Hunderte Vermisste und eine unbekannte Anzahl von Toten nach dem Zusammenbruch eines Wasserkraftstaudamms in Laos

Hunderte Vermisste und eine unbekannte Anzahl von Toten nach dem Zusammenbruch eines Wasserkraftstaudamms in Laos

Laos. Am Montagabend kam es nach dem Zusammenbruch eines Wasserkraftstaudamms im Südosten von Laos zu einer Katastrophe, bei der rund fünf Milliarden Kubikmeter Wasser freigesetzt wurden. Laut den nationalen Nachrichten Agenturen von Laos werden seit dem späten Montag Abend Hunderte Menschen vermisst und bisher eine unbekannte Anzahl an Toten gemeldet.

Laut den bisherigen Meldungen bestätigte der südkoreanische Partner des Wasserkraftwerkes in Laos am heutigen Mittwoch, dass der obere Teil des Gebäudes schon24 Stunden vor dem kompletten Zusammenbruch des Staudamms weggespült wurde. Dabei wurden die unterhalb des Staudamms liegenden Dörfer verschlungen und Hunderte Menschen als vermisst gemeldet.

SK Engineering & Construction, ein südkoreanischer Baumeister, der einer der Partner beim Bau und Betrieb des Projektes ist, sagte, dass er die Schäden an einem Hilfsdamm am Montag gegen 21 Uhr Ortszeit entdeckt habe.

“Wir haben sofort die Behörden alarmiert und damit begonnen, die Dorfbewohner flussabwärts zu evakuieren”, hieß es in einer Erklärung von SK Engineering & Construction.

Die Reparaturarbeiten wurden durch den anhaltenden starken Regen weiter beeinträchtigt, der bereits die Straßen beschädigt hatte. Zur weiteren Sicherheit wurde am Montag noch mehr Wasser aus dem Xe-Namnoy-Staudamm – einem der beiden Hauptdämme des Projekts – abgelassen. Die zuständigen Ingenieure wollten damit erreichen das die Hilfsstruktur des Staudammes weiter entlastet wird.

Die Regierung wurde um den Mittag vor weiteren Schäden am Staudamm gewarnt, wodurch eine offizielle Evakuierungsanordnung für die Dorfbewohner flussabwärts veranlasst wurde. Trotz aller sofort eingeleiteten Vorsichts- und Sicherheitsmaßnahmen stürzte das Gebäude nur einige Stunden später zusammen, hieß es in den lokalen Nachrichten.

Bis zum frühen Dienstagmorgen waren bereits sieben der zwölf flussabwärts gelegenen Dörfer überschwemmt. Luftaufnahmen zeigten eine riesige braune Überschwemmung, die Häuser und Dschungel über ein riesiges Gebiet hinwegschwemmte.

Ein anderes Video zeigte Familien, die auf dem Dach ihres Hauses auf Rettung warteten, mit einem teilweise versunkenen buddhistischen Tempel in der Nähe.

Das südkoreanische Unternehmen sagte, es habe ein Krisenteam zur Baustelle entsandt, und zusätzlich auch noch Hubschrauber, Boote und Rettungskräfte zu dem Unglücksort geschickt.

“Momentan arbeitet das Personal des SK E & C zusammen mit der Regierung von Laos aktiv an der Wiederherstellung des Staudamms und der Schadensbegrenzung”, hieß es von Seiten der südkoreanischen Baumeister.

Das kommunistische und verarmte Laos wird im Binnenland von einem riesigen Netzwerk von Flüssen durchzogen. In Laos, das den Großteil seiner Wasserkraft in Nachbarländer wie Thailand exportiert, werden daher gleich mehrere Dämme gebaut oder geplant.

Der Staudamm nahe der Grenze zu Kambodscha ist Teil eines 1,2 Milliarden Dollar Projekts der Xe Pian Xe Namnoy Power Company mit Sitz in Vientiane ( PNPC ), einem 2012 gegründeten Joint Venture zwischen einem laotischen, einem thailändischen und zwei südkoreanischen Unternehmen.

Die 410-Megawatt-Anlage sollte laut der Website des Unternehmens bis 2019 den kommerziellen Betrieb aufnehmen.

Das Projekt besteht aus einer Reihe von Dämmen über den Flüssen Houay Makchanh, Xe-Namnoy und Xe-Pian in der Provinz Champasak.

Es plante, 90% seines Stroms in das energiehungrige Thailand zu exportieren und der Rest sollte im lokalen Stromnetz angeboten werden.

Unter den Bedingungen des Baus sagte PNPC, dass es das Energieprojekt 27 Jahre nach dem Beginn der kommerziellen Aktivitäten betreiben und verwalten würde.

 

  • Quelle: thailändische Nachrichten, Bangkok Post