BANGKOK. Thailand hat vorsorglich Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung wieder eingeführt, die bereits während der Covid-19-Pandemie angewendet wurden, um einer möglichen Ausbreitung des Nipah-Virus vorzubeugen, obwohl es im Land keine bestätigten Fälle gibt.
Zu den Maßnahmen gehören verstärkte Gesundheitskontrollen von Reisenden aus Risikogebieten, die an wichtigen Einreisepunkten wie Flughäfen umgehend umgesetzt werden.
Ministerpräsident Anutin Charnvirakul erklärte am Sonntag, dem 25. Januar 2026, die verschärften Kontrollen seien notwendig, da es weder ein Heilmittel noch einen Impfstoff gegen das Nipah-Virus gebe. Er betonte, die Maßnahme sei vorsorglich und diene der Verhinderung eines Ausbruchs, nicht der Bekämpfung eines bereits bestehenden.
Die Entscheidung folgt auf Berichte über Nipah-Virus-Erkrankungen in Indien, die in der Region Besorgnis im Bereich der öffentlichen Gesundheit auslösten. Thailand hat bisher keine Nipah-Infektionen registriert, die Behörden entschieden sich jedoch, frühzeitig zu handeln und die im Rahmen der Covid-19-Bekämpfung entwickelten Systeme anzupassen.
Herr Anutin erklärte, die Systeme zur Überprüfung der öffentlichen Gesundheit seien nach dem gleichen Modell angepasst worden, das bereits während des Covid-19-Ausbruchs in Thailand angewendet worden war. Er fügte hinzu, dass die Überprüfung von Besuchern aus Risikoländern intensiviert werden müsse, um eine frühzeitige Erkennung und Eindämmung zu gewährleisten.
Zu den Maßnahmen gehören verstärkte Gesundheitskontrollen von Reisenden aus Risikogebieten, die an wichtigen Einreisepunkten wie Flughäfen umgehend umgesetzt werden.
Gleichzeitig rief der Premierminister die Bevölkerung zur Ruhe auf und betonte, dass das Nipah-Virus durch Körperflüssigkeiten und nicht über die Luft übertragen werde. „Die Menschen können ihren Alltag wie gewohnt fortsetzen und ihre gewohnten Hygienemaßnahmen beibehalten, wie zum Beispiel frisch zubereitete Speisen zu verzehren, Servierlöffel zu benutzen, sich häufig die Hände zu waschen und Händeschütteln zu vermeiden“, sagte er.
Er sagte außerdem, das Gesundheitsministerium werde entsprechende Bekanntmachungen zur Lage in Nipah sowie Hygienehinweise veröffentlichen, um die Bevölkerung vor Beunruhigung zu schützen. Diese Mitteilungen sollen die Öffentlichkeit informieren und gleichzeitig den normalen Tagesablauf aufrechterhalten.
Dr. Nattapong Wongwiwat, Generaldirektor für medizinische Wissenschaften, erklärte, dass die Krankenhäuser und medizinischen Einrichtungen seines Ministeriums angewiesen wurden, sich auf einen möglichen Ausbruch vorzubereiten. Zu den Vorbereitungen gehören die Sicherstellung der Verfügbarkeit von Fachpersonal, Isolierstationen, Medikamenten und anderen medizinischen Hilfsmitteln.
Die Vorbereitungsmaßnahmen gelten für das Rajavithi-Krankenhaus, das Lerdsin-Krankenhaus, das Nopparat-Rajathanee-Krankenhaus, das Neurologische Institut Thailands, das Zentrale Lungeninstitut Thailands und das Nationale Königin-Sirikit-Institut für Kindergesundheit. Interne und externe Experten wurden zudem mit der Erstellung landesweiter Richtlinien für das medizinische Personal beauftragt.
Dr. Nattapong erklärte, diese Maßnahmen dienten der maximalen öffentlichen Sicherheit und der Gewährleistung einer koordinierten medizinischen Versorgung im Falle eines Nipah-Falls. Die Behörden würden die regionale Lage weiterhin beobachten und die Maßnahmen gegebenenfalls anpassen.
Wichtigste Erkenntnisse
- Thailand hat trotz fehlender Fälle von Covid-19-bedingten Virusausbrüchen Screening-Maßnahmen wieder eingeführt, um einen Ausbruch des Nipah-Virus zu verhindern.
- Premierminister Anutin Charnvirakul sagte, das Virus sei nicht über die Luft übertragbar und rief die Bevölkerung zur Ruhe auf.
- Krankenhäuser im ganzen Land wurden angewiesen, Personal, Einrichtungen und Richtlinien für einen möglichen Ausbruch vorzubereiten.
- Quelle: ASEAN Now, Bangkokpost