BANGKOK. Die thailändische Handelskammer hat der Regierung drei nationale Prioritäten vorgeschlagen: Bekämpfung der Korruption, Reform der Landwirtschaft und Förderung von Handel und Investitionen.
Die thailändische Handelskammer hat die Regierung dringend aufgefordert, drei wichtige nationale Prioritäten zu verfolgen – die Bekämpfung der Korruption, die Reform des Agrarsektors und die Beschleunigung von Handel und Investitionen – als Teil einer umfassenderen Initiative zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Thailands.
Dr. Poj Aramwattananont, Vorsitzender der Thailändischen Handelskammer und des thailändischen Handelsausschusses, sagte, die Vorschläge seien unterbreitet worden, nachdem Premierminister Anutin Charnvirakul am Freitag (15. Mai) das Regierungsgebäude für Gespräche mit hochrangigen Führungskräften führender Unternehmen der Privatwirtschaft geöffnet hatte.
Ziel des Treffens war es, Meinungen und Empfehlungen aus der Wirtschaft darüber einzuholen, wie die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Thailands gesteigert werden kann.
Drei-Punkte-Agenda für nationale Reformen
Poj sagte, die thailändische Handelskammer habe auf dem Anhörungsforum „Das Anhörungsforum: Stimmen an den Premierminister“ drei Kernpunkte angesprochen.
Der erste Vorschlag sah vor, dass die Regierung ein „Nationales Komitee zur Lösung von Korruptionsproblemen“ einrichtet, an dem Vertreter aller Sektoren, insbesondere des Privatsektors, teilnehmen.
Die Kammer schlug außerdem die Einrichtung eines nationalen Antikorruptions-Kommandozentrums vor, um gemeinsam ernsthafte, transparente und konkrete Maßnahmen zur Verhinderung und Bekämpfung von Korruption voranzutreiben.
Korruption sei nach wie vor ein chronisches Problem, das Thailands wirtschaftliche und soziale Entwicklung behindere, sagte Poj und fügte hinzu, das Land müsse der internationalen Gemeinschaft deutlich zeigen, dass es es ernst meine mit dem Handeln, insbesondere da Thailand bestrebt sei, seine Standards im Einklang mit seinem Ziel, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) beizutreten, zu erhöhen.
Der zweite Vorschlag forderte ein dringendes Eingreifen der Regierung und eine umfassende Reform des Agrarsektors. Die Kammer erklärte, die Reform müsse darauf abzielen, die Produktivität zu steigern, die Einkommen unmittelbar zu erhöhen, die Kosten zu senken und die Preise für mehr als 30 Millionen Landwirte und deren Familienangehörige zu stabilisieren.
Zudem wurde ein verstärkter Einsatz von Technologie und Innovation entlang der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette gefordert, von der Produktion und dem Wassermanagement bis hin zu Vermarktung und Wertschöpfung. Ziel sei es, so Poj, den thailändischen Landwirten ein stabiles Einkommen zu sichern und ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu erhalten.
Der dritte Vorschlag konzentrierte sich auf eine verstärkte Förderung des thailändischen Handels und der Investitionen angesichts der sich rasch verändernden geopolitischen und geoökonomischen Herausforderungen. Die Handelskammer erklärte, Thailand müsse neue Chancen ergreifen und die langfristige Widerstandsfähigkeit seiner Wirtschaft stärken.
Premierminister wird aufgefordert, integrierte Wirtschaftsoffensive anzuführen
Poj erklärte, die drei Themen beträfen zahlreiche Ministerien und Behörden, weshalb ein einheitliches und integriertes Vorgehen unerlässlich sei. Er forderte den Premierminister auf, den Prozess direkt zu leiten, um eine klare Richtung vorzugeben, ein zügiges und zielgerichtetes Handeln zu gewährleisten und die Arbeit aller relevanten Behörden in einem Mechanismus ähnlich einem Wirtschaftskabinett zu koordinieren.
„Dies ist eine gute Gelegenheit für die gesamte Regierung, die Ansichten des Privatsektors anzuhören. Da der Premierminister die Vorschläge angenommen hat, ist zu erwarten, dass sie nach Dringlichkeit priorisiert und kontinuierlich und ernsthaft umgesetzt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes gemeinsam zu stärken“, sagte Poj.
- Quelle: The Nation Thailand