Bangkok กรุงเทพฯ: Schauspielerin und Richter gegen Baulöwen

Schauspielerin und Modell Nichapa „Wae Soul“ Saesoul reichte am 10. Juni bei einem Zivilgericht Klage gegen die Projektentwicklerin Areeya Property ein, mit der sie 5 Millionen Baht Schadensersatz geltend macht.

Vor fünf Jahren hat Nichapa von Areeya ein Haus an der Kaset-Nawamin Road im Bezirk Lat Phrao erworben. Nach ihrem Einzug baute die Immobilienfirma weitere Projekte in der Nähe des Hauses.

Während der Bauarbeiten sei Staub entstanden, davon hätte Nichapa einen Hautausschlag bekommen. Vorher hatte sie keine Allergien, Ärzte vermuteten zunächst, daß die Allergien mit der Geburt ihres Kindes in Zusammenhang zu bringen waren.

„Fast zwei Jahre lang wurde ich behandelt“, erzählte sie, bevor klar wurde, daß sie wegen der Bauarbeiten eine Stauballergie entwickelt hatte.

Die Arztrechnungen wurden zu einem finanziellen Problem, es wurde schwieriger für sie, Jobs in der Unterhaltungsbranche zu finden, noch schwieriger, die Hypothek für das Haus zu bezahlen.

Nichapa beschwerte sich daraufhin bei Areeya, die Firma versprach, die Häuser in der Umgebung innerhalb von sechs Monaten fertigzustellen. Um sich nicht mehr dem Staub auszusetzen, zog Nichapa vorübergehend um.

Nach ihrer Rückkehr mußte sie feststellen, daß die Firma weitere Neubauten hochzog. Daraufhin vermietete Nichapa ihr Haus und zog in ein Apartment.

Sie legte beim Bezirksamt Lat Phrao Beschwerde gegen Areeya ein und kontaktierte alle Behörden, die möglicherweise zuständig sein könnten, so auch das Rathaus, das Umweltamt, das Büro des Premierministers und das Verwaltungsgericht.

Doch Nichapa erhielt auf ihre Anfragen keine Antworten. Der letzte Ausweg bestand darin, gegen die Bauunternehmerin beim Zivilgericht Schadensersatzklage einzureichen. Das Gericht nahm die Klage an.

Nachdem Nichapa vom Bezirksamt Lat Phrao, Abteilung Öffentliche Bauarbeiten, keine Antwort erhielt, beschwerte sie sich beim Verwaltungsgericht über das Bezirksamt, weil dieses offensichtlich keinen Handlungsbedarf sah, was die Staubbelastung während der Bauarbeiten anbelangte.

David gegen Goliath: Nichapa fühlt sich ausgegrenzt, weil sie die einzige ist, die den Kampf gegen die Projektentwicklerin aufgenommen hat, obwohl ihre Nachbarn von demselben Problem betroffen sind. „Verdiene ich nicht zumindest etwas Mitgefühl?“ fragte sie.

Areeya Property konnte für eine Stellungnahme nicht erreicht werden.

Ein ähnliches Problem plagt Chittakon Phatthanasiri, Richter am Kriminalgericht. Er ist jetzt Kläger in einem Fall um das Projekt The Issara Lat Phrao, über das der TIP schon kurz berichtet hatte.

Chittakon verklagte u. a. den Immobilienmakler Songkran Issara, die Projektentwicklerin CIN Estate und die Baufirma Sangfah Construction and Engineering Co.

Chittakon behauptet in seiner Klageschrift, er sei wegen des Staubes, der seit 2007 bei Bauarbeiten eines Hochhauses, das an der Lat Phrao Road zwischen den Sois 12 und 14 entsteht, erkrankt. Er habe einen Hautausschlag bekommen, die Augen seien entzündet. Außerdem habe sein Herz gelitten, weil er ständig unter Streß stände.

Er hatte sich zunächst schriftlich an das Bezirksamt Chatuchak und an die Polizei gewandt, eine Antwort erhielt er nicht.

Vor gut einem Monat reichte er bei Gericht einen Antrag auf einstweilige Verfügung ein, wonach an Wochentagen zwischen 16.30 und 8.30 Uhr ein Baustopp erfolgen sollte. An Wochenenden und gesetzlichen Feiertagen sollten die Bauarbeiten komplett eingestellt werden.

Ferner forderte er die Beklagten in seiner Klage auf, ihm während der Bauarbeiten eine Ersatzwohnung zur Verfügung zu stellen und 4 Mio. Baht Schadensersatz zu zahlen.

Das Gericht erließ am 24. Mai eine einstweilige Verfügung, folgte dem Antragsteller aber nur insoweit, als daß ein täglicher Baustopp zwischen 17 Uhr und Mitternacht angeordnet wurde.

Ein Nachbar von Chittakon präsentierte u. a. säckeweise Staub, den er im Laufe der Zeit zusammenkehrt hatte. Harmlos, wenn man bedenkt, daß durch die Bauarbeiten in der Nachbarschaft Risse in den Wänden seines Hauses entstanden sind.

Ab und zu würden auch Gegenstände in seinen Garten fallen: „Je höher der Neubau, um so gefährlicher wird es. Während der Bauarbeiten schweben wir in ständiger Gefahr.“

Ein Mitarbeiter des Hochhauses The Issara teilte mit, das Problem mit den umliegenden Häusern sei gelöst. Die Firma reinige die Straßen und stelle Planen zur Verfügung, damit Autos abgedeckt werden können.

CIN Estate Co., die Projektentwicklerin, teilte mit, man ignoriere die Probleme keinesfalls. Mitarbeiter seien geschickt worden, um betroffene Häuser zu inspizieren und wenn nötig zu reparieren. Bei Chittakon habe man sich entschuldigt.

Die Firma hat gegen die einstweilige Verfügung Rechtsmittel eingelegt, weil sie mit dem abendlichen Baustopp nicht einverstanden ist. Der Rohbau sei fertiggestellt, ein Kran entfernt worden. Es müßte nur noch verputzt, gestrichen und Zubringerstraßen gebaut werden. bp, tr