Ausländer sehen sich mit Unsicherheit konfrontiert, da sich die Visaoptionen verringern und die Regeln verschärft werden.

Visa für Langzeit-Expats derzeit in der Schwebe

BANGKOK. Ausländer sehen sich mit Unsicherheit konfrontiert, da sich die Visaoptionen verringern und die Regeln verschärft werden.

Für Cui Heng war Thailand nie als Schlupfloch gedacht – sondern einfach nur als Wohnort. Der 34-jährige Chinese reiste im Juli 2023 erstmals mit einem Touristenvisum nach Thailand ein, um zu reisen und zu entscheiden, ob das Land für ihn auch längerfristig geeignet sei. Was folgte, so sagte er, war kein klarer Weg, sondern ein allmähliches Abgleiten in eine, wie er es beschreibt, bürokratische Grauzone.

Nachdem er sich in Pattaya niedergelassen hatte, beantragte Herr Cui ein Studentenvisum (ED-Visum) in der Hoffnung, dadurch Stabilität zu erlangen.

Das Visum, das von März 2024 bis März 2026 gültig war, erlaubte ihm, Muay Thai zu trainieren, einen disziplinierten Tagesablauf beizubehalten und sich ein bescheidenes Leben aufzubauen. Er sagte, ihn habe Thailands Offenheit und ungezwungene Art angezogen. Er hatte das Gefühl, dass sie zu Hause immer weniger präsent waren.

„Ich möchte einfach hier leben“, sagte er. „Die Thailänder sind freundlich, und ich fühle mich hier wohl.“

Doch das Sicherheitsgefühl erwies sich als trügerisch. Da sein ED-Visum diesen Monat ablief, beschloss Herr Cui, ein Destination Thailand Visa (DTV) zu beantragen, da er glaubte, die Kriterien zu erfüllen.

Das fünfjährige Visum zur mehrfachen Einreise – oft auch als „Digital-Nomaden-Visum“ bezeichnet – erlaubt Aufenthalte von bis zu 180 Tagen pro Besuch und richtet sich an Fernarbeiter oder Ausländer, die an genehmigten Kultur- oder Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen. Er gab an, sich in einem Fitnessstudio angemeldet und die erforderlichen Unterlagen, einschließlich des Finanzierungsnachweises, eingereicht zu haben. Der Antrag wurde ohne Angabe von Gründen abgelehnt.

Gleichzeitig wächst die Unsicherheit über eine mögliche Verkürzung der visumfreien Aufenthaltsdauer für Touristen auf 30 Tage. Obwohl die Wiedereinreise nach Thailand als Tourist weiterhin möglich sei, sagte er, diese Aussicht mache seine Zukunft ungewisser.

 

Ausländer sehen sich mit Unsicherheit konfrontiert, da sich die Visaoptionen verringern und die Regeln verschärft werden.
Ausländer sehen sich mit Unsicherheit konfrontiert, da sich die Visaoptionen verringern und die Regeln verschärft werden.

 

Herr Cui erklärte, er habe weder seine Aufenthaltsdauer überschritten noch eine Straftat begangen. Dennoch berichtete er, bei der Einreise nach Thailand unter Druck gesetzt worden zu sein, inoffizielle „Gebühren“ zu zahlen. Er wollte keine konkreten Zahlen nennen, sagte aber, die Beträge seien nicht unerheblich gewesen.

Er glaubt, dass die Ergebnisse oft weniger von den Formalitäten als von inoffiziellen Faktoren wie Sprachkenntnissen, persönlichen Beziehungen oder Geld abhängen. „Manche kommen problemlos durch, selbst wenn ihre Akte nicht einwandfrei ist“, sagte er. „Andere halten sich an die Regeln und geraten trotzdem in Schwierigkeiten.“

Im Moment lebt Herr Cui in Thailand bewusst bescheiden: Er gibt monatlich etwa 40.000 Baht für Lebensmittel und mieten aus.

Sollten die visafreien Aufenthalte verkürzt werden, plant er, seinen Status durch kurze Reisen in Nachbarländer und anschließende Wiedereinreise aufrechtzuerhalten, räumt aber ein, dass diese Strategie Risiken birgt.

„Ich versuche nicht, gegen das Gesetz zu verstoßen“, sagte er. „Aber es gibt nicht viele legale Wege für Menschen wie mich.“ Während Thailand über strengere Kontrollen nachdenkt, rückt die Situation von Herrn Cui eine weniger sichtbare Gruppe in den Fokus: Ausländer, die weder Touristen noch Kriminelle sind, sondern langjährige Einwohner, die sich in einem unsicheren System zurechtfinden müssen und nicht wissen, ob das Land, das sie ihr Zuhause nennen, sich nach und nach abschottet.

 

  • Quelle: Bangkok Post