Die Asiatische Entwicklungsbank geht davon aus, dass das thailändische BIP im Jahr 2020 um 8 % sinkt

Die Asiatische Entwicklungsbank geht davon aus, dass das thailändische BIP im Jahr 2020 um 8 % sinkt

BANGKOK. Trotz der relativ wirksamen Eindämmung von Covid-19 waren die Auswirkungen der Pandemie auf die thailändische Wirtschaft schwerwiegender als erwartet, und die wirtschaftliche Erholung ist nach wie vor schwer zu erreichen. Das jährliche BIP dürfte um 8 % schrumpfen, so die Asiatische Entwicklungsbank (ADB).

Die jüngste Prognose ist ein großer Rückgang gegenüber der April Prognose der Bank von einem Rückgang um 4,8 %. Dies geht aus einem Bericht mit dem Titel „Asian Development Outlook 2020 Update: Wellness in besorgniserregenden Zeiten“ hervor.

Die Schwäche der externen Nachfrage dürfte sich in naher Zukunft noch weiter fortsetzen, heißt es in dem Bericht. Selbst wenn sich die Handelspartner allmählich erholen, da die Covid-19 Situation es ihnen ermöglicht, die Eindämmungsmaßnahmen zu lockern, wird erwartet, dass die Wirtschaftstätigkeit in vielen Ländern deutlich unter den Präpandemienormen bleibt.

Die Einnahmen Thailands aus dem Export von Waren und Dienstleistungen dürften nun in US-Dollar um 22,3 % im Jahr 2020 stärker schrumpfen und sich laut ADB im Jahr 2021 wieder auf 7,6 % erholen. Asiens Wirtschaft schrumpft zum ersten Mal seit den 1960er Jahren, sagt die ADB.

Der tiefere Exportrückgang wird den privaten Konsum und die Investitionen belasten. Die privaten Investitionen dürften nun im Jahr 2020 um 12,1 % schrumpfen und sich dann im nächsten Jahr mit einem Wachstum von 4 % wieder etwas erholen, sagte die ADB.

 

Die Asiatische Entwicklungsbank geht davon aus, dass das thailändische BIP im Jahr 2020 um 8 % sinkt

Die Asiatische Entwicklungsbank geht davon aus, dass das thailändische BIP im Jahr 2020 um 8 % sinkt

Containerschiffe im Hafen von Laem Chabang in der Provinz Chon Buri. Die Einnahmen aus thailändischen Exporten werden in diesem Jahr angesichts der Pandemie voraussichtlich stärker schrumpfen. (Foto von Pattarapong Chatpattarasill)

 

Eine schwache Nachfrage im In- und Ausland, die Überkapazitäten und die anhaltende Unsicherheit über den Verlauf der Pandemie werden das Vertrauen der Unternehmen untergraben und die Investitionen in diesem Jahr behindern, sagte der in Manila ansässige Kreditgeber.

„Es ist unwahrscheinlich, dass die Investitionen in die Herstellung von Automobilen, Maschinen und Ausrüstungen zunehmen, solange sich die Verbraucher weiterhin von langlebigen Gütern fernhalten“, heißt es in dem Bericht. „Hotel-, Restaurant- und Transportdienstleistungen werden weiterhin leiden, da die Wirtschaftstätigkeit nachlässt, selbst wenn die Lockerungsmaßnahmen entspannter sind“, warnt der Bericht weiter.

Im Inland könnte eine zweite Welle von Covid-19 eine weitere Runde von Sperrungen und Störungen der wirtschaftlichen Aktivitäten auslösen, sagte die ADB.

„Das steigende Risiko, dass Unternehmen und Haushalte mit Krediten in Verzug geraten, könnte die Aussichten für den privaten Konsum und die privaten Investitionen untergraben“, heißt es in dem Bericht. „Die Erholung des Tourismus kann durch die langsamen Fortschritte bei der Wiedereröffnung des Landes für internationale Touristen ebenfalls noch weiter verzögert werden. Schließlich könnten verschärfte innenpolitische Spannungen eine Wirtschaft weiter verunsichern, die bereits mit den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie zu kämpfen hat.“

Die öffentlichen Ausgaben scheinen in diesem Jahr fast der einzige wirtschaftliche Motor zu sein, berichtet die ADB.

Der öffentliche Verbrauch dürfte nun um 3,8 % zulegen, gegenüber 2,4 % im April, da die Hilfsausgaben rasch ausgezahlt wurden, so die ADB weiter.

In der Zwischenzeit wird erwartet, dass die öffentlichen Investitionen zunehmen werden, insbesondere in Infrastrukturprojekte für staatliche Unternehmen, und dies wird auch der Schlüssel sein, um die Wirtschaft bis zum prognostizierten Horizont aufrechtzuerhalten, sagte die Bank weiter.

„Die Aussichten für die thailändische Wirtschaft hängen weitgehend von der globalen und regionalen Situation von Covid-19 ab“, heißt es in dem Bericht. „Es wird hinter der Prognose zurückbleiben, wenn sich die Weltwirtschaft langsamer als erwartet erholt. Ein sich verschlechternder globaler Handelsprotektionismus oder erhöhte geopolitische Spannungen könnten die Lieferketten und die Preisstabilität ebenfalls noch stören.“

Die ADB prognostiziert für das Jahr 2021 ein Wachstum des thailändischen BIP um 4,5 %.

 

  • Quelle: Bangkok Post