ThailandTIP

Die Auswirkungen des Krieges werden sich voraussichtlich in Phasen entfalten.

BANGKOK. Der fiskalische Druck schränkt Thailands Optionen ein. Die Auswirkungen des Krieges werden sich voraussichtlich in Phasen entfalten.

Laut InnovestX Securities könnten Thailands Wirtschaft und Aktienmarkt zunehmend unter Druck geraten, wenn die Spannungen zwischen dem US-israelischen Bündnis und dem Iran eskalieren. Die Risiken könnten sich von kurzfristigen Schwankungen an den Finanzmärkten bis hin zu einer tiefergreifenden wirtschaftlichen Abschwächung entwickeln.

Piyasak Manason, Leiter der Wirtschaftsforschung bei InnovestX, sagte, die Auswirkungen auf Thailand würden sich wahrscheinlich in Phasen entfalten, beginnend mit unmittelbaren Schocks bei den Energiepreisen und den Kapitalströmen kurzfristig, gefolgt von umfassenderen strukturellen wirtschaftlichen Risiken, falls sich der Konflikt länger hinzieht.

Für 1-3 Monate könnte Thailand einen starken Anstieg der Energiekosten erleben, da das Land stark von Rohölimporten aus dem Nahen Osten abhängig ist, die mehr als 55 % der gesamten Ölimporte ausmachen.

Jegliche Störungen oder erhöhte Spannungen in der Straße von Hormuz, einer der wichtigsten Öltransportrouten der Welt, würden die Produktions- und Transportkosten für Schlüsselsektoren wie die Fertigungsindustrie, die Logistik und die Petrochemie schnell in die Höhe treiben.

Diese höheren Kosten würden sich voraussichtlich auf die Verbraucher auswirken und eine Kosteninflation auslösen, was die Gewinnmargen börsennotierter Unternehmen in verschiedenen Branchen schmälern würde, sagte er.

Eine weltweite Risikoaversion könnte die Kapitalabflüsse aus Thailands ohnehin fragilem Aktienmarkt beschleunigen, so das Brokerhaus. Dieser Trend hat bereits begonnen: Ausländische Investoren verkauften innerhalb einer Woche thailändische Aktien im Wert von 479 Millionen US-Dollar.

InnovestX warnte davor, dass sich Panikverkäufe ausbreiten könnten, insbesondere bei Aktien von Unternehmen mit mittlerer und geringer Marktkapitalisierung, die typischerweise eine geringere Liquidität aufweisen. Dies könnte die Volatilität an der thailändischen Börse verstärken und zu ungewöhnlich starken Schwankungen des Baht führen.

 

Laut InnovestX Securities könnten Thailands Wirtschaft und Aktienmarkt zunehmend unter Druck geraten, wenn die Spannungen zwischen dem US-israelischen Bündnis und dem Iran eskalieren. Die Risiken könnten sich von kurzfristigen Schwankungen an den Finanzmärkten bis hin zu einer tiefergreifenden wirtschaftlichen Abschwächung entwickeln.

 

STAGFLATIONSSZENARIO

Sollte der Konflikt länger als drei Monate andauern, könnten sich die Risiken von vorübergehenden Preisschocks hin zu tiefergreifenden strukturellen Schäden verlagern, sagte Herr Piyasak.

InnovestX wies darauf hin, dass Thailand innerhalb eines Zeitraums von 3 bis 12 Monaten mit der Gefahr einer Stagflation konfrontiert sein könnte, einer Kombination aus hoher Inflation und sich verlangsamendem Wirtschaftswachstum.

„Ein solches Szenario würde mehrere Wirtschaftszweige beeinträchtigen, darunter die Exporte von Elektronik und Automobilen, die stark von globalen Lieferketten abhängig sind. Auch der Tourismussektor, ein weiterer wichtiger Motor des thailändischen BIP, könnte sich abschwächen, wenn geopolitische Unsicherheit die Nachfrage nach internationalen Reisen dämpft“, sagte er.

Anhaltend hohe Ölpreise würden den Öl- und Treibstofffonds, der bereits mit Nachhaltigkeitsproblemen zu kämpfen hat, zusätzlich belasten und könnten ein noch schnelleres Anwachsen seines Defizits erleben, sagte Herr Piyasak.

FISKALISCHE BESCHRÄNKUNGEN

Während Thailands aktuelles Kabinett von erfahrenen Wirtschaftspolitikern und Kontinuität im Team profitiert, warnte er davor, dass seine Fähigkeit, auf eine länger andauernde Krise zu reagieren, durch fiskalische Beschränkungen eingeschränkt sei.

Die Staatsverschuldung nähert sich der 70%-Grenze des BIP und schränkt damit den Spielraum der Regierung für umfangreiche Konjunkturmaßnahmen ein. Globale Ratingagenturen wie Fitch Ratings und Moody’s haben ihren negativen Ausblick für Thailands Haushaltsentwicklung beibehalten.

InnovestX erklärte, die Fähigkeit der Regierung, die Krise zu bewältigen, hänge von drei Faktoren ab. Der erste Faktor sei das Management von Energienachfrage und -angebot, einschließlich Maßnahmen zur Verbrauchsreduzierung wie Homeoffice-Regelungen und potenziellen Energieverteilungsplänen für Haushalte und Industrieunternehmen, sowie Bemühungen zur Diversifizierung der Energiequellen.

Zweitens geht es um die Wahrung der Haushaltsdisziplin, insbesondere um den Ausgleich zwischen dem öffentlichen Druck für Energiesubventionen und der Notwendigkeit, die Glaubwürdigkeit der Staatsfinanzen zu wahren. Drittens ist die Stabilität der Regierungskoalition von Bedeutung, die unter internen politischen Druck geraten könnte, wenn sie zwischen der Wahrung der Haushaltsdisziplin und der Verfolgung politisch populärer Maßnahmen abwägen muss.

Herr Piyasak sagte, die Regierung werde voraussichtlich über ausreichende Kapazitäten verfügen, um die Krise zu bewältigen, wenn der Konflikt nur von kurzer Dauer sei, etwa ein bis zwei Monate. Danach hänge der wirtschaftliche Ausblick davon ab, wie effektiv diese politischen Herausforderungen bewältigt würden und wie sich die Spannungen entwickelten.

 

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