BANGKOK. Die thailändische Zentralbank will der rasanten Aufwertung des Baht entgegenwirken, der in diesem Jahr um fast 7 % gestiegen ist und ihn damit auf ein wettbewerbsfähiges Niveau gegenüber dem US-Dollar gebracht hat. Maßnahmen der Zentralbank, darunter Steuerreformen, eine verstärkte Überwachung von Goldtransaktionen und eine erwartete Zinssenkung, sollen den Druck auf den Baht verringern. Diese Maßnahmen sind entscheidend, da der Baht auf über 32 Baht pro Dollar an Wert gewonnen hat, was sich negativ auf Exporte und Tourismus auswirkt.
Das Finanzministerium plant in einer strategischen Neuausrichtung, die Grenze für ausländische Einkünfte, die von der obligatorischen Rückführung ausgenommen sind, von derzeit 1 Million US-Dollar auf 10 Millionen US-Dollar (357 Millionen Baht) pro Transaktion anzuheben. Diese Änderung, die noch in diesem Monat in Kraft tritt, gibt Unternehmen mehr Spielraum im Umgang mit ausländischen Einnahmen und kontrolliert gleichzeitig die Devisenzuflüsse ins Land. Darüber hinaus wird eine strengere Überwachung von Goldtransaktionen die Finanzinstitute verstärkten.
Von Goldhändlern wird erwartet, dass sie die Transaktionsdetails streng dokumentieren, um den Behörden eine effektive Regulierung des Devisenmarktes zu ermöglichen. Die Aufwertung des Baht geht einher mit einem Anstieg des globalen Goldpreises um 4 %, was darauf hindeutet, dass Goldströme die jüngsten Währungsbewegungen maßgeblich beeinflusst haben. Die Wertentwicklung des Baht wurde zudem durch einen schwächeren US-Dollar, Devisenverkäufe im Export und Zuflüsse in Anleihen gestützt.
Samuel Hertz von der EBC Financial Group weist darauf hin, dass die thailändische Zentralbank die Auswirkungen des rasanten Anstiegs des Baht auf die Wettbewerbsfähigkeit von Export und Tourismus – zwei zentrale Säulen der Wirtschaft – befürchtet. Die Anhebung der Rückführungsgrenze wird als taktische Maßnahme gesehen, um den Devisenzufluss nach Thailand zu dämpfen und den Unternehmen eine verbesserte Liquiditätssteuerung zu ermöglichen.
Die Geldpolitik steht künftig unter Beobachtung, da Zentralbankgouverneur Vitai Ratanakorn mögliche Zinssenkungen angedeutet hat. Analysten erwarten bei der bevorstehenden Sitzung am 17. Dezember eine weitere Senkung von derzeit 1,5 Prozent, nach vier vorherigen Senkungen in diesem Jahr. Laut der Bangkok Post dürfte diese Maßnahme nur begrenzte Auswirkungen auf tiefgreifende wirtschaftliche Probleme haben, zielt aber darauf ab, Währungsschwankungen zu stabilisieren.
Angesichts der Entwicklungen in der nationalen und internationalen Politik bleiben Händler und Unternehmen wachsam. Hertz betont, dass die thailändische Zentralbank die Aktivitäten des Baht weiterhin genau beobachten und bei drohenden wirtschaftlichen Auswirkungen eingreifen wird. Die übergeordnete Strategie umfasst die Steuerung des Wechselkurses, die Überwachung von Transaktionen und die Regelungen für ausländische Einkünfte, um die Volatilität zu reduzieren, ohne die wirtschaftlichen Grundlagen zu verändern.
Wichtigste Erkenntnisse
- Der Baht ist in diesem Jahr um fast 7 % gestiegen, was strategische Interventionen erforderlich machte
- Zu den neuen Maßnahmen gehören Anhebungen der Schwellenwerte für ausländische Einkünfte und eine strengere Überwachung von Goldtransaktionen.
- Die erwartete Zinssenkung zielt darauf ab, die Auswirkungen der Währung auf Exporte und Tourismus zu stabilisieren.
- Quelle: ASEAN Now, Bangkok Post