Thailand plant die Wiedereinführung einer Touristengebühr von 300 Baht, um die Betreuung von Besuchern, touristische Verbesserungen und langfristige Nachhaltigkeit zu finanzieren.

Warum Thailand sein Touristengebührenprogramm von 300 Baht wiederbelebt

BANGKOK. Thailand plant die Wiedereinführung einer Touristengebühr von 300 Baht, um die Betreuung von Besuchern, touristische Verbesserungen und langfristige Nachhaltigkeit zu finanzieren.

Thailands geplante „Landegebühr“, die oft als Touristensteuer bezeichnet wird, ist erneut in den Fokus gerückt, da die Behörden einen Plan wiederbeleben wollen, der vorsieht, von ausländischen Besuchern 300 Baht pro Person zu erheben.

Das Konzept ist einfach: Die Regierung erhebt eine Gebühr von ankommenden Besuchern und leitet das Geld in tourismusbezogene Bedürfnisse weiter, wie z. B. Infrastrukturverbesserungen, Umweltmanagement, Sicherheit und Wohlfahrtsunterstützung für Besucher.

Weltweit gibt es bereits ähnliche Programme in vielen Reisezielen, insbesondere solchen, die unter dem Druck hoher Besucherzahlen oder steigender öffentlicher Kosten im Zusammenhang mit dem Tourismus stehen.

Warum Thailand sein Touristengebührenprogramm von 300 Baht wiederbelebt

In Thailand kursiert die Idee schon seit Jahren und ist nicht plötzlich entstanden. Sie gewann an Bedeutung nach schweren Vorfällen mit ausländischen Touristen, darunter der Bombenanschlag auf den Erawan-Schrein 2015 und das Bootsunglück vor Phuket 2018, als der Staat noch Zugriff auf zentrale Haushaltsmittel hatte, um Soforthilfe und Entschädigungen zu leisten.

Ein entscheidenderer Umschwung erfolgte, als die Unterstützung durch den Zentralhaushalt auslief. Gleichzeitig sah sich der Staat mit den wiederkehrenden Kosten unbezahlter medizinischer Behandlungen für einige ausländische Touristen konfrontiert, was das Argument bestärkte, dass ein spezieller Fonds für Besucher eingerichtet werden sollte, anstatt die thailändischen Steuerzahler auf unbestimmte Zeit mit dieser Last zu belasten.

Das politische Ziel bestand daher darin, einen zweckgebundenen Fonds aufzubauen, um Versicherungen und Unterstützung für Touristen nachhaltiger zu gestalten. Thailands Vorschlag für eine Reisegebühr wurde zuletzt von offiziellen Stellen als 300 Baht für die Einreise per Flugzeug und 150 Baht für die Einreise auf dem Land- oder Seeweg beschrieben, die Umsetzung verzögerte sich jedoch wiederholt.

Deshalb liegt das Thema den politischen Entscheidungsträgern erneut vor. Jüngsten Berichten zufolge will das Ministerium für Tourismus und Sport die Maßnahme erneut vorantreiben, und es wird erwartet, dass der Erhebungsmechanismus dem Kabinett zur Beratung vorgelegt wird.

Der Plan wurde als Möglichkeit präsentiert, die Tourismusstandards zu verbessern, die Sicherheitsvorkehrungen zu stärken und die langfristige Nachhaltigkeit in einem der wichtigsten Wirtschaftssektoren Thailands zu unterstützen.

Im internationalen Vergleich ist Thailands Vorschlag nicht ungewöhnlich. In Großbritannien erhebt Manchester eine Besucherabgabe von 1 £ pro Zimmer und Nacht, während in Edinburgh die Besucherabgabe am 24. Juli 2026 in Kraft treten soll und 5 % der Übernachtungskosten beträgt. In Neuseeland beträgt die Abgabe für internationale Besucher (International Visitor Conservation and Tourism Levy) für die meisten internationalen Gäste 100 NZ$. Bali verlangt von ausländischen Touristen 150.000 IDR pro Person, und Malaysia erhebt eine Tourismussteuer von 10 RM pro Zimmer und Nacht für ausländische Gäste in registrierten Unterkünften.

 

Thailand plant die Wiedereinführung einer Touristengebühr von 300 Baht, um die Betreuung von Besuchern, touristische Verbesserungen und langfristige Nachhaltigkeit zu finanzieren.
Thailand plant die Wiedereinführung einer Touristengebühr von 300 Baht, um die Betreuung von Besuchern, touristische Verbesserungen und langfristige Nachhaltigkeit zu finanzieren.

 

Andere Reiseziele gehen sogar noch einen Schritt weiter. Bhutans Gebühr für nachhaltige Entwicklung ist nach wie vor eines der besten Beispiele für ein hochwertiges Tourismusmodell. Das Land erhebt im Rahmen seines aktuellen Systems weiterhin eine Gebühr von 100 US-Dollar pro Tag. Auch in Europa sind Übernachtungssteuern in großen Tourismusstädten üblich, wobei die Gebühren je nach Stadt, Region, Zimmertyp oder Hotelkategorie variieren und nicht landesweit einheitlich festgelegt sind.

Japan bietet eine weitere Variante desselben Prinzips. Anstatt in diesem Beispiel eine lokale Hotelabgabe zu erheben, wird dort bereits eine internationale Ausreisesteuer über Flugtickets erhoben, die allgemein als „Sayonara-Steuer“ bekannt ist.

Zusammengenommen ist der globale Trend eindeutig. Touristenabgaben gelten nicht länger als ungewöhnlich oder außergewöhnlich. Sie haben sich zu einem gängigen Instrument entwickelt, mit dem Reiseziele die wirtschaftlichen Vorteile des Tourismus mit den öffentlichen Kosten für Infrastruktur, Besucherströme, Umweltschutz und die Förderung des Wohlergehens der Besucher in Einklang bringen wollen. Thailands Plan, 300 Baht pro Touristenabgabe zu erheben, reiht sich nahtlos in diesen internationalen Trend ein.

 

  • Quelle: The Nation Thailand