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Thailändische Anwälte reichen Anzeige gegen Wahrsagerin wegen Panik ein

BANGKOK. In einer überraschenden Wendung der Ereignisse haben zwei thailändische Anwälte eine Klage gegen eine bekannte Wahrsagerin eingereicht. Sie beschuldigen sie, mit ihren Vorhersagen über bevorstehende Zusammenstöße an der thailändisch-kambodschanischen Grenze öffentliche Panik geschürt zu haben.

Die Wahrsagerin Worracha „Plai“ Pinitrokakorn, allgemein bekannt als Plai Prai Krasip, machte nach einem Interview am 2. August Schlagzeilen. In ihrer Rede über thailändische Politik behauptete Plai, dass bis November oder Dezember ein neuer Premierminister im Amt sein werde. Sie bezeichnete ihn als einen jungen Mann, dessen Name mit dem Buchstaben „P“ beginnt. Sie zeichnete ein düsteres Bild des neuen Führers und beschrieb ihn als egozentrisch und rücksichtslos in seinen Entscheidungen.

Für die eigentliche Kontroverse sorgten jedoch ihre Äußerungen zu möglichen Unruhen an der Grenze. Plai sagte einen unmittelbar bevorstehenden Angriff innerhalb weniger Tage voraus und rief die Bevölkerung dazu auf, ihre Grundstücke zu meiden und auf ihre Sicherheit zu achten. Ihre düstere Vorhersage warnte vor schwerem Blutvergießen und deutete diplomatische Spannungen an. Das löste bei denjenigen, die an ihre übersinnlichen Kräfte glaubten, Ängste aus.

Ihre Behauptungen stießen nicht bei allen auf Zustimmung. Der ehemalige Beamte des Drogenfahndungsbüros, Rewat Klinkaysorn, kritisierte Plai öffentlich in den sozialen Medien und stellte die unbegründete Angst in Frage, die sie geschürt hatte. „Sie sagten, es würde in ein oder zwei Tagen passieren. Nichts ist passiert. Wie wollen Sie die Verantwortung übernehmen?“, schrieb er und verwies dabei auf die unnötige Belastung derjenigen, die solchen Vorhersagen vertrauen.

Inmitten der zunehmenden Besorgnis griffen die prominenten Anwälte Kirdpon Kaewkird und Ronnarong Kaewphet ein. Am 5. August reichten sie bei der Polizeiwache Pak Kret in Nonthaburi eine Beschwerde ein und warfen Plai vor, gegen Paragraph 384 des thailändischen Strafrechts verstoßen zu haben. Dieses Gesetz verbietet die vorsätzliche Verbreitung falscher Informationen, die zu öffentlichen Unruhen führen. Die Straftat wird mit bis zu einem Monat Gefängnis, einer Geldstrafe von bis zu 10.000 Baht oder beidem geahndet.

Die Anwälte machten ihre Absichten deutlich: Sie wollten Plai nicht hart bestrafen, sondern sie von derartigen aufrührerischen Äußerungen in Zukunft abhalten. Sie ließen die Möglichkeit weiterer Anklagen offen, falls durch die vorgelegten Beweise weitere Rechtsverstöße aufgedeckt würden.

Als Reaktion darauf planen die Behörden, Plai zu befragen. Ihre Bemühungen sind jedoch derzeit ins Stocken geraten, da sie Berichten zufolge aufgrund des Stresses durch die sich entwickelnde Situation ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

 

In einer überraschenden Wendung der Ereignisse haben zwei thailändische Anwälte eine Klage gegen eine bekannte Wahrsagerin eingereicht. Sie beschuldigen sie, mit ihren Vorhersagen über bevorstehende Zusammenstöße an der thailändisch-kambodschanischen Grenze öffentliche Panik geschürt zu haben.

 

Das sich entfaltende Drama beleuchtet die Schnittstelle zwischen traditionellem Glauben und modernen Medien und wirft Fragen nach Meinungsfreiheit und öffentlicher Verantwortung auf. Plais Vorhersagen, die von manchen verspottet werden, haben für viele noch immer Einfluss und verdeutlichen die tiefen kulturellen Wurzeln der Wahrsagerei in Thailand.

Obwohl es, wie von ihr erwartet, nicht zu Zusammenstößen kam, löste der Vorfall eine breitere Diskussion über den Einfluss und die Verantwortung von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus, insbesondere von Personen mit einer großen Anhängerschaft. Im weiteren Verlauf des Gerichtsverfahrens bleibt abzuwarten, wie sich dies auf das Verhalten von Personen mit einem derartigen Einfluss auf die öffentliche Meinung auswirken wird.

Der Fall dient vorerst als Erinnerung an die Macht der Worte und die damit verbundene Verantwortung, insbesondere in einer Welt, in der sich Informationen, ob zutreffend oder nicht, schnell über verschiedene Medienkanäle verbreiten.

 

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