PATTAYA. Die Behörden haben in Pattaya eine gemeinsame Razzia mehrerer Institutionen gegen illegale Strohmann-Unternehmen durchgeführt. Dies führte zur sofortigen Schließung von vier Reiseveranstaltern und dem Entzug ihrer Lizenzen. Betroffen waren die Firmen Aletia Tours Co., Ltd., Yor Indo-Thai Group Company Limited, YJH Co., Ltd. und Di V-Ext Co., Ltd. Im Zuge der Operation wurde außerdem ein thailändischer Staatsbürger aufgedeckt, der im Verdacht steht, Anteile an über 100 Unternehmen im Auftrag ausländischer Interessen zu halten.
Die vom Wirtschaftsförderungsamt des Handelsministeriums geleitete Untersuchung konzentrierte sich auf Tourismus- und Immobilienunternehmen in Chon Buri, einem wichtigen Wirtschaftszentrum. Zwischen dem 18. und 20. März 2026 führten Beamte gemeinsam mit dem Tourismusministerium, der Touristenpolizei, der Sonderermittlungsabteilung (DSI), der Einwanderungsbehörde und dem Handelsamt der Provinz Chon Buri Vor-Ort-Kontrollen in Pattaya durch. Zu den ersten Überprüfungen gehörten vier Buchhaltungs- und Anwaltskanzleien, die im Verdacht standen, mehrere Unternehmen in denselben Räumlichkeiten registriert zu haben.
Die Behörden stellten zahlreiche Unregelmäßigkeiten fest, darunter einen Fall, in dem ein einzelner thailändischer Staatsbürger Anteile an über 100 Unternehmen mit einem Gesamtinvestitionswert von mindestens 300 Millionen Baht hielt. Dies weckte den Verdacht auf Strohmanngeschäfte zur Umgehung der Bestimmungen des thailändischen Gesetzes über ausländische Unternehmen von 1999. Die Betroffenen wurden zur Aufklärung des Sachverhalts vorgeladen; bei Bestätigung der Verstöße werden rechtliche Schritte eingeleitet.
Im Tourismussektor stellten die Behörden fest, dass Änderungen in der Geschäftsführung von vier Unternehmen zu Verstößen gegen das Tourismusgesetz und das Gesetz über Reiseleiter von 2008 geführt hatten, was den sofortigen Entzug ihrer Lizenzen zur Folge hatte. Die Ermittler entdeckten außerdem drei ausländische Unternehmen, die im Immobilienhandel tätig waren, was gemäß Liste 1 (9) des Gesetzes verboten ist.
Weitere Datenanalysen ergaben, dass 146 ausländische juristische Personen in Chon Buri möglicherweise in eingeschränkten Geschäftskategorien gemäß dem Foreign Business Act 1999 tätig sind. Einige könnten in Sektoren fallen, die entweder vollständig verboten sind oder eine vorherige Genehmigung der Regierung erfordern, was eingehendere Untersuchungen notwendig macht.
Poonpong Naiyanapakorn, Generaldirektor des Ministeriums für Wirtschaftsentwicklung, warnte davor, dass Strohmanngeschäfte den Wettbewerb verzerren und thailändische Unternehmer benachteiligen. Er betonte, dass die Durchsetzung der Vorschriften landesweit fortgesetzt werde und Zuwiderhandlungen streng geahndet würden. Thailändische Staatsangehörige, die als Strohmann-Aktionäre fungieren, können gemäß Paragraph 36 strafrechtlich verfolgt werden, während ausländische Betreiber in beschränkten Sektoren ohne Genehmigung mit bis zu drei Jahren Haft, Geldstrafen zwischen 100.000 und 1.000.000 Baht oder beidem bestraft werden können.
Die Zeitung „The Nation“ berichtete, dass die Behörden zudem darauf hinwiesen, dass die Nichtbeachtung von Gerichtsbeschlüssen zusätzliche tägliche Geldstrafen von 10.000 bis 50.000 Baht nach sich ziehen könne, bis die Verstöße eingestellt würden. Die laufenden Ermittlungen könnten sich zu einem umfassenderen Vorgehen ausweiten und möglicherweise eine großangelegte Razzia gegen Strohmannfirmen in wichtigen Wirtschaftszweigen nach sich ziehen.
- Quelle: ASEAN Now, Matichon