Laut einer Analyse von Bnomics, der Forschungseinheit der Bangkok Bank, ist der Mindestlohn in Thailand im letzten Jahrzehnt nur moderat gestiegen, was sich nur begrenzt auf das Realeinkommen und die Lebensqualität der Arbeitnehmer ausgewirkt hat.

Thailands Mindestlohn steigt jährlich nur um 1,7 %, die Realeinkommen stagnieren.

BANGKOK. Laut Bnomics stieg der Mindestlohn in Thailand über ein Jahrzehnt hinweg jährlich nur um 1,7 %, da steigende Lebenshaltungskosten das Realeinkommen der Arbeitnehmer schmälerten.

Laut einer Analyse von Bnomics, der Forschungseinheit der Bangkok Bank, ist der Mindestlohn in Thailand im letzten Jahrzehnt nur moderat gestiegen, was sich nur begrenzt auf das Realeinkommen und die Lebensqualität der Arbeitnehmer ausgewirkt hat.

Die Studie ergab, dass die Mindestlöhne in Thailand in den letzten zehn Jahren durchschnittlich nur um 1,7 % pro Jahr gestiegen sind – eine relativ niedrige Rate im Vergleich zum stetigen Anstieg der Lebenshaltungskosten, einschließlich Nahrungsmittel, Transport und Wohnen.

Obwohl die Nominallöhne gestiegen zu sein scheinen, wurde ein Großteil des Zuwachses durch höhere Lebenshaltungskosten aufgezehrt. Infolgedessen ist das Realeinkommenswachstum für viele Arbeitnehmer minimal geblieben, was ein tiefer liegendes strukturelles Problem im Lohnsystem des Landes widerspiegelt.

Die Mindestlohnpolitik ist seit Langem ein wiederkehrendes Thema in der thailändischen Wirtschaftsdebatte und wird sowohl als Instrument des Arbeitnehmerschutzes als auch als Mechanismus zur Ankurbelung der lokalen Wirtschaft betrachtet. Aufgrund ihrer direkten Auswirkungen auf Millionen von Arbeitnehmern hat sie auch politisches Gewicht.

Die Daten legen jedoch nahe, dass Lohnerhöhungen allein nicht zu einer spürbaren Verbesserung des Lebensstandards geführt haben. In vielen Fällen haben die Anpassungen den Arbeitnehmern lediglich geholfen, mit den steigenden Kosten Schritt zu halten, anstatt ihre finanzielle Lage zu verbessern.

 

Laut einer Analyse von Bnomics, der Forschungseinheit der Bangkok Bank, ist der Mindestlohn in Thailand im letzten Jahrzehnt nur moderat gestiegen, was sich nur begrenzt auf das Realeinkommen und die Lebensqualität der Arbeitnehmer ausgewirkt hat.
Laut einer Analyse von Bnomics, der Forschungseinheit der Bangkok Bank, ist der Mindestlohn in Thailand im letzten Jahrzehnt nur moderat gestiegen, was sich nur begrenzt auf das Realeinkommen und die Lebensqualität der Arbeitnehmer ausgewirkt hat.

 

Thailands Mindestlohn steigt jährlich nur um 1,7 %, die Realeinkommen stagnieren.

Ein Jahrzehnt langsamen Lohnwachstums

Die Analyse verdeutlicht, dass Thailands Mindestlohn im Grunde genommen dem Kaufkraftverlust hinterherjagt. Selbst wenn die Löhne steigen, dienen sie oft eher dazu, frühere Kostensteigerungen auszugleichen, als neue Einkommenszuwächse zu generieren.

Dies hat zu einer Situation geführt, in der sich viele Arbeitnehmer trotz höherer Löhne nicht wesentlich besser gestellt fühlen. Stattdessen können sie ihren bisherigen Lebensstandard lediglich halten, ohne nennenswerte Fortschritte zu erzielen.

Der 300-Baht-Richtwert und die allmähliche Erosion

Der landesweite Mindestlohn wurde 2012 auf 300 Baht pro Tag festgelegt und blieb mehrere Jahre auf diesem Niveau. Obwohl diese Maßnahme eine grundlegende Einkommensgarantie bot, wurde ihr Wert durch den allmählichen Anstieg der Lebenshaltungskosten stetig geschmälert.

Steigende Lebensmittelpreise, Transportkosten und Mieten mögen einzeln betrachtet gering erscheinen, haben aber im Laufe der Zeit die Kaufkraft erheblich geschmälert. Dieser schleichende, aber stetige Druck erschwert es Arbeitnehmern, zu sparen oder ihre finanzielle Sicherheit zu verbessern.

Die Auswirkungen bestanden nicht in einer plötzlichen Krise, sondern in einer allmählichen Verschärfung der Haushaltsbudgets, wodurch viele Arbeitnehmer trotz stabiler Nominallöhne finanziell angreifbar wurden.

COVID-19 legt strukturelle Schwächen offen

Die Covid-19-Pandemie hat die Anfälligkeit der thailändischen Lohnstruktur weiter verdeutlicht. Da die Lebenshaltungskosten während der Krise rasant anstiegen, konnten die Lohnerhöhungen nicht Schritt halten, wodurch die fehlenden finanziellen Reserven von Geringverdienern offengelegt wurden.

Bei vielen Haushalten führten steigende Ausgaben zu vermehrter Kreditaufnahme, was die Haushaltsverschuldung erhöhte und eine längerfristige finanzielle Anfälligkeit schuf.

Eine umfassendere strukturelle Herausforderung

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Problem über die Lohnhöhe hinausgeht. Im letzten Jahrzehnt sahen sich Arbeitnehmer mit einer Kombination aus geringem Einkommenswachstum, steigenden Kosten und begrenzten Aufstiegschancen konfrontiert.

Die Nominaleinkommen sind im Durchschnitt um 1,7 % pro Jahr gestiegen, während das reale Einkommenswachstum unter 1 % geblieben ist. Gleichzeitig fehlen vielen Arbeitnehmern Wege, ihre wirtschaftlichen Perspektiven nachhaltig zu verbessern.

Dies hat zu einem weit verbreiteten Zustand geführt, der als „man kommt zwar über die Runden, hat aber Schwierigkeiten, voranzukommen“ beschrieben wird, wobei die Mindestlohnpolitik eher kurzfristige Unterstützung als langfristige Stabilität bietet.

Überarbeitung der Lohnpolitik

Die zentrale politische Frage lautet daher nicht mehr einfach nur, ob der Mindestlohn erhöht werden soll, sondern wie dies effektiv geschehen kann.

Bnomics schlägt vor, dass künftige Lohnanpassungen die tatsächlichen Lebenshaltungskosten besser widerspiegeln, regionale Unterschiede berücksichtigen und sicherstellen sollten, dass sich Erhöhungen in realen Verbesserungen der Kaufkraft niederschlagen.

Noch wichtiger ist jedoch, dass die Lohnpolitik mit umfassenderen Bemühungen zur Steigerung der Produktivität, zur Schaffung wirtschaftlicher Chancen und zur Stärkung der lokalen Wirtschaft verknüpft werden sollte. Ohne diese Integration besteht die Gefahr, dass Lohnerhöhungen zu einer zyklischen Maßnahme werden, die den Status quo aufrechterhält, anstatt einen echten Wandel herbeizuführen.

Abschluss

Die Daten zum Mindestlohn in Thailand über ein Jahrzehnt verdeutlichen eine klare Lehre: Eine bloße Erhöhung der Löhne reicht nicht aus, um die finanziellen Herausforderungen der Arbeitnehmer zu lösen.

Stattdessen sollte die Mindestlohnpolitik Teil einer umfassenderen Strategie sein, die darauf abzielt, eine widerstandsfähigere und gerechtere Basiswirtschaft aufzubauen, die es den Arbeitnehmern ermöglicht, nicht nur zu überleben, sondern auch langfristige Stabilität und Fortschritt zu erreichen.

 

  • Quelle: The Nation Thailand