BANGKOK. Die tödliche Kollision zwischen einem Güterzug und einem Linienbus an Bangkoks vielbefahrener Kreuzung Asok-Makkasan hat die Überprüfung des thailändischen Eisenbahnsicherheitssystems verstärkt, nachdem Ermittler eine Reihe mutmaßlicher Betriebsfehler aufgedeckt hatten, die zu dem Unglück geführt haben.
Bei dem Unfall, der sich am 16. Mai gegen 15:41 Uhr ereignete, kamen acht Menschen ums Leben und mehr als 30 wurden verletzt, als der Güterzug Nr. 2126, der von Laem Chabang nach Bang Sue unterwegs war, mit dem Bus der Linie 206 zusammenstieß, bevor das Fahrzeug in Flammen aufging. Der Lokführer soll ohne gültige Fahrerlaubnis gefahren sein und wurde positiv auf illegale Substanzen getestet.
Einem Bahnübergangswärter wird Fahrlässigkeit vorgeworfen, da er angeblich durch Versäumnisse bei den Signalverfahren zu dem Zusammenstoß beigetragen hat.
Die Untersuchung befasst sich mit der Frage, ob es sich um eine umfassendere Aufsichtspflichtverletzung handelt, weil ein angeblich ungeeigneter und nicht lizenzierter Mitarbeiter den Zug bedienen durfte.
Die Tragödie hat langjährige Schwächen der thailändischen Eisenbahnsicherheit offengelegt und Forderungen nach strengeren Mitarbeiterüberprüfungen und Infrastrukturverbesserungen an gefährlichen Bahnübergängen laut werden lassen.
Vorläufige Erkenntnisse des Eisenbahnministeriums (DRT), gestützt auf Daten aus dem Fahrtenschreiber des Zuges, lassen vermuten, dass der Lokführer die Notbremse erst etwa 100 Meter vor dem Aufprall betätigte, obwohl der schwere Güterzug einen deutlich längeren Bremsweg erforderte.
Die Ergebnisse warfen zudem ernsthafte Fragen hinsichtlich der Reaktion des Lokführers auf. Der Zug fuhr vor dem Zusammenstoß mit 34 Kilometern pro Stunde, doch die Notbremse wurde Berichten zufolge erst 100 Meter vor dem Aufprall betätigt – weit weniger als die üblicherweise benötigten 500 bis 2000 Meter, um einen schwer beladenen Containerzug vollständig zum Stehen zu bringen.
Zu spät zum Stoppen – tödliches Zugunglück deckt Sicherheitsmängel auf
Die Ermittlungen nahmen eine ernstere Wendung, nachdem forensische Untersuchungen angeblich illegale Substanzen im Urin des Lokführers Sayomphorn Sonkul nachwiesen . Die Behörden stellten außerdem fest, dass er mutmaßlich nicht über die von der DRT ausgestellte, gesetzlich vorgeschriebene Betriebserlaubnis für Eisenbahnfahrzeuge verfügte.
Die Ergebnisse haben Fragen hinsichtlich der internen Aufsicht und der Frage aufgeworfen, ob unqualifiziertes Personal Züge bedienen durfte, die für die öffentliche Sicherheit verantwortlich waren.
Die Polizei der Wache Makkasan hat seitdem rechtliche Schritte gegen mehrere Personen eingeleitet, die mit dem Vorfall in Verbindung stehen.
Der Lokführer wurde von der thailändischen Staatsbahn (SRT) vom Dienst suspendiert, während nun eine ernsthafte Disziplinaruntersuchung und ein mögliches Strafverfahren im Zusammenhang mit mutmaßlichem Drogenkonsum und Fahrlässigkeit eingeleitet wurden.
Unterdessen wurde der Bahnübergangswärter Uthen Jomkiri wegen fahrlässiger Tötung und schwerer Körperverletzung angeklagt, nachdem Ermittler mutmaßliche Mängel in den Signalverfahren festgestellt hatten, die möglicherweise dazu beigetragen haben, dass der Bus auf den Gleisen zum Stehen kam.
Das DRT weitet seine Untersuchung auch darauf aus, ob Vorgesetzte oder leitende Angestellte mit disziplinarischen oder strafrechtlichen Konsequenzen rechnen müssen, wenn sie angeblich nicht lizenzierte oder ungeeignete Mitarbeiter im operativen Dienst belassen.
Die Tragödie hat eine breitere Debatte über die seit langem bestehenden Schwächen der thailändischen Eisenbahnsicherheitsinfrastruktur neu entfacht, insbesondere an gefährdeten Bahnübergängen in städtischen Gebieten.
Die Behörden geben an, dass die Regierung nun einen strengeren Ansatz der „Null-Toleranz“ erwägt, der unter anderem obligatorische Alkohol- und Drogentests für Bahnmitarbeiter vor jeder Schicht ohne Ausnahme vorsieht.
Die Behörden überprüfen außerdem landesweit Hunderte von ungenehmigten Bahnübergängen, von denen viele seit langem als Unfallschwerpunkte gelten.
Zu den längerfristigen Vorschlägen gehören der Bau weiterer Unterführungen und Überführungen an gefährlichen Kreuzungen sowie die Modernisierung von Signalsystemen, die Hindernisse auf den Gleisen früher erkennen können, um den Zugführern mehr Bremszeit zu geben.
Das Makkasan-Unglück hat sich rasch von einer Verkehrstragödie zu einer nationalen Warnung vor betrieblicher Fahrlässigkeit und veralteten Verkehrssicherheitssystemen entwickelt, ein Problem, das die Behörden nun zunehmend unter Druck setzt, anzugehen, bevor es zu einem weiteren tödlichen Unfall kommt.
- Quelle: The Nation Thailand