BANGKOK. Thailand kämpft mit einer schweren Schuldenkrise. Über 5,4 Millionen Bürger stecken in „chronischen Schulden“ fest und müssen vor allem Zinsen zahlen, da die Lebenshaltungskosten schneller steigen als die Einkommen. Surapol Opasatien, CEO des National Credit Bureau, wies auf der Veranstaltung „Life Fest 40+: Better to Know Early“ in Bangkok auf dieses neue Risiko hin und warnte, dass die Wirtschaft im letzten Quartal 2025 ohne schnelles Eingreifen stagnieren oder um weniger als 1 % wachsen könnte.
Das Problem liegt in den finanziellen Belastungen, die durch die Covid-19 Pandemie noch verschärft wurden. Sie hat die Einkommenssituation von 2020 bis 2023 stark beeinträchtigt, insbesondere bei Selbstständigen. Staatliche Konjunkturprogramme wie das „Khon La Khrueng“-Programm gelten als entscheidend, um die Auswirkungen abzumildern. Dennoch prognostiziert die Bank von Thailand für 2026 lediglich ein BIP-Wachstum von 1,6 %. Die mögliche Verlangsamung des Unternehmenswachstums weckt weitere Bedenken hinsichtlich möglicher Entlassungen und erschwert so die Erholung.
Die aktuelle finanzielle Belastung der Haushalte ist offensichtlich: Das Einkommenswachstum betrug in den letzten drei Jahren lediglich 3 %, während die Ausgaben um 5 % gestiegen sind. Die Krungthai Bank meldet eine durchschnittliche Haushaltsverschuldung von 700.000 Baht, wovon 100.000 Baht auf informelle Schulden entfallen. Daten des National Credit Bureau zeigen, dass 33 Millionen Schuldner insgesamt 13,5 Billionen Baht Schulden haben, wobei die Generationen X und Y am stärksten belastet sind.
Schulden werden nach Altersgruppe und Kreditart kategorisiert. Die Generation X trägt die Hauptlast der Haushaltsschulden, während die Generation Y aufgrund ihrer doppelten Betreuungspflichten als „müde Generation“ gilt. Informelle Schulden sind mit exorbitanten Zinssätzen verbunden, was die finanzielle Notlage insbesondere von Büroangestellten im Alter von 40 bis 45 Jahren verschärft, die in einem chronischen Schuldenkreislauf gefangen sind und oft nur die Zinsen für ihre Kredite zahlen.
Surapol prognostiziert einen starken Anstieg notleidender Kredite bei der Generation Y, wenn nicht bald wirksame Strategien zur Schuldentilgung eingeführt werden. Er betont die Bedeutung der Umschuldung als politischen Schwerpunkt für 2026 und plädiert für eine verbesserte Finanzkompetenz und einen fairen Kreditzugang, um finanzielle Stabilität und Freiheit wiederherzustellen.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Über 5,4 Millionen Thailänder haben chronische Schulden und zahlen größtenteils Zinsen.
- Ohne wirksame Interventionen besteht die Gefahr einer Stagnation der Wirtschaft.
- Wichtige politische Schwerpunkte sind die Umschuldung und die Aufklärung über Finanzfragen.
- Quelle: ASEAN Now, The Nation Thailand