BANGKOK. Wissenschaftler und Aktivisten äußerten sich besorgt über die Situation von über 40 Millionen thailändischen Arbeitnehmern, die mit niedrigen Löhnen, unsicheren Arbeitsbedingungen und unzureichender Gesundheitsversorgung und sozialer Absicherung konfrontiert sind.
Im Vorfeld der Parlamentswahlen fordern sie die politischen Parteien dringend auf, Maßnahmen zur Verbesserung des Arbeitnehmerschutzes und fairer Beschäftigungsverhältnisse zu priorisieren. Diese Initiative wurde auf einem akademischen Forum an der Thammasat-Universität hervorgehoben, das von ThaiHealth, der Thammasat-Universität und mehreren zivilgesellschaftlichen Gruppen organisiert wurde.
Thailand erlebt eine rapide Alterung der Erwerbsbevölkerung: Die Zahl der Senioren, die derzeit bei 13 Millionen liegt, wird voraussichtlich in den nächsten 20 Jahren um 32 % steigen. Poranee Pupprasert, stellvertretende Leiterin von ThaiHealth, betonte, dass bereits über 20 % der informell Beschäftigten 60 Jahre oder älter sind. Diese demografischen Veränderungen unterstreichen die dringende Notwendigkeit umfassender politischer Reformen, die die Rechte und das Wohlergehen älterer und informell Beschäftigter schützen.
ThaiHealth und über 50 Partnerorganisationen haben vier zentrale Maßnahmen vorgeschlagen, um Arbeitnehmer zu unterstützen, die derzeit nicht unter den Schutz des Arbeitsrechts fallen. Dazu gehören die Überarbeitung der Definition von „Arbeitnehmer“, um neue Beschäftigungsformen einzubeziehen, die Angleichung von Rechten und Sozialleistungen an die tatsächlichen Arbeitsbedingungen, der Ausbau von Gesundheitsförderungsmaßnahmen und die Unterstützung der freiwilligen Verlängerung des Erwerbslebens.

Assistenzprofessor Krissada Teerakosolpong von der Thammasat-Universität betonte, dass diese politischen Empfehlungen darauf abzielen, die Einkommensstabilität von Arbeitnehmern aller Altersgruppen zu gewährleisten. Die Entwicklung der wirtschaftlichen, technologischen und demografischen Rahmenbedingungen habe die geltenden Arbeitsgesetze überholt, wodurch viele Arbeitnehmer von Arbeitsplatzunsicherheit und geringer Verhandlungsmacht betroffen seien, berichtete die Bangkok Post.
Wichtigste Erkenntnisse
- Über 40 Millionen thailändische Arbeiter gehen schlecht bezahlten, unsicheren und ungeschützten Jobs nach.
- Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören die Neudefinition des Begriffs „Arbeitnehmer“ und die Verbesserung der Sozialleistungen für Arbeitnehmer.
- Die Alterung der Belegschaft ist angesichts der bevorstehenden demografischen Veränderungen ein dringendes Problem.
- Quelle: ASEAN Now, Bangkok Post