BANGKOK. Es ist zwar nicht bekannt, wer hinter der Petition zur Auflösung der Pheu Thai Partei steht, Analysten sagen jedoch, dass es sich dabei um Unzufriedenheit mit dem ehemaligen Premierminister handelt.
Politische Analysten glauben, dass eine anonyme Petition zur Auflösung der regierenden Pheu Thai Partei ein Zeichen wachsender Unzufriedenheit mit ihrem Patriarchen, dem ehemaligen Premierminister Thaksin Shinawatra und Vater des neuen Premierministers Paetongtarn ist.
In der Petition wurde die Wahlkommission angeblich aufgefordert, beim Verfassungsgericht Klage auf Auflösung der Pheu Thai Partei einzureichen. Der Kläger behauptete, der Koalitionsführer habe sich von Thaksin dominieren lassen, der kein Parteimitglied sei.
Thaksin war am 13. August bei der Parteiversammlung in der Parteizentrale anwesend, nur einen Tag bevor das Verfassungsgericht das Urteil verkündete, mit dem Srettha Thavisin wegen mangelnder Integrität als Premierminister abgesetzt wurde.
Srettha wurde abgesetzt, weil er Pichit Chuenban zum Minister des Premierministeramts ernannt hatte, obwohl er wusste, dass Pichit nicht qualifiziert war, da er einmal wegen versuchter Bestechung von Gerichtsbeamten im Gefängnis gesessen hatte. Politische Kritiker glaubten, dass dieser Schritt inszeniert worden war, um Thaksins Tochter zur Premierministerin zu machen.
Der ehemalige Premierminister nahm Berichten zufolge an Treffen mit Staatsbeamten und Wirtschaftsführern teil, um die Politik und den Haushaltsplan der Regierung zu besprechen. An einigen dieser Treffen nahm der neue Premierminister nicht einmal teil, obwohl Thaksin behauptete, er sei nicht mehr als ein enger Berater.
Analysten sagten, der Kläger könnte auch andere Beweise anführen, um die Behauptung zu untermauern, dass Thaksin die Pheu Thai Partei sowohl heimlich als auch öffentlich beeinflusst. Sie verwiesen auf jüngste Anlässe, bei denen der ehemalige Ministerpräsident vorgeschlagen hatte, die wichtigsten Kampagnen der Regierung anzupassen, um ihre Effizienz zu steigern. Dazu gehörten die 10.000 Baht-Prämie zur Steigerung der Inlandsausgaben und die Obergrenze von 20 Baht für den Fahrpreis elektrischer Züge.
Wer die anonyme Petition verfasst hat, ist noch immer unklar, Analysten gehen jedoch davon aus, dass es sich um jeden aus dem konservativen oder liberalen Lager handeln könnte.
Obwohl Thaksin in den fast drei Jahrzehnten seiner politischen Karriere als Konservativer galt, gibt es in Thailand viele unterschiedliche Strömungen der Konservativen, und nicht alle sind mit seinen jüngsten Maßnahmen zufrieden, betonen Analysten.
Der Vorsitzende der Pheu Thai Partei, Wisuth Chainarun, sagte am Montag, dass die in der Petition erhobenen Vorwürfe unbegründet und falsch seien.
- Quelle: The Nation Thailand