BANGKOK. Regionale Dynamiken verschärfen innenpolitische Probleme, was innerhalb eines Jahres zu zwei Premierministern führte. Die thailändische Politik – ein Jahr der Unruhen und des Wandels.
Die politische Lage in Thailand war 2025 von Konflikten zwischen Thailand und Kambodscha geprägt, die in bewaffnete Auseinandersetzungen eskalierten. Innenpolitisch erlebte Thailand zwei Regierungswechsel, bevor das Parlament im Vorfeld der Wahlen am 8. Februar 2026 aufgelöst wurde. Es war insgesamt ein politisch turbulentes Jahr.
Zusammenstöße bringen die Beziehungen auf einen neuen Tiefpunkt
Eines der brisantesten politischen Themen in diesem Jahr sind die Auseinandersetzungen an der thailändisch-kambodschanischen Grenze, die die Beziehungen zwischen den Nachbarländern auf den fragilsten Punkt ihrer jüngeren Geschichte gebracht haben.
Ein Demonstrant hält ein Schild hoch, das Kambodschas Anspruch auf Prasat Ta Muen Thom an der thailändisch-kambodschanischen Grenze anprangert. Der Patriotismus war während des jüngsten Grenzkonflikts stark ausgeprägt. PATTARAPONG CHATPATTARASILL
Der nächste Vorfall ereignete sich im Juni inmitten erhöhter Spannungen an der thailändisch-kambodschanischen Grenze. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Regierung des ehemaligen Premierministers Paetongtarn Shinawatra bereits in einer schwierigen Lage und hatte mit zunehmendem politischen Druck zu kämpfen.
Anutin nutzt die Gelegenheit
Nach dem Zusammenbruch der von der Pheu Thai-Partei geführten Regierung infolge eines Urteils des Verfassungsgerichts über einen umstrittenen durchgesickerten Audioausschnitt mit dem ehemaligen Premierminister Paetongtarn Shinawatra und dem kambodschanischen Senatspräsidenten Hun Sen nutzte die von Anutin Charnvirakul geführte Bhumjaithai-Partei (BJT) die Situation schnell aus.
Thaksins Probleme beeinträchtigten seinen Wahlkampf
Der frühere Premierminister Thaksin Shinawatra wurde zurück ins Gefängnis geschickt, nachdem der Oberste Gerichtshof ihn im Zusammenhang mit dem aufsehenerregenden Fall des „14. Stockwerks“ zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt hatte. Dies bedeutete einen schweren Schlag für jegliche Aussicht, dass er eine Rolle im Wahlkampf spielen könnte.
Früher Start für Bhumjaithai
Nach ihrem Aufstieg zur Minderheitsregierung hat die Bhumjaithai (BJT)-Partei rasch ihre Kontrolle über wichtige staatliche Machtmechanismen ausgebaut und hochrangige Beamte in verschiedenen Ministerien – allen voran im mächtigen Innenministerium – neu besetzt und eingesetzt. Viele Beobachter sehen darin eine frühe Vorbereitung auf die nächsten Parlamentswahlen am 8. Februar.
- Quelle: Bangkok Post