BANGKOK. Thailand zählt zu den am stärksten betroffenen Volkswirtschaften Asiens, nachdem der Iran die Schließung der Straße von Hormus angekündigt und damit die globalen Rohöl- und LNG-Lieferungen bedroht hat. Einem Bericht von CNBC vom Dienstag (3. März) zufolge dürfte Thailand mit erheblichen Folgen der steigenden Ölpreise zu kämpfen haben. Brent-Rohöl wurde am Dienstag bei rund 81 US-Dollar pro Barrel gehandelt, nachdem der Preis seit Ausbruch des Konflikts um mehr als 10 % gestiegen war.
Hochrangige Kommandeure der iranischen Revolutionsgarde (IRGC) haben gewarnt, dass jedes Schiff, das die Straße von Hormus durchquert, angegriffen würde. Laut CNBC, die sich auf das Energieberatungsunternehmen Kpler beruft, wurden im Jahr 2025 täglich rund 13 Millionen Barrel Rohöl durch die Straße von Hormus transportiert, was etwa 31 % des weltweiten Rohöltransports auf dem Seeweg entspricht.
Dem Bericht zufolge werden rund 20 % der weltweiten LNG-Exporte durch die Straße von Hormus transportiert, ein Großteil davon über Katar. Weiter heißt es, Katar habe die LNG-Produktion vorübergehend eingestellt, nachdem iranische Drohnenangriffe Anlagen in den Industriestädten Ras Laffan und Mesaieed getroffen hatten.
CNBC zitierte eine Analyse von Nomura, wonach Thailand zu den asiatischen Volkswirtschaften gehört, die am stärksten von einem Ölpreisschock betroffen sein könnten. Die Netto-Ölimporte des Landes betragen 4,7 % des BIP und sind damit der höchste Anteil in der Region. Laut Nomura könnte sich Thailands Leistungsbilanzsaldo bei einem Anstieg der Ölpreise um 10 % um etwa 0,5 % des BIP verschlechtern. Einige Analysten befürchten, dass die Ölpreise bei einer anhaltenden Schließung sogar auf über 100 US-Dollar pro Barrel steigen könnten.
Andere asiatische Volkswirtschaften würden unterschiedlich stark betroffen sein. Nomura identifizierte Indien, Südkorea und die Philippinen aufgrund ihrer hohen Abhängigkeit von Energieimporten als besonders gefährdet. Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate decken laut Nomura 99 % der LNG-Importe Pakistans und 72 % der Importe Bangladeschs ab, während Indien mit höheren Rohölimportkosten und stark steigenden LNG-Preisen konfrontiert sein werde.
Laut einem Bericht von The Nation erklärte Nomura außerdem, Japan und Südkorea seien stark vom Öl des Nahen Ostens abhängig (rund 75 % bzw. 70 %) und verfügten nur über LNG-Vorräte, die für zwei bis vier Wochen reichten. China sei kurzfristig besser aufgestellt, da etwa 40 % seiner Ölimporte über Hormuz abgewickelt würden und mehr als 7,6 Millionen Tonnen LNG gespeichert seien. Malaysia werde als Ausnahme genannt, da höhere Ölpreise den Staatseinnahmen zugutekommen könnten.
- Quelle: ASEAN Now, The Nation Thailand