Trägt der Australier selber Schuld am Angriff durch den wilden Elefanten?

Trägt der Australier selber Schuld am Angriff durch den wilden Elefanten?

Phuket. Am Montag wurde ein 62 Jahre alter australischer Tourist auf Phuket von einem wilden Elefanten angegriffen und schwer verletzt. Der Australier musste aufgrund seiner schweren Verletzungen auf die Intensivstation des Bangkok Phuket Hospital eingeliefert werden.

Wie wir bereits am 4. November berichtet hatten, hatten sich der 62 Jahre alte Australier Herr Chan Yong Shun am frühen Montagmorgen zu einem Spaziergang am Strand von Mai Khao auf der Ferieninsel Phuket entschieden. Herr Chan war extra für eine Hochzeit innerhalb seiner Familie nach Thailand gereist.

Bei seinem Spaziergang näherte sich Herr Chan dem nicht eingezäunten Bereich eines Fünf-Sterne-Resorts am Strand von Mai Khao. Hier wurde er plötzlich von dem vier Jahre alten Elefanten angegriffen und schwer verletzt.

Ein Freund der Familie hatte den Vorfall beobachtet und erklärte, dass sich der Elefant zunächst sehr ruhig verhalten habe. Plötzlich und ohne erkennbaren Grund sei das mächtige Tier dann auf Herrn Yun losgegangen und habe ihn mit seinem Rüssel zu Boden geworfen. Anschließend habe der offenbar wütende Elefant mit seinen Füßen auf den bereits am Boden liegenden Australier herum getrampelt.

Der schwer verletzte Australier wurde anschließend von den herbei geeilten Rettungskräften sofort auf die Intensivstation des Bangkok Phuket Hospital eingeliefert. Hier stellten die Ärzte mehrere gebrochene Rippen und eine Blutung in der Lunge fest.

Sein 32 Jahre alter Sohn Herr Teho meldete den Unfall der Polizei. Polizeirat Prawit Suttiruengarun von der Polizeistation Tah Chat Chai nahm wenig später die Ermittlungen zu dem Vorfall auf.

„Der 62-jährige Herr Chan Yong Shun war am Montag auf einem Spaziergang am Mai Khao Strand unterwegs, als er den vier Jahre alten Elefanten namens „NamWan“ sah. Er wollte von dem Elefanten ein Bild machen und näherte sich dem Tier“, berichtet Oberst Prawait der lokalen Phuket Gazette.

Wie sich erst jetzt im Nachhinein herausstellte, soll „Namwan“ an einem Baum angekettet gewesen sein. Auf der Suche nach dem richtigen Bildmotiv für sein Foto muss Herr Chan also in die Reichweite des Elefanten geraten sein.

Oberst Prawit erklärte: „Der Elefant wurde vom Veterinäramt Phuket bereits im August von Seinem Besitzer Herrn Suwanchai Kamthip eingezogen. Herr Suwanchai wurde wegen dem illegalen Transport des Tieres ohne Genehmigung vor ein Gericht gestellt. Wir warten noch auf das Urteil des Gerichts“, fügte er hinzu.

Herr Wongsaphat Janchaiyuth, ein Mitarbeiter des Phuket Veterinäramt (PLO) sagte, dass die Frist für das Entfernen des Elefanten von Phuket bereits am 3. September abgelaufen war. Allerdings hatte Herr Suwanchai in der Zwischenzeit bei dem Gericht eine Verlängerung der Frist beantragt.

„Der Elefant wurde von dem PLO regelmäßig auf seinen Gesundheitszustand untersucht. Dabei wurde dem Besitzer ein bestimmter Bereich im Wald zugewiesen, in dem sich der Elefant aufhalten sollte“, berichtet Herr Wongsaphat gegenüber der lokalen Phuket Gazette. „So wussten wir also immer, wo sich der Elefant aufhielt“, sagte er weiter.

„Der Elefant wurde dabei in einem Waldstück gehalten, das weit von den Touristen entfernt war“, bestätigte er der lokalen Presse. „Es war der Tourist selber, der sich dem Elefanten unvorsichtiger Weise genähert hat und dabei verletzt wurde“, betonte er.

NamWan auf dem Weg nach Phang Nga

NamWan auf dem Weg nach Phang Nga

Nach dem tragischen Unglück wurde Namwan am Mittwoch von Phuket nach Phang Nga zu einem neuen Aufenthaltsort gebracht.

„Herr Shun versteht, dass es sich bei dem Vorfall um einen tragischen Unfall gehandelt hat. Er hat auf einen Anklage verzichtet. Seine medizinischen Behandlungskosten werden von den Krankenkassen übernommen“, fügte Oberst Prawit hinzu.