BANGKOK. Thailands Oberster Gerichtshof hat entschieden, dass Banken und nicht Kunden die Beweislast dafür tragen, wer strittige Kreditkartentransaktionen autorisiert hat. Dieses Urteil schafft einen wichtigen Präzedenzfall zur Stärkung des Verbraucherschutzes angesichts zunehmender Cyberbetrügereien. Indem die Beweislast den Banken übertragen wird, stellt die Entscheidung einen bedeutenden Schritt zur Stärkung der Rechte der Verbraucher im Kampf gegen unberechtigte Kreditkartenabbuchungen dar.
Die wegweisende Entscheidung, Urteil Nr. 2624/2568 des Obersten Gerichtshofs, geht auf einen Fall zurück, in dem eine Bank gegen einen Kunden wegen strittiger Abbuchungen vorging, die ohne dessen Zustimmung getätigt worden waren. Der Kunde beharrte darauf, dass seine Karte missbraucht worden sei, während die Bank argumentierte, die Haftung liege beim Karteninhaber, gemäß den üblichen Kreditkartenbedingungen, die Nutzer für alle Transaktionen verantwortlich machen.
Der Oberste Gerichtshof wies diese Argumentation jedoch zurück und erklärte, es sei die Pflicht der Bank, zu überprüfen, wer die strittigen Abbuchungen autorisiert habe, da sie die Kreditkartensysteme verwalte und davon profitiere.
Das Gericht betonte, dass bloße Transaktionsaufzeichnungen nicht ausreichen, um eine Kundenautorisierung anzunehmen. Ohne zusätzliche Beweise wie verifizierte Identitätsprüfungen oder den Nachweis grober Fahrlässigkeit können Banken die finanziellen Folgen von Cyberkriminalität nicht auf die Kunden abwälzen. Folglich wies das Gericht die Klage ab und befreite den Kunden von jeglicher Rückzahlungspflicht.
Verbraucherschutzexperten begrüßen diese Entscheidung als entscheidend für die Stärkung des öffentlichen Schutzes in Zeiten zunehmender Cyberkriminalität. Sie gehen davon aus, dass dieses Urteil Finanzinstitute dazu zwingen wird, ihre Authentifizierungsprozesse zu verbessern und ihre Datensicherheitsmaßnahmen zu optimieren, um Verbraucher nicht länger potenziellen Cyberrisiken auszusetzen.

In einem ähnlichen Fall wurde ein Thailänder um fast 70.000 Baht von seiner Kreditkarte betrogen, nachdem Betrüger mit einem gefälschten Ausweis Zugriff auf seine Handynummer erlangt hatten. Das Opfer verlor weder seinen Ausweis noch seine Kreditkarte, konnte aber nicht nachvollziehen, wie seine Daten in seinen Besitz gelangt waren. Dies unterstreicht die Notwendigkeit strenger Schutzmaßnahmen, wie The Thaiger berichtete.
Wichtigste Erkenntnisse
- Der thailändische Oberste Gerichtshof hat entschieden, dass Banken die Autorisierung von Transaktionen nachweisen müssen.
- Die Entscheidung stärkt den Verbraucherschutz vor Kreditkartenbetrug.
- Experten fordern Banken dringend auf, die Sicherheits- und Authentifizierungsprozesse zu verstärken.
- Quelle: ASEAN Now, The Thaiger