BANGKOK. Der thailändische Verbraucherrat (TCC) und die Eisenbahnverkehrsbehörde (DRT) drängen auf eine grundlegende Überarbeitung des Verkehrsmanagementsystems in Bangkok, nachdem ein tödlicher Zusammenstoß zwischen einem Zug und einem Bus gravierende Schwächen an Bahnübergängen offengelegt hat.
Die Behörden nannten Probleme, darunter nicht integrierte Ampelanlagen, die die Polizei nicht eigenständig steuern kann.
Bei dem Unfall am 16. Mai an der Kreuzung Makkasan–Asok Din Daeng kamen acht Menschen ums Leben und mehr als 30 wurden verletzt, was zu dringenden Forderungen nach Reformen führte.
KI-basierte Systeme können Unfälle verhindern
Feuerwehrleute durchsuchen die verkohlten Trümmer eines Linienbusses und weiterer Fahrzeuge, nachdem ein Güterzug am 16. Mai in der Nähe des Bahnhofs Makkasan der Airport Rail Link in Bangkok mit dem Bus kollidiert war. (Foto: Nutthawat Wichieanbut)
TCC-Generalsekretär Saree Aongsomwang sagte am Dienstag, die Behörden müssten dringend die Gestaltung des Verkehrssystems überprüfen und intelligente Technologien einsetzen, um den Verkehrsfluss zu verbessern und die Unfallverhütung zu stärken.
Sie sagte, sie habe den Ort am 23. Mai zusammen mit dem stellvertretenden DRT-Generaldirektor Athibhu Chitranukroh und einer Arbeitsgruppe besucht, um den Bahnübergang Phaya Thai zu inspizieren und über den Einsatz künstlicher Intelligenz zu sprechen.
Bei Gesprächen mit der Verkehrspolizei vor Ort wurde eine große Einschränkung deutlich:
Die an den Verkehrskontrollstellen stationierten Beamten können die Ampeln nicht direkt einstellen oder in den Automatikmodus schalten, sondern müssen sich mit den Mitarbeitern des Rathauses abstimmen, die nicht vor Ort sind.
„Das wirft die Frage auf, warum Thailand, obwohl dort schon so lange automatisierte Ampeln eingesetzt werden, keine KI eingeführt hat, um die Beamten an vorderster Front bei der Bewältigung von Verkehrsproblemen zu unterstützen“, sagte Frau Saree.
„KI kann Verkehrsaufkommen sofort analysieren und den Verkehrsfluss an Kreuzungen und wichtigen Knotenpunkten verbessern, ohne dass dafür massive Investitionen nötig sind.“
Sie fügte hinzu, dass das Verkehrsmanagement ganzheitlich und nicht durch die Zuständigkeiten der Polizei fragmentiert werden sollte, und warnte davor, dass Reformen in Thailand oft sechs Monate bis ein Jahr dauern – angesichts der aktuellen Herausforderungen viel zu langsam.
Herr Athibhu erklärte, die Bahnübergänge in Bangkok seien äußerst komplex und beinhalteten oft sich überschneidende Kreuzungen.
Nach einem Treffen mit der Verkehrspolizei am 22. Mai einigten sich die Behörden auf kurzfristige Maßnahmen. Dazu gehört der Einsatz von mehr Beamten, um zu verhindern, dass Fahrzeuge in gelb schraffierten „Haltezone“-Bereichen in der Nähe von Bahngleisen anhalten. Die BMA wird außerdem gebeten, die Ampeln ganztägig zu betreiben.
Langfristig plant die DRT, KI zur besseren Koordinierung der Signalzeiten zwischen benachbarten Kreuzungen einzusetzen. In Zusammenarbeit mit dem Rail Technology Research Institute und Huawei Thailand hat die Behörde KI-gestützte intelligente Videoüberwachungssysteme an mehreren Bahnübergängen in Nakhon Sawan erprobt.
Das System erkennt Fahrzeuge, die zwischen Bahnschranken eingeklemmt sind, und alarmiert die Bahnhofsvorsteher, damit diese die Lokführer zum Langsam fahren oder Anhalten auffordern können. Die Installation am Bahnübergang Asok Din Daeng war vor dem Unfall geplant.
Unabhängig davon hat das Verkehrsministerium die thailändische Staatsbahn angewiesen, die Pläne für eine Hochbahnstrecke von Phaya Thai nach Hua Mak zu beschleunigen, um wichtige Bahnübergänge zu beseitigen.
• Quelle: Bangkok Post