Kriegsgebiet Bangkok – Tote und Verletzte

Bislang gab es nach offiziellen Angaben zwei Tote und rund 100 Verletzte. Die Armee behauptet nach wie vor, mit Platzpatronen zu schießen. Weshalb es dann so viele Verletzte gibt oder weshalb die Demonstranten vor den schießenden Soldaten in Deckung gehen, ist nicht bekannt.

Die Armee dementierte den Vorwurf, wie im Mai 1992 die Leichen beiseite geschafft zu haben und beruft sich auf die Auskunft der Krankenhäuser, in denen keine Todesfälle bekannt sind. Die „Rothemden“ selbst sprechen jedoch von inzwischen zehn erschossenen Demonstranten.

Hart umkämpft waren die Kreuzung Din Daeng und das Victory Monument. Die Armee eroberte es am frühen Morgen des 13. April zurück, dann rückten wieder die Demonstranten vor und am Nachmittag nochmals die Armee, die versuchte, eine Bastion der Rothemden nach der anderen einzunehmen.

Busse und Autoreifen brannten, die Demonstranten kaperten ein oder zwei Flüssiggastanker und drohten damit, diese in die Luft zu sprengen.

Am Abend kam es in Chinatown zu Auseinandersetzungen zwischen Rothemden und Anwohnern, dabei sollen die Anhänger der UDD zwei Menschen erschossen haben. Die Berichte über diesen Vorgang sind gelinde gesagt widersprüchlich. Die Einwohner sollen mit den Demonstranten darüber verhandelt haben, Straßensperren wegzuräumen, was auch geschah. Nach Augenzeugenberichten sollen dann Männer auf Motorrädern gekommen sein und geschossen haben. Wer diese waren, ist nicht bekannt.

Der erwartete Sturm der Armee auf das Regierungsviertel blieb in der Nacht zum 14. April offensichtlich aus. Dort verschanzen sich zwischen 5000 und 10.000 Demonstranten.

In einem Interview mit CNN warf der vertriebene Ex-Premierminister Thaksin der Regierung vor, die Tötung von Demonstranten zu vertuschen und heimlich Leichen abzutransportieren. Er sprach von einer „goldenen Zeit“ für eine Revolution und würde zurückkehren, wenn die Zeit dafür reif sei.

Premierminister Abhisit, der ebenfalls von CNN und auch von BBC interviewt wurde, sagte, man habe nichts gegen Demonstranten so lange diese friedlich blieben. Bei Ausschreitungen müsse man aber gegen sie vorgehen. Er fügte hinzu, die Lage in Bangkok sei unter Kontrolle…

Auch in anderen Gebieten des Landes wird demonstriert. In Nong Khai, Chiang Rai, Chiang Mai, Lamphun und Khon Kaen wurden Straßensperren errichtet.tn, bp, Reuters, CNN, BBC, Straits Times, dpa, ap