Das thailändische Finanzministerium und der National Economic and Social Development Council (NESDC) haben gewarnt, dass geopolitische Spannungen in diesem Jahr ein großes Risiko für die thailändische Wirtschaft darstellen könnten.

Geopolitische Spannungen gelten laut Experten als größtes Risiko für die thailändische Wirtschaft

BANGKOK. Das thailändische Finanzministerium und der National Economic and Social Development Council (NESDC) haben davor gewarnt, dass geopolitische Spannungen in diesem Jahr ein großes Risiko für die thailändische Wirtschaft darstellen könnten.

Die beiden Agenturen nannten den anhaltenden Konflikt in der Ukraine, den zunehmenden Protektionismus und die Unsicherheit im Zusammenhang mit der Rivalität zwischen den USA und China als potenzielle Bedrohungen für Thailands Handel und Investitionen.

Der Konflikt in der Ukraine hat die globalen Lieferketten unterbrochen und zu höheren Energiepreisen geführt. Dies hat negative Auswirkungen auf thailändische Unternehmen, die auf importierte Energie und Rohstoffe angewiesen sind.

Der zunehmende Protektionismus könnte zu höheren Zöllen und anderen Handelshemmnissen führen, wodurch es für thailändische Unternehmen schwieriger wird, ihre Produkte und Dienstleistungen zu exportieren, während die Unsicherheit im Zusammenhang mit der Rivalität zwischen den USA und China zu Instabilität in der Weltwirtschaft führen und die Nachfrage nach Thailändischen Exporten dämpfen könnte.

Das Finanzministerium und das NESDC haben die thailändische Regierung aufgefordert, eine Reihe von Schritten zu unternehmen, um die Risiken zu mindern.

  • Dazu gehört die Diversifizierung der Handelspartner Thailands, um die Abhängigkeit von einem einzelnen Land oder einer einzelnen Region zu verringern;
  • Stärkung der wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit Thailands durch Steigerung der Inlandsnachfrage und -produktion;
  • und Förderung der regionalen Zusammenarbeit, um Handelshemmnisse abzubauen und die wirtschaftliche Integration zu unterstützen.

 

Das thailändische Finanzministerium und der National Economic and Social Development Council (NESDC) haben gewarnt, dass geopolitische Spannungen in diesem Jahr ein großes Risiko für die thailändische Wirtschaft darstellen könnten.
Das thailändische Finanzministerium und der National Economic and Social Development Council (NESDC) haben gewarnt, dass geopolitische Spannungen in diesem Jahr ein großes Risiko für die thailändische Wirtschaft darstellen könnten.

 

Die Auswirkungen geopolitischer Spannungen auf die thailändische Wirtschaft hängen jedoch von einer Reihe von Faktoren ab, darunter der Dauer und Schwere des Konflikts in der Ukraine, dem Tempo der wirtschaftlichen Erholung in den USA und China sowie den Maßnahmen der thailändischen Regierung.

Pichai Naripthaphanan, ein Berater des Premierministers, sagte, dass Thailand wachsam sein müsse, da das Land zwar nicht direkt betroffen sei, es aber indirekte Konsequenzen geben könne. Wenn Thailand vorbereitet ist, besteht gleichzeitig die Chance auf positive Ergebnisse. Nicht nur der anhaltende Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, der keine Anzeichen einer Lösung zeigt, muss genau beobachtet werden, sondern auch die Situation zwischen China und Taiwan nach der Wahl in Taiwan, die Eskalation der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel zwischen Südkorea und Nordkorea; und der anhaltende Konflikt in Myanmar.

Die Situation in Myanmar erfordert besondere Aufmerksamkeit, da das Land starke Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zu Thailand unterhält und über eine bedeutende Erdgasquelle für die thailändische Stromerzeugung verfügt.

Pichai hob die wirtschaftlichen Chancen für Thailand hervor und wies darauf hin, dass bei den jüngsten Gesprächen mit ausländischen Staats- und Regierungschefs klar geworden sei, dass sie Thailand aufgrund seiner freundschaftlichen Beziehungen zu allen Ländern und der Abwesenheit von Konflikten als geeignetes Investitionsziel ansähen.

Ein weiterer positiver Faktor ist der Trend der Elektronik- und Halbleiterindustrie, Investitionen aus kriegsgefährdeten Gebieten zu verlagern. Thailand gehört zu den Zielzielen dieser Investitionen, muss jedoch die Bereitschaft seiner Arbeitskräfte verbessern, um diese Branchen zu unterstützen. Pichai schlug eine Höherqualifizierung und Umschulung für diesen Sektor vor und forderte die Regierung auf, sich in dieser Angelegenheit mit dem Arbeitsministerium abzustimmen.

Unterdessen hat die Handelskammer von Chiang Rai darauf hingewiesen, dass China den Ausbau seiner Landverkehrsinfrastruktur beschleunigt.

Der Vizepräsident der Kammer, Pakaimas Vierra, stellte fest, dass China aufgrund der zunehmenden Spannungen im Südchinesischen Meer, einer wichtigen Seetransportroute sowohl für Chinas Importe als auch für Exporte, seine Investitionen und die Entwicklung von Landtransportrouten intensiviert. Besonders deutlich wird dies in den Grenzgebieten zu Laos und Myanmar, die bis nach Thailand reichen.

Es gibt auch Straßenverbindungen, die in den südlichen Teil Chinas führen. Derzeit gibt es Bauprojekte für Straßen, Brücken und Verbesserungen des Straßennetzes, das die drei Grenzkontrollpunkte in Chiang Rai verbindet: Mae Sai, Chiang Saen und Chiang Khong.

Darüber hinaus laufen Gespräche über eine Zusammenarbeit mit der thailändischen Handelskammer, um gemeinsam die Vorschriften zu verbessern und den grenzüberschreitenden Güterverkehr zu erleichtern und damit komfortabler zu gestalten. Es wird erwartet, dass die Transportroute von Chiang Rai, die über Nachbarländer in den südlichen Teil Chinas führt, immer wichtiger wird, insbesondere wenn es in Zukunft aufgrund von Konflikten oder anderen Problemen zu Herausforderungen oder erhöhten Transportkosten über Seerouten kommt.

 

  • Quelle: The Nation Thailand