BANGKOK. Die Weltbank hat ihre BIP-Wachstumsprognose für Thailand im Jahr 2026 auf 1,6 % gesenkt. Als Gründe werden der schwächere Welthandel, die anhaltend hohe Verschuldung der privaten Haushalte und die langsamere Erholung des Tourismus genannt. Die revidierte Prognose, die am 11. Februar 2026 veröffentlicht wurde, bedeutet eine Abwärtskorrektur gegenüber der im Juli 2025 prognostizierten 1,8 %. Für 2027 wird eine moderate Erholung auf 2,2 % erwartet.
Melinda Good, die Weltbank-Länderdirektorin für Thailand und Myanmar, erklärte, die Verlangsamung spiegele die schwächere globale Handelslage, die weiterhin hohe Verschuldung der privaten Haushalte und die nachlassende Dynamik im Tourismussektor wider. Sie fügte hinzu, das Wachstum dürfte sich 2027 mit der Verbesserung der globalen Lage und der Zunahme privater Investitionen wieder verstärken. Auch ausländische Direktinvestitionen (ADI) würden voraussichtlich in konkrete Investitionen umgesetzt und so die Erholung unterstützen.
Das verarbeitende Gewerbe ist nach wie vor ein zentraler Wirtschaftszweig Thailands und trägt 25 % zum BIP und 16 % zur Beschäftigung bei, was rund 6,2 Millionen Arbeitsplätzen entspricht. Die Weltbank stellte fest, dass umweltfreundliche Exporte fast 10 % des gesamten Exportvolumens ausmachen und tendenziell eine höhere technologische Komplexität aufweisen als andere Exportgüter. Diese Positionierung könnte angesichts der sich verändernden globalen Nachfrage einen Wettbewerbsvorteil bieten.
„Fortschrittliche umweltfreundliche Fertigung ist eine der Zukunftsbranchen Thailands und ein wichtiger Mechanismus, um Wachstum anzukurbeln, die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit zu stärken und hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen“, sagte Good. Der jüngste Thailand Economic Monitor der Weltbank identifiziert fortschrittliche umweltfreundliche Fertigung als potenziellen Weg, die wirtschaftliche Dynamik angesichts des zunehmenden globalen Wettbewerbs wiederherzustellen.
Der Bericht hebt die Chancen in höherwertigen, CO₂-ärmeren Branchen wie Elektrofahrzeugen, Solaranlagen und energieeffizienten Elektrogeräten hervor. Der Ausbau dieser Sektoren könnte die Produktivität steigern, Arbeitsplätze schaffen und Thailands Wirtschaft an die sich wandelnden globalen Nachfragetrends anpassen. Kurzfristig bestehen jedoch weiterhin Herausforderungen, insbesondere durch externe Einflüsse und den Druck der Inlandsverschuldung.

Die Zeitung „The Nation“ berichtete, dass die gesenkten Prognosen die Fragilität der thailändischen Erholung angesichts globaler Unsicherheiten unterstreichen. Politik und Investoren werden die Entwicklungen im Handelsfluss, im Tourismus und die Geschwindigkeit, mit der ausländische Direktinvestitionen in konkrete Investitionen umgesetzt werden, genau beobachten.
Wichtigste Erkenntnisse
- Die Weltbank hat ihre BIP-Wachstumsprognose für Thailand im Jahr 2026 von 1,8 % auf 1,6 % gesenkt.
- Es wird erwartet, dass sich das Wachstum im Jahr 2027 auf 2,2 % erholt, da sich die globalen Bedingungen und die Investitionen verbessern.
- Fortschrittliche umweltfreundliche Fertigungsprozesse werden als wichtiger Treiber künftigen Wachstums identifiziert.
- Quelle: ASEAN Now, The Nation Thailand