickeln und die Fähigkeiten zur domänenübergreifenden Kriegsführung auszubauen.

General Ukris Boontanondha, Chef der thailändischen Streitkräfte, leitete am Sonntag im Hauptquartier der Königlich Thailändischen Luftwaffe in Bangkok das vierte Treffen der Oberbefehlshaber der Teilstreitkräfte für das Haushaltsjahr 2026. An dem Treffen nahmen die Kommandeure von Heer, Marine und Luftwaffe sowie der Chef der nationalen Polizei teil.

Im Mittelpunkt der Agenda stand die Entwicklung autonomer Systeme, die mit sich rasch verändernden Sicherheits- und Technologieumgebungen zurechtkommen müssen.

 

Die Königlich Thailändischen Streitkräfte planen, im nächsten Haushaltsjahr ein neues Joint Capabilities Command (JCC) einzurichten, um autonome Militärsysteme zu entwickeln und die Fähigkeiten zur domänenübergreifenden Kriegsführung auszubauen.

Gripen-Kampfjets. (Foto: Königlich Thailändische Luftwaffe)

 

Angesichts der zunehmenden Bedeutung von KI und autonomen Technologien in der modernen Kriegsführung skizzierte das Hauptquartier der Königlich Thailändischen Streitkräfte seine Vision für „Operationen in allen Domänen“, die Land, See, Luft, Weltraum und Cyberraum umfassen. Die Strategie zielt darauf ab, die operative Präzision zu verbessern, Truppenverluste zu reduzieren und einen kontinuierlichen Einsatz zu gewährleisten.

Militärvertreter gaben bekannt, dass im Rahmen des geplanten Gemeinsamen Koordinierungskomitees (JCC) bereits eine gemeinsame Einheit für autonome Systeme und Luftverteidigung eingerichtet wurde. Die Initiative zielt außerdem auf eine engere Zusammenarbeit mit der heimischen Verteidigungsindustrie und führenden akademischen Einrichtungen ab, darunter die Chulalongkorn-Universität, die Mahidol-Universität und die Universität Chiang Mai.

Ziel ist die Erreichung langfristiger Selbstversorgung mit Verteidigungstechnologien.

Im Anschluss an das Treffen erklärte Generalmajor Withai Laithomya, Sprecher der Königlich Thailändischen Streitkräfte, dass die Streitkräfte einen dreistufigen Entwicklungsrahmen für autonome Systeme vorgeschlagen hätten.

Auf der ersten Ebene behalten Menschen die endgültige Entscheidungsgewalt, beispielsweise bei Kampfdrohnen und Bombenentschärfungsrobotern. Die zweite Ebene umfasst Systeme, die unter zeitweiser menschlicher Aufsicht selbstständig operieren können, darunter unbemannte Überwasserschiffe und autonome Fahrzeugkonvois. Die dritte Ebene besteht aus vollautonomen Systemen für Hochrisikogebiete, die für Menschen unzugänglich sind, wie etwa autonome Drohnenschwärme und automatisierte Minenräumsysteme.

Der Sprecher sagte, autonome Systeme böten fünf Hauptvorteile: Geschwindigkeit, 24-Stunden-Betriebsfähigkeit, verbesserte Sicherheit auf dem Gefechtsfeld, präzise Zielerfassung durch Sensorsysteme und integrierte Vernetzung über Land-, See-, Luft- und Cyberoperationen hinweg.

Das Hauptquartier der Königlich Thailändischen Streitkräfte hat bereits mehrere autonome Technologien eingesetzt, darunter KI-basierte Systeme zur Erkennung von Cyberbedrohungen, Drohnen für Katastrophenevakuierung und Logistik sowie Minenräumfahrzeuge.

 

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