Von den deportierten Hmong fehlt jede Spur, seit sie laotischen Boden betreten haben. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR bittet das Land vergeblich um Zugang zu den Männern, Frauen und Kindern.
Die „Vientiane Times“, das englische Sprachrohr der Kommunistenführung, hatte Thailand in unverhohlen propagandistischem Ton für die „endgültige“ Rückführung der Hmong gedankt, die „Opfer von Menschenschmugglern und Betrug“ gewesen seien. Es sei Laos’ Pflicht, die Rechte seiner Staatsbürger zu schützen. Ferner teilte Laos mit, den deportierten Hmong gehe es gut, sie seien gerne „zu Hause“…
Die letzten rebellischen Hmong in den Berggebieten leisten kaum noch Widerstand gegen die Kommunisten und selbst der alte Widersacher Thailand ist heute ein Freund der laotischen Regierung, dem man vertrauen kann. Mit der Zwangsaussiedlung der Hmong hat die Armee des wichtigen südlichen Handelspartners klar demonstriert, daß Generäle Thailands Außenpolitik mitdiktieren.
Und wenn die laotischen Kommunisten jemandem vertrauen, dann sind es Generäle. Die Hmong fielen zwischen die Räder. Damals im Vietnam-Krieg stand Thailand als Verbündeter Amerikas auf der Seite der Hmong, von denen 300.000 Flüchtlinge via Thailand vorerst eine neue Heimat in den USA fanden.
Nach dem Militärputsch 2006 in Bangkok haben Laos und Thailand ihre lange Zeit schwierigen Beziehungen normalisiert. Auf Drängen von Vientiane führte Bangkok auch neue Sprachregelung ein: Die letzten Hmong-Flüchtlinge wurden nun als „illegale Einwanderer“ klassifiziert.
Die gewaltsame Rückführung dieser letzten Hmong mag dabei das formale Ende des Vietnam-Konflikts markieren, nicht aber das Ende des Flüchtlingsdramas. Tagesspiegel, bp